04.01.2012 - 22:18 Uhr

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tell me what can you want now you've got it all

Text: ally1983

23.45:
Wir stehen in der not-so-orderly-queue vor der Garderobe und schauen hinunter. I bet that you look good on the dancefloor, denke ich, aber der Typ, den ich für J. ausgesucht habe, sieht bei näherer Betrachtung doch nicht so wirklich aus wie Alex Turner und außerdem trägt er ein hässliches Shirt.

23.50:
Leichte Panik. Letztes Jahr um Mitternacht saß ich in einem Taxi. Der Junge hatte zu viel getrunken und legte seinen Kopf an meine Schulter. Diese Berührung brannte mehr als der pure Gin, der meine Kehle hinunterrann und die Nacht explodierte außerhalb meiner Wahrnehmung. Der Fahrer drehte das Radio lauter, als The Clash 'Should I stay or should I go' sangen und ich dachte, this is it.

23.55:
Riot! Alle werfen sich gleichzeitig nach vorne, als ihnen dämmert, dass sie das neue Jahr eingepfercht zwischen fremden Menschen und muffigfeuchten Mänteln beginnen werden. Ich verliere S. aus den Augen.

23.58:
"Yeah!', schreit irgendwer mir ins Ohr, ich drehe mich um und tatsächlich, S. hat es geschafft, sie wedelt mit den Garderobenmarken herum, ich packe sie und D. an der Hand und wir fallen wie gestört aus der Tür, aus dem Club, aus dem alten Jahr und hoch auf die Straße in das Neue.

New Year's Eve in Camden:

we made it, wir laufen um die Ecke und holen unseren Cider, den Sekt und einige Silvesterknaller (Pyromanen müssen zündeln) aus dem Versteck, während alle durcheinander reden, Raketen in den Himmel steigen, die Leute lachen und irgendwo etwas knallt, die Taxen ungerührt mit quietschenden Reifen an uns vorbeidüsen, während ich es einfach nicht verstehen kann, niemals verstehen werde, wieso ich jetzt hier bin und nicht woanders, es ist zu schön und es ist zu viel.

Ich stehe da und vielleicht schreie ich auch, irgendetwas Monumentales wie '2011, verrecke!'
das Jahr muss sterben, damit ich leben kann bzw. erst einmal aus dem Koma erwache.

Und der Pornojazz-Mann fährt vielleicht noch immer eine Endlosschleife in der Metropolitan Line, die traurige Kassiererin bei Sainsbury's an der Victoria Station denkt noch nicht an den morgigen Tag voller unbeantworteter how are you's an die verkaterten, erschöpft durch die Gänge schleichenden Kunden, in Soho bräuchte man eine Lupe, um festzustellen, dass es ein klein wenig mehr kitschig leuchtet als sonst, in Brixton knallen die Gewehre leiser.

Wir gehen rein.

An der Bar rede ich mit jemandem, der aussieht wie Spud aus Trainspotting, nur ein bisschen schicker.
Wir bestellen irgendwas und unterhalten uns über irgendwas.
'having a good time in the city?'
'absolutely. we set off the fire alarm in our hostel with a birthday cake and 5 minutes ago the police almost arrested us because we accidently threw a firecracker at their car'.
'you're funny!'

Ich grinse, aber nur weil der Witz gar keiner ist.
small talk has never been easier.

all my people right here right now, I don't need anybody else.
'All these things that I've done' kann ich deswegen nur alleine erleben.

Wir trinken aus allen Gläsern und Flaschen, am Ende schmeckt alles gleich und mir ist es eigentlich egal, wir kommen und gehen und finden uns immer wieder inmitten desselben Gefühls.

Das Geld, der Alkohol, der Schweiß, alles rinnt davon und sammelt sich jenseits des Flusses.

Später, sehr viel später habe ich strokesoasisblurlibertinespulpkaiserchiefs in den Ohren und wir stehen vor der Fish'n Chips-Bude. 'High 5-ing is so gay', sagt Dimitrios und der Paul McCartney-Typ findet das nicht sonderlich amüsant, wir können alle auf Griechisch nur fluchen, ich muss grinsen und denke an Cousin Nikos, ohne den ich nichts zum Gespräch beitragen könnte.

'I'm interested in your eyes', sagt Paul zu J. und ich weiß wie immer in London nicht, wie das nun gemeint ist, aber gerade das ist das Gute. Irony always wins.
Allerdings will ich einwerfen, dass ich hoffe, er hat es ernst gemeint. J. hat schöne Augen, man kann so etwas aber nicht sagen, zumindest kann ich es nicht. Bloody compliments. D. und S. und J. und ich suchen den Nachtbus, so wie man ihn immer sucht und nie findet und dann eben auf halbem Weg aufgibt und sich auf die Straße setzt oder weiter und weiter und weiter sucht, bis man um 8 irgendwann doch ankommt, irgendwo.

Eine Million Jahre später schreibe ich über diese Nacht, die genau so war und ganz anders.

you know this is it.




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Mag ich Mag ich nicht

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04.01.2012 - 22:23 Uhr
131111

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DixieCulture
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Mag ich Mag ich nicht

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15.03.2012 - 23:15 Uhr
DixieCulture

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ally1983 unbekannt

ally1983

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