Fünf Lieder, mit denen 2012 losgeht
Noch ist es einigermaßen ruhig am Plattenmarkt, aber die ersten dicken Nebelkerzen sind schon zu sehen, zum Beispiel von Kettcar und den Scissor Sisters.
Scissor Sisters – "Shady Love"Kann sich noch jemand an die Scissor Sisters erinnern? Die als glamouröse Disco-Erneuerer und dick gepuderte Pomprocker über die Dancefloors preschten, man schrieb das Jahr 2006. Na, genau die haben jedenfalls was Neues gemacht und auch wenn diese erste Single etwas textlastig geraten ist, übel ist sie eher nicht.
Sweet Jean – "Shiver and Shake"
Wer die Fleet Foxes und I Am Kloot mag, wird mit dieser Neuentdeckung hier bestimmt selig in das neue Jahr trudeln. Das Fölkchen dieser beiden Menschen aus Melbourne geht derart leicht ins Herz, dass man schon misstrauisch wird. Ist das wirklich neu, kann das heute noch wer, so schöne handgemachte Knutschmusik? Isses! Könnse!
The Flaming Lips – "I am the Walrus"
Wenn noch irgendjemand die Beatles covern darf, dann vermutlich die Flaming Lips, diese fortlaufend gut bekifften und schon immer dagewesenen Kritikerlieblinge aus Oklahoma. Es ist vielleicht nicht unbedingt ein Meisterwerk in Schönklang geworden, aber wer braucht heutzutage auch noch Schönklang, in den allermeisten Fällen ist man doch dankbar, wenn die Musik einen aufweckt – das klappt hier ganz gut.
Kettcar – "Rettung"
Pflichtgemäß vermelden wir hier natürlich auch den ersten Vorabsong aus dem anstehenden neuen Kettcar-Album (10. Februar). Über Kettcar muss ich immer viel nachdenken, obwohl das ja gar nicht besonders cool ist, über Kettcar nachzudenken. Ich finde es aber faszinierend, wie hier nach fünf Sekunden wieder das immer gleiche Kettcar Lied aufzieht und man es trotzdem bis zum Ende anhört. Und dann diese seltsame Art Sätze zu bilden und diese ewige Masche, in Banalitäten Melancholie verorten zu wollen, das ist so...ich komme nicht drauf. Öd? Genial? Konsequent?
Parka - "Oben"
Ganz anders aber ähnlich bedenkenswert klingen Parka aus Köln, eine sogenannte Indierockhoffnung, wobei Indierockhoffnungen aus Köln ja nie so richtig zünden konnten, gell Timid Tiger und Angelika Express? Im Vergleich zu diesen beiden ist das hier auch eher komisch: Eine Band, die aussieht wie beim Nido-Casting entstanden, mit generationskritischen Texten und aalglatter Nena-Rockproduktion. Ich weiß nicht, so kann man heute vielleicht Bundespräsident werden oder Tim Bendzko aber doch nicht ne Indierockhoffnung.
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"...und wenn das alles ist, ok, nur schade wenn man mehr erwartet..."








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05.01.2012 - 11:49 Uhr
aem