23.12.2011 - 15:52 Uhr

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Dies ist die Geschichte des Mannes mit den Würfeln

Text: larala

Höchstwahrscheinlich war er ein wenig verrückt. Oder einsam. Jedenfalls dachte er sich eines Tages ein Spiel aus. Neben sein Bett stellte er einen Würfelbecher. Mit zwei Würfeln. Morgens, wenn der Wecker klingelte, nahm er den Würfelbecher und würfelte. Zeigten die Würfel verschiedene Zahlen, war alles Ok. Dann gehörte er dem Tag. Aufstehen, duschen, rasieren, frühstücken, Arbeit, Essen machen, fernsehen, schlafen gehen. Meist zeigten die Würfel verschiedene Zahlen. Eigentlich fast immer. Aber manchmal eben nicht. Manchmal würfelte der Mann zwei Einsen. Oder zwei Fünfen. Dann gehörte der Tag ihm. Das waren Feiertage. Er stand nur kurz auf. Holte sich alles ins Bett, was er für seine Gemütlichkeit brauchte. Fernbedienung, Getränke, einen Teller Brote, Schokolade, Wollsocken. Dann erhob er sich nicht mehr (höchstens zur Toilette). Das machte ihn glücklich. Der Mann hatte einen kulanten Chef. Und war nicht unentbehrlich in seinem Job. Deshalb gab es keine Probleme. Alles alles hätte so schön sein können. Wenn, ja wenn der Mann nicht irgendwann damit begonnen hätte, sich selbst zu betrügen. Beim ersten Mal war es ein Versehen. Ein Würfel stand auf Kippe. Er beäugte ihn von allen Seiten, ehe er ihn gezielt anstieß. Es funktionierte. Beim nächsten Mal tat er so, als hätte er vergessen, ob er schon gewürfelt hatte. An anderen Tagen wieder stieß er die Würfel aus Versehen vom Bett. Oder drehte einen, indem er fast nicht hinsah, blitzschnell auf die gewünschte Zahl. Irgendwann jedenfalls, nachdem der Mann zwei Monate nicht aufgestanden war, zog er die Notbremse. Die Vorräte waren ja auch zu Ende. Er rief den  medizinischen Notdienst an und lies sich in die Psychiatrie einweisen. Die Würfel landeten in einem weißen verschlossenen Umschlag im Schreibtisch des Schwesternzimmers. Ich sah sie immer, wenn ich einen Stift aus der Schublade nahm. Dachte dann an den Mann und  was wohl inzwischen aus ihm geworden war. Eines Tages nahm ich den Umschlag kurzerhand mit nach Hause. Heute früh würfelte ich das erste Mal zwei Vieren. Yippie! Das schaffe ich morgen auch. Scheiß auf Weihnachten.



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BillyBudd
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Mag ich Mag ich nicht

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23.12.2011 - 15:13 Uhr
BillyBudd

Super Geschichte!

afrirali
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Mag ich Mag ich nicht

1

23.12.2011 - 15:53 Uhr
afrirali

aber wenn du zwei fünfen würfelst, hol dann auch den laptop ans bett, um solche geschichten aufzuschreiben! :)

gewitterhexe
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23.12.2011 - 16:09 Uhr
gewitterhexe

ja, super geschichte.

golden_platitudes
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23.12.2011 - 16:32 Uhr
golden_platitudes

oh je, die leute mit zahlenticks...

afrirali
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Mag ich Mag ich nicht

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23.12.2011 - 19:11 Uhr
afrirali

also, wieso die redaktion auf diesen teaser kommt, weiß ich auch nicht: "Warum jetzt-Userin larala von den gefundenen Würfeln lieber die Finger lassen sollte."

spontanvernunft
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23.12.2011 - 20:21 Uhr
spontanvernunft

Super *

Herr_Marcus
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23.12.2011 - 21:53 Uhr
Herr_Marcus

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_W%C3%BC...

gibts auch ein Buch ein ziemliches gutes Buch mit nem ähnlichen plot... ein ziemlich gutes Buch übrigens....

bernweich
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24.12.2011 - 00:17 Uhr
bernweich

wow, ich LIEBE deine Geschichten

der_sendlinger
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24.12.2011 - 16:26 Uhr
der_sendlinger

genial.

coolfire
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26.12.2011 - 09:42 Uhr
coolfire

Mir ..

*würfelt*

.. gefällt dieser Text.

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larala unbekannt

larala

ist jetzt-Userin und hat diesen Beitrag verfasst.

Ich denk mir einfach im Schlaf eine neue Geschichte aus.