Das erste Mal
Die Frau: groß, schlank, blond, nett. Sie hat einen sympathischen Mann, wohlerzogene Kinder, ein schönes Haus mit Utensilien und Schmuckstücken, viele Folianten, einen perfekten Haushalt (kein Stäubchen), genug Geld.In ihrer freien Zeit engagiert sie sich im Ehrenamt. Bis auf ihre etwas extravaganten Hobbys (Segelflug und Jagen) eine ganz normale Frau.
Und vom Schicksal verwöhnt, könnte man sogar sagen.
Eines Tages (der selbstgeschossene Wildschweinbraten schmurgelt auf dem Herd, das Radio dudelt, die Küche ist schon wieder aufgeräumt) gerät diese Frau nun in einen ziemlich merkwürdigen Zustand. Vor Überraschung muss sie sich setzen. Sie spürt in sich hinein und betrachtet, was sie findet: Hunger (was natürlich kein Wunder ist, bei DEM Duft), Langeweile, Einsamkeit (und jaja, die ist IMMER verbunden mit Gier), aber neu- sie staunt (und kann es kaum fassen)- HASS.
Leider hat die Frau keine Zeit, über all das nachzudenken, denn es folgen in Sekundenschnelle körperliche Symptome (enger Hals, Übelkeit, Unruhe, eine grünliche Gesichtsfarbe). Das wird immer schlimmer. Unerträglich. Die Arme, sie läuft suchend in ihrer Küche hin und her, panischer Atem, verdrehte Augen, verkrampfte Muskeln, kaum auszuhalten - und endlich- als sie schon nicht mehr ein noch aus weiß, erspäht sie IHN, den Weberknecht.
Im Anschluss normalisiert sich alles ganz schnell.
(Ich muss das dazwischen nicht beschreiben, die pfeilschnell herausschnellende Zunge den Triumph in den schönen goldgrünen Augen das Knacken das wohlige Schmatzen den tiefen Seufzer die selige Entspannung die Befriedigung das GLÜCKSGEFÜHL?)
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Manchen geht es eben einfach "zu gut".
Ich hätte gar keine Zeit, eine Phobie zu entwickeln.








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16.12.2011 - 16:09 Uhr
rotfront