Oh mein Gott, du willst Kunst studieren?
Ein US-College nimmt Eltern aufs Korn, die ihren Kindern ein Kunststudium vermiesen wollen. Zurecht?
Angestrichen:I found this in your room, we need to talk.
Wo steht das?
Auf dem Motiv einer Anzeigenserie des College for Creative Studies in Detroit.

Um was geht es da?
Darum, dass es immer noch Durchsetzungsvermögen braucht, sich für ein Studium zu entscheiden, das mit Kunst zu tun hat, weil viele Eltern immer noch denken, dass alles Kreative den Mensch direktemang in die Sackgasse führt.


Die kleine Fotokampagne, die nur in Detroit zu sehen ist, wird viel gelobt, weil sie die Sorgen der Eltern angenehm überhöht. Je nach Motiv sitzen die Erwachsenen da und präsentieren ihre sorgenvollste Miene. Das wirkt überzeichnet, aber viele Kunststudenten kennen genau solche Reaktionen der Eltern. Die Gesichter werden zu Fragezeichen. Es gibt Geschichten von Eltern, die ihre Kinder mit hohem Aufwand von einer anderen Entscheidung überzeugen wollen. Wie zufällig tauchen dann Menschen aus dem entfernteren Bekanntenkreis im Haus auf, um mal, ganz nebenbei, von den Vorteilen und den Gestaltungsmöglichkeiten in einem Ingenieursstudium zu erzählen. Manche Eltern entwickeln wahrhaft missionarischen Eifer und reagieren auf die Ansage, Schauspiel oder Kunst oder Design studieren zu wollen so entsetzt, als gestehe Sohn oder Tochter eine schlimme Abhängigkeit von einer Droge. Auf solche Momente spielen die Kampagnenmotive an.
Selbstverständlich läuft es nicht in jeder Familie so ab und wahrscheinlich sind die Zeiten, in denen Eltern ihren Kindern den Beruf diktierten schon sehr lange vorbei. Und doch können viele Mütter und Väter das Misstrauen nicht verbergen, das sie beschleicht, wenn Tochter oder Sohn von einer kreativen Zukunft träumt. In einem Blog, der die Kampagne kürzlich aufgriff, kommentiert ein Künstler, dass die Nachdenklichkeit der Eltern durchaus angebracht sein könnte. Man solle sich sehr wohl überlegen, ob ein Kunststudium das richtige sei. Er glaubt nicht, dass es besonders klug ist, für 160.000 Dollar Studiengebühr vier Jahre an ein Kunst-College zu gehen. Er empfiehlt vielmehr, das Geld zu sparen und sich das Wissen auf eigene Faust anzueignen:
These ads can be taken the other way. You are gonna end up owing $160,000 for four years of art education that you won’t be able to pay back. Your credit will be ruined, You might spend so much time working other jobs to pay your debt back that you won’t be able to make art. Art isn’t a sham, art school is. Move to an urban center, go to galleries, use the internet, meet artists and do your research. A fraction of the cost of an art school education will take you further if applied to studio rent, supplies, and travel. This message has been brought to you by an artist who studied painting at a state public university on a full scholarship. If I had come out in debt, I wouldnt be able to make my own work and I wouldnt have started a gallery to show other artists work.
In Deutschland sind die Bedingungen andere, unter anderem deshalb, weil es keine derart hohen Studiengebühren gibt. Aber weniger Entschlossenheit kostet es wohl auch hier nicht, sich für das zu entscheiden, das man gerne macht – auch wenn die Aussichten auf ein geregeltes Einkommen alles andere als sicher sind. Mut war vermutlich schon immer eine typische Eigenschaft eines guten Künstlers.
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Wladimir_Putin sagte:
Frei nach Carl Valentin: Kunst kommt von Können und nicht von Wollen, sonst hieße es Wunst. Und wer was kann, egal ob als Ingenieur, Betriebswirt oder Künstler, der kommt damit auch weiter. Wer aber nur will, der bleibt auf der Strecke, selbst mit einem Absachluss in Jura.
Kunst kommt von Müssen. Es bedarf einer Dringlichkeit und einem von mir selbst gesetzten Sinn seinen Lebensentwurf danach auszurichten. Und wie soll jemand etwas können wenn derjenige es zuvor nicht gelernt hat bzw. ihm der Zugang zu einem Kulturzweig bisher verschlossen geblieben ist? Um eine Sache gut zu machen, dazu braucht es Erfahrungen, Erkentnisse und Menschen die einem das Handwerk beibringen. Alles was ein Studium bestenfalls ermöglichen muss. Auf einem von Gott gegebenen Talent würde ich mich nicht ausruhen. Überhaupt, diese Zuschreibung, dass jemand eines hätte und ein anderer eben nicht erscheint mir sehr vermeindlich.
Und zwar nicht weil Kunst bzw. ein Kunststudium an sich schlecht ist sondern weil weil ich will dass sie sich ernsthaft mit ihrer Studienfachwahl auseinandersetzen und natürlich auch damit sie sich an die Zukunft gewöhnen können. Können (und v.a. wollen!) sie mit wenig Geld auskommen oder wollen sie es sich "einfach" leisten und kaufen können?
PLAY TO YOUR STRENGTHS!
gamine sagte:
generell sollte man immer tun, was man tun möchte. wofür man ein faible hat und was einem spaß macht. wenn das kunst ist, dann sollte man auch kunst studieren und nicht bwl, nur weil man dann vielleicht mal mehr verdienen kann. irgendwie geht es immer weiter.
PLAY TO YOUR STRENGTHS!
ja. das kann man gerne ein paar jahre glauben - dann darf man aber auch nicht heulen, wenn man mit mitte 30 feststellt, dass man schlecht von gelegenheitsverträgen auf 750 euro basis ein leben aufbauen kann. dann ist es aber in der regel auch zu spät, noch etwas zu lernen, was genug geld und sicherheit bringen kann, eine familie zu ernähren.
anagramm sagte:
gamine sagte:
generell sollte man immer tun, was man tun möchte. wofür man ein faible hat und was einem spaß macht. wenn das kunst ist, dann sollte man auch kunst studieren und nicht bwl, nur weil man dann vielleicht mal mehr verdienen kann. irgendwie geht es immer weiter.
PLAY TO YOUR STRENGTHS!
ja. das kann man gerne ein paar jahre glauben - dann darf man aber auch nicht heulen, wenn man mit mitte 30 feststellt, dass man schlecht von gelegenheitsverträgen auf 750 euro basis ein leben aufbauen kann. dann ist es aber in der regel auch zu spät, noch etwas zu lernen, was genug geld und sicherheit bringen kann, eine familie zu ernähren.
ja, das problem an kunst ist nicht mit welcher wahrscheinlichkeit man keinen erfolg hat
das problem ist was die Konsequenzen davon sind.
IMHO sollte mab ein Kunststudium nur dan riskieren, wenn man ein weiteres Standbein bzw Talent hat mit welchem man Geld verdienen kann. odr wenn man richtig gut in kunst ist. also mindestens in den top 0.1 promille.
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15.12.2011 - 19:14 Uhr
alces