Der Demonstrant ist die Person des Jahres. Wen hättest du gewählt?
Das Magazin "Time" kürte gestern "The Protester", den Demonstranten, zur Person des Jahres. Eine gute Wahl?

„The Protester“, der Demonstrant, ist für die Redaktion des amerikanischen Magazins „Time“ die „Person des Jahres 2011“. Die Proteste, die zum arabischen Frühling führten, das Engagement der Occupy-Bewegung oder auch der Menschen in Moskau haben die Jury beeindruckt, wie hier ausführlich nachzulesen ist.
Seit mehr als 70 Jahren stellt das Magazin jedes Jahr Menschen oder Bewegungen oder sogar Dinge heraus, die die Welt nachhaltig beeinflussten, im Guten wie im Schlechten. 1938 war Adolf Hitler der „Mann des Jahres“, wie die Rubrik damals noch hieß. Fast alle amerikanischen Präsidenten wurden auf dem Titelbild des Magazins verewigt, Konrad Adenauer war dort ebenso zu sehen wie Queen Elisabeth. Irgendwann verwässerte die Definition und es wurden Gruppen ausgezeichnet - die Besatzung von Apollo 8 zum Beispiel, oder, 1975, die amerikanischen Frauen. 1982 wurde erstmals einem Ding zugestanden, die prägendste Rolle eines Jahres gespielt zu haben: der Computer wurde zur „Maschine des Jahres“. 1988 kürten die Redakteure gar die Erde zum „Planeten des Jahres“, weil sie in Gefahr sei. Im Jahr 2006 steht dann sogar „You“ auf dem Titel, als Referenz an all die Menschen, die miteinander das Web 2.0 gestalten.
Interessant ist die Diskussion, die das Magazin im Vorfeld der Entscheidung für den Demonstranten führte. Bei einer kleinen Podiumsdiskussion sprachen Prominente darüber, wen sie jeweils zur Person des Jahres wählen würden. Steve Jobs war großer Favorit und ein wahrscheinlich naheliegender Gedanke. Der Schauspieler Seth Meyers brachte Angela Merkel und Nicolas Sarkozy ins Spiel, die gemeinsam versuchen, die Schuldenkrise in Europa zu bewältigen. Natürlich wurde auch in jener Diskussion über den arabischen Frühling diskutiert. Kate Middelton hatte offenbar ebenso gute Karten wie Ai Weiwei.
An anderer Stelle wurde noch vor zwei Wochen gefragt, ob nicht das Pfefferspray von der Redaktion des Time-Magazins ausgezeichnet werden müsse. Ein Polizist hatte es während eines Occupy-Protests eingesetzt. Danach häuften sich die Meldungen über Menschen, die irgendwo in Amerika ein Pfefferspray nutzten. Wäre das eine zu bizarre Wahl gewesen? Wen hättest du an Stelle der Time-Redaktion ausgezeichnet?
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alces sagte:
18:00 und nur 280 Einschläge hier. Ohne Okka und die Leute, die über seine Stöckchen springen wären wir wohl gerade auf 250 gekommen.
Noch ist hier nicht Weihnachtspause, meine Damen und Herren!
ICH bin ja noch da. Aber mit MIR redet ja keiner. Vielleicht sollt ich auch mal das Klima leugnen.
alces sagte:
Die Figur ist doch nur verhüllt, damit sie gender-neutral und Scharia-konform ist. Man kann auch überinterpretieren...
stirnlappenbasilisk sagte:
schon klar, dass beim arabischen Frühling, in Libyen uns Syrien nicht alle ihr Gesicht fröhlich in die Kameras hielten, gell?
Ich finde nicht, dass ich überinterpretiere, aber ich mache mir vielleicht mehr Gedanken über Darstellungsweisen.
Das Bild könnte man bei anderer Gelegenheit auch für eine Kampagne "Schützen Sie sich gegen Handtaschendiebstahl!" verwenden.
Man kann sich ja auch mal fragen, was für Alternativen der Darstellung es gegeben hätte: Warum z.B. nicht eine Person im Ganzkörperbild, meinetwegen nur als Silhouette, mit einem Pappschild? Dann hätte man auch gleich die Aussage drin, dass es ja auch um Inhalte geht.
Warum aber eine vermummte Person, die einen aus nächster Nähe durchdringend anschaut? Aus dieser Perspektive und Nähe kriegt den Demonstranten ja nur einer zu sehen, und das ist der Polizist, kurz bevor's scheppert.
rotfront sagte:
nu ist das time magazin aber auch nicht die sz. in vielen ländern ist demonstrieren illegal und die leute deswegen vermummt.
MsAufziehvogel sagte:
vielleicht ist das aber auch der hinweis darauf, dass man doch eher die meint, die um ihr leben fürchten müssen, würden sie auf einer demo erkannt.
Nun ist dieses Voting aber ja als eine Würdingung aller Demonstrierenden, auch derer in freien Staaten gemeint, also auch derer in Ländern mit Demonstrationsfreiheit und/oder Vermummungsverbot. Und das Vermummtsein als Zeichen bürgerlichen Protests zu sehen, das ist mir eben zu klischeehaft und auch nicht sehr positiv. Wie würde das dann aussehen, wenn man den Polizisten zu Person des Jahres erklären würde? Mit Sturmhaube und Schlagstock? Die Polizeigewerkschaften wären empört.
rotfront sagte:
demo-touristen und mitläufer sind überall dabei. auch in bengasi und kairo. aber das heißt doch nicht, dass man nicht mehr demonstrieren darf, um nicht mit denen in einen topf geworfen zu werden.
Ich sage ja auch nicht, dass man nicht demonstrieren soll. Aber man soll sich nicht auch noch mit Freuden in den Klischees zeigen, die andere einem überstreifen.
rotfront sagte:
und deswegen denkst du jetzt auch so?
isjaschön.
Nein, so denke ich nicht. Ich versuche nur, Dir klarzumachen, dass die Sichtweise der Bevölkerung auf die Protestbewegungen nicht immer positiv war, bzw. auch jetzt nicht immer ist. Ich war selbst schon auf etlichen Demonstrationen. Und ich hab auch mein Fett wegbekommen, das kann ich Dir sagen. Auf der Demo von den BulPolizisten und danach von Eltern, Lehrern, Arbeitgebern etc.
15.12.2011 - 18:34 Uhr
eisengrau
alces sagte:
wollmops sagte:
alces sagte:
Samstag wird sich saufen wohl nicht vermeiden lassen, schätze ich. Aber dann ist wieder gut bis Silvester.
*fühlt dem Elch die Stirn*
Nein, ganz ohne Witz. Außerdem: wenn ich "Saufen" sage, ist damit eine gegenüber der landläufigen Definition deutlich eskalierte Sache gemeint. Das muß nicht so oft, es ist ja auch nicht jeden Tag Tsunami.
oookaaayyy. meine kavallarie ist bereit.
Alle islamischen Länder sind unser Vorbild. Die islamischen Machthaber können schon per se; keine schlechte Menschen sein, weil sie in akkustischer Reichweite einer Moschee leben. Und der Islam, bedeutet um so mehr Frieden.
Es werden nur gelegentlich Schuhe, als rationeller Protest im Einwegverfahren geworfen.
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15.12.2011 - 18:08 Uhr
alces
Noch ist hier nicht Weihnachtspause, meine Damen und Herren!