09.12.2011 - 18:30 Uhr

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Wie reden wir eigentlich miteinander?

Text: dirk-vongehlen

Um die Debattenkultur im Netz zu heben, hat die Piratenpartei die SGShitstorm gegründet

Angestrichen:
Es geht darum, dass der Tonfall einer Diskussion weniger aggressiv und verletzend sein soll. Wenn man der Meinung ist, dass jemand etwas falsch gemacht hat, kann man darauf auch auf eine etwas neutralere Art hinweisen.

Wo steht das denn?
Auf der Website der Piratenpartei. Dort hat sich in dieser Woche die "Support-Group-Shitstorm" gegründet, die für ein besseres Diskussionsklima im Netz sorgen will. Denn auch wenn die Piraten gerade sehr daran arbeiten, ihr Image als reine Netzpartei zu verlieren - ihre parteiinterne Meinungsfindung findet im Netz statt. Und trifft dort auf netztypische Phänomene - wie zum Beispiel das inhaltliche und stilistische Entgleiten von Debatten. Das nennt man gemeinhin Shitstorm und wer es schon mal erlebt hat, weiß: Ein Shitstorm ist kein Spaß.

Deshalb will die SGShitstorm frühzeitig aktiv werden und dem Aufkommen derart unangenehmer Stürme vorbeugen. Aber auch in einer entgleitenden Auseinandersetzung wollen die Piraten zur Stelle sein. Damit bedienen sie eine schöne Parteitradition, die Anfang des Jahres bereits mit dem Telefon des Zorns begonnn wurde.



Gemeinsam ist diesen Aktionen der Wunsch nach einer zivilisierten Auseinandersetzung im Web. Um die zu erreichen, braucht es auch im Netz Mut. Der Berliner Webdiskutant Johnny Haeusler sprach deshalb unlängst von digitaler Zivilcourage, die gefordert sei, wenn man zum Beispiel rassistische Kommentare lese. Ausgelöst wurde die Forderung von einem Beitrag des britischen Autoren JF Derry, der über rassistische Ausfälle in der Londoner U-Bahn und die Reaktionen unter einem dokumentierenden YouTube-Video schrieb (hier eine deutsche Übersetzung).

Derry hatte darauf hin dazu aufgefordert, dem nicht tatenlos zuzusehen, sondern sich zur Wehr zu setzen. Seine Anregungen zur digitalen Zivilcourage hat er mit einer Leitlinie zum engagierten Netzverhalten unterfüttert. Er beschreibt sehr detailliert, wie man sich gegen neo-nazistische Inhalte auf YouTube wehren kann. Denn die Frage, die Johnny Haesuler so formuliert, stellt sich für jeden, der im Netz surft: "Übernehmen wir also bewusst aktive Verantwortung für unsere digitale Umgebung?"

Jana Herwig hat diese Verantwortung übernommen. Vor über einem Jahr hat sie die Kampagne A Comment a day gestartet. Mittlerweile scheint das Projekt zu ruhen. Aber es bleibt wichtig, auf derartige Aktionen hinzuweisen. Völlig egal, ob man die Piratenpartei mag oder nicht.

Denn das, was die Support-Group-Shitstorm da etwas ungelenk formuliert, ist ein Ziel, das jeder haben sollte, der an guten Debatten im Netz interessiert ist: "Wir wollen darauf hinarbeiten, dass einen Shitstorm zu veranstalten nicht mehr angenehm, cool und lustig ist, sondern dass es einen Lerneffekt gibt und wir alle für einen weniger aggressiven Diskussionsstil sensibilisiert werden, so dass wir uns einsetzen, wenn wir Zeugen werden und die Betroffenen unterstützen können."





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Digital_Data
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Mag ich Mag ich nicht

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10.12.2011 - 14:10 Uhr
Digital_Data

Wundert nicht wirklich, dass hier noch kein Kommentar steht.

Digital_Data

JosephineKilgannon
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Mag ich Mag ich nicht

2

10.12.2011 - 23:54 Uhr
JosephineKilgannon

Digital_Data sagte:
Wundert nicht wirklich, dass hier noch kein Kommentar steht.

Digital_Data

warum?

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Mag ich Mag ich nicht

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11.12.2011 - 08:31 Uhr
Digital_Data

@JosephineKilgannon

Es gibt immer was zu verbessern und auch auf Jetzt.de gibt es ja die Probleme, siehe Ignorierbutton. Eigentlich wäre dieser Text ein gelungener Ansatz für eine Kosmos-Diskussion.

Digital_Data

drolli
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11.12.2011 - 09:30 Uhr
drolli

Digital_Data sagte:
@JosephineKilgannon

Es gibt immer was zu verbessern und auch auf Jetzt.de gibt es ja die Probleme, siehe Ignorierbutton. Eigentlich wäre dieser Text ein gelungener Ansatz für eine Kosmos-Diskussion.

Digital_Data


Naja. Ich habe eigentlich das Gefuehl dass wenn es zu rassistischen, sexistischen etc. Auswuechsen kommt hier auch ganz gut jenseits des ignorierbuttons reagiert wird. Ausserem finde ich dass der schon was gebracht hat.

Es ging bei dem ja nicht darum missliebige Meinungen auszublenden sondern Trolle und redundante off-topic poster loszuwerden. Ich habe auch das Gefuehl dass der schon was gebracht hat. Bei einigen Leuten hat sich das Verhalten schon geaendert, wohl wegen weniger resonanz auf ihre Flames. Ich zumindest habe von den maximal 47 durch mich ignorierten Benutzern schon 3 wieder zugelassen.

vaus
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1

11.12.2011 - 13:03 Uhr
vaus

ich hoffe dieser ansatz ist nicht nur gut gemeint.
das problem bleibt doch, dass die einsamkeit vor dem monitor eine art systemverstärker darstellt für alle ressentiments die man (ich inbegriffen) ohnehin hat.
und dann gibt es noch die, die das kompensatorisch benutzen, um richtig die sau rauszulassen.

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11.12.2011 - 13:33 Uhr
Digital_Data

@drolli

Es geht ja nicht nur um die Trolle, es geht um den Umgang insgesamt.

Digital_Data

Verkackter_Spiesser
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11.12.2011 - 16:08 Uhr
Verkackter_Spiesser

Digital_Data sagte:
Es geht ja nicht nur um die Trolle, es geht um den Umgang insgesamt.

na das sagt der richtige!

Digital_Data
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11.12.2011 - 16:31 Uhr
Digital_Data

@Verkackter_Spiesser

Zumindest beleidige ich hier niemand, damit bin ich ja schon mal etwas weiter als ein nicht unerheblicher Teil hier. Und das läuft hier ja sogar unter Artikeln, die über Personen gehen, die dann beleidigt und gebasht werden. Und absichtlich wütend machen tue ich hier auch neimand, wie das manche hier sogar offen zugeben.

Digital_Data

Verkackter_Spiesser
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Mag ich Mag ich nicht

0

11.12.2011 - 18:16 Uhr
Verkackter_Spiesser

Digital_Data sagte:
Zumindest beleidige ich hier niemand, ...

das sehen die meisten hier aber ganz anders. aber ich vermute, du selbst merkst es gar nicht, wie du andere beleidigst. also kannst du nichts dafür.

Digital_Data
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Mag ich Mag ich nicht

0

11.12.2011 - 18:50 Uhr
Digital_Data

@Verkackter_Spiesser

Bei der Sex-Frage mit den Kondomen waren beispielsweise mehrere andere User genau dieser Meinung. Das passiert gerade bei Redax-Texten des öfteren, dass ich von anderen verteidigt werde bzw. andere der Meinung sind, dass der Umgang mit mir nicht okay wäre. Nur weil man sich in der Gruppe befindet, heißt das nicht, dass das Verhalten dadurch legalisiert wird.

Digital_Data

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dirk-vongehlen

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.