Wischen impossible
Taschentücher, eingetrocknete Flecken, Duschfanatiker: Wir haben über das Unausprechliche nachgedacht. Das, was nach dem Sex kommt.
Man sieht es nie in Filmen. Nicht mal in Pornos. In Aufklärungsbüchern steht nichts darüber und die beste Freundin schneidet das Thema auch nicht an. Es ist womöglich also das letzte Tabu beim Sex: Hinterher aufräumen. Das klingt ja nicht nur so, es fühlt sich auch so an, wie wenn nach einer rauschenden Party die Lichter angehen. Man ist nicht nüchtern sondern noch wohlig berauscht, aber man macht oder zumindest denkt trotzdem ernüchternde Dinge: Flecken auf dem Bettlaken, Entsorgung von Verhütungsmitteln, Taschentuchbedarf. Wie kriegt man diese Erfordernisse jetzt auf die Reihe? Wir haben die gängigsten Möglichkeiten unter die Lupe genommen.
Kleenex
Irgendwie hat das Wort Kleenex schon so einen Klang nach Befleckung, genau wie die verdächtige Packung Taschentücher auf den Nachtkästchen von Junggesellen. Aber es ist unbestreitbar praktisch für das, was nach dem Sex kommt. Jedenfalls dürfte es das häufigste Verhalten der Alltagssexualität sein: Nach einer pietätvollen Zeit des Ausatmens, „Ojojojoj“-Sagens und wohligen An-die-Decke- Starrens, wird neben dem Bett nach den Taschentüchern getastet und zwar bevor alle involvierten Textilien verklebt sind. Die Taschentuch-Etikette unter zufriedenen Paaren sieht vor: Jeder kriegt erstmal eines und dann wird nach aktuellem Bedarf entschieden. Wenn nur noch ein Taschentuch vorhanden ist, haben die Damen natürlich ein Vorrecht darauf. Bedenklich wird es spätestens dann, wenn man den Sex zwischendurch abbricht, weil kein Taschentuch für Hinterher bereit steht. Küchenrollen erfüllen den Zweck natürlich auch, rücken das Ganze aber schon stark in Richtung ehelicher Pflichten.

Stumm aufs Klo verschwinden
Bisweilen teilt man das Bett ja auch mit Menschen, von denen man noch nicht alles weiß und deswegen auch keine Ahnung hat, wie sie es mit den Sekreten halten. Keinesfalls möchte man da nach getaner Arbeit irgendwie ungut auffallen und wartet deswegen erstmal ab, auch wenn man nicht vergessen hat, dass irgendwo in den Tiefen des Bettes eine mäßig gefüllte Latexhülle herumsuppt. Natürlich kann man darüber hinwegsehen, vor allem wenn es nicht das eigene Bett ist, aber es gibt auch Fälle, in denen es das nicht wert ist. Dann verabschiedet man sich eben erstmal förmlich aufs Klo und sammelt unterwegs Kondome, Kleidungsstücke und brisant brennende Kerzen ein und versorgt im Klo alles was tropft. Damen in feinen Hotels und feinen Ländern sollen wohl in diesen Momenten ein Bidet benutzen. Nachteil: Meist hat man dann auch nicht mehr so richtig Lust in den Sündenpfuhl zurückzukehren. Oder der Partner ist beleidigt, weil man nicht gleich weitergeschraubt hat.
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