Alles klar zum Entern?
Ein orangefarbenes Taschenbuch versucht sich an der Einordnung des wortreich besprochenen und kaum verstandenen Phänomens Piratenpartei
Angestrichen:Einverstanden, dass der Parteiname "Die Piraten" ein absolut lächerlicher ist?
Ja.
Wo steht das denn?
In einem Interview, das Moritz von Uslar mit Andreas Baum, dem Spitzenkandidaten der Berliner Piraten geführt hat. Das Gespräch ist zunächst im Zeit-Magazin erschienen und kann jetzt in dem Buch Die Piratenpartei: Alles klar zum Entern? nachgelesen werden. Das von Friederike Schilbach herausgegebene Buch versammelt Beiträge von Piraten und über Piraten, die alle der Frage nachgehen: Was passiert da eigentlich gerade mit der Piratenpartei?

Wobei man - nach der Antwort von Baum - zunächst mal fragen müsste: Wieso eigentlich "Piraten", wenn schon der Spitzenkandidat den Namen nicht mag? Die Frage bleibt leider unbeantwortet, wie man dem Buch auch in Gänze anmerkt, dass es eher eilig zusammenfassen will, was gerade diskutiert wird - und nicht in Ruhe analysieren, was all das denn heißen könnte. Bücher, die Letzteres tun, werden sicher erscheinen. Aber erst nachdem man ein Weihnachtsgeschenk für den politikinteressierten aber netzskeptischen Onkel finden musste. Dafür nämlich eignet sich diese Momentaufnahme - wie es im Vorwort heißt - ganz hervorragend: Denjenigen Menschen ein Bild davon zu geben, was die Piratenpartei wohl ist, die sich nicht beständig mit ihren Themen befassen.
Für dieses Bild scheint der Abend des 21. September von entscheidender Bedeutung gewesen zu sein: Gleich zweimal wird der Auftritt von Christopher Lauer in der Sendung Anne Will herangezogen, um zu erläutern, was die Piraten mit dem politischen Berlin anstellen.
Der heutige Berliner Landtagsabgeordnete lieferte damals nicht nur die Vorlage für ein kleines Internet-Meme, er zeigt auch, dass Piraten schlagfertig und irgendwie anders sein können. Dieses "irgendwie anders" durchzieht die Texte, die Schilbach versammelt. Erstaunlich ist dabei, wie facettenreich dieses Anderssein ist. Und während man sich durch die Texte über Genderfragen oder Finanzpolitik liest, stellt man fest: Vielleicht ändert der Einzug der Piraten ins Abgeordnetenhaus doch mehr als das Farbenspiel im Roten Rathaus. Dieser Option nähert sich das Buch auf eine lesenswerte Art an. Dabei stört es auch gar nicht, dass ein Großteil der Texte - wie das eingangs zitierte Interview - schon veröffentlicht ist bzw. online noch nachzulesen ist. Man könnte sich zwar Juli Zehs Piratenanalyse, Teresa Bückers Text zum Geschlechterdeterminismus oder Julia Schramms Beschreibung des Piratenwerdens auch im Netz durchlesen. Aber die Sammlung auf Papier macht die Lektüre bequemer und versammelt einige weitere wichtige Texte in Buchform.

Einziger Wehmutstropfen: Einer der besseren Texte zur neuen Bewegung wird nur im Vorwort erwähnt, aber nicht gedruckt. Er erschien ebenfalls am 21. September 2011, am Tag der erwähnten Anne Will-Sendung. Er trägt den Titel Wo der Piratenschatz wirklich liegt, stammt von Sascha Lobo und steht passenderweise im Internet. Wo auch sonst.
- Duale Studiengänge auf dem Vormarsch 18.05.2012
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- Von Nerds und Neurotikern 06.04.2012
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29.11.2011 - 19:52 Uhr
alcofribas
kubjo sagte:
Eine Artikel mit einem Schreibfehler zu beginnen ist nervig, da hat man schon nach dem ersten Wort keine Lust weiter zu lesen!
Hast du dich etwa extra angemeldet, um uns das mitzuteilen?








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29.11.2011 - 19:03 Uhr
synthie_und_roma
http://bit.ly/vzXIxl