Offener Brief an Frau Knobloch
Sehr geehrte Frau Knobloch,
vielen Dank zunächst einmal für Ihren offenen Brief. Für mich als Piraten ist ein Brief natürlich ein sehr altmodischer Weg der Informationsübermittlung. Wir selbst nutzen dazu eher E-Mail oder Facebook-Direktnachrichten. Ich freue mich jedoch sehr, dass sie sich freuen über den Einzug einer neuen jungen Politiker-Generation in ein deutsches Parlament. 30 Jahre nach den Grünen weht nun ein frischer Wind durch die Parlamentarier-Bänke. Endlich könnte man auch sagen.
Leider gehören aber auch sie zu denjenigen, die sich über meinen Kleidungsstil aufregen. Zuerst haben alle über meine Latzhose gelästert. Außer der "Verband der deutschen Latzhosenfreunde e.V." der mich zum Latzhosenmann 2011 gewählt hat. Ich trage gerne Latzhose, weil sie bequem ist und viele Taschen hat, in denen ich Lakritzschnecken - meine Lieblingssüßigkeiten - transportieren kann. Für mich ist die Latzhose die Mutter aller Hosen. Nie würde ich eine andere Hose tragen wollen. Nur mal so.
Jetzt hat sie aber weniger mein Beinkleid erregt, als mehr meine Kopfbedeckung. Das Palästinensertuch schmückt meinen Kopf, seit ich 18 Jahre alt bin. Damals habe ich schon meine ersten Haare verloren und brauchte einen zweckmässigen Schutz meiner Kopfhaut vor Sonnenbrand. Damals griff ich zum Palästinensertuch, weil es modisch war und durch 100% Baumwolle auch sehr hautsympathisch. Ich schwitze darunter nicht so sehr, was gut ist wenn Menschen einem sehr nah kommen und Schweißgeruch wahrnehmen.
Natürlich habe ich den Konflikt zwischen Israel und Palästina mit Spannung am Fernseher verfolgt. So manche Tüte Lakritzschnecken habe ich bei den diversen ARD Brennpunkten zum Nahen Osten verputzt. Was war das aber auch mitreissend! Etliche israelische Friedensinitiativen wie der 1. und der 2. Libanonkrieg, die Luftangriffe auf den Gaza-Streifen oder die Erstürmung von Schiffen mit Hilfslieferungen sorgte für nachhaltige Entspannung.
Vor allem den jüdischen Siedlungsbau betrachte ich gespannt ich auch aus architektonischem Interesse. Und die Mauer zur Abriegelung der Palästinensergebiete hätte ja auch ein Walter Ulbricht nicht viel besser hinbekommen. Überhaupt scheint mit jedem Jahr der Frieden zwischen Israel und den Arabern näher zu rücken. Mit dem Palästinensertuch möchte ich meine Verbundenheit mit den Israelis UND den Arabern zeugen.
Wussten sie Frau Knobloch, dass sich Juden und Araber eigentlich viel ähnlicher sind als alle denken? Was bei den einen Halal ist ist dem anderen koscher. Und umgekehrt. Es ist ein bisschen wie mit den Deutschen und den Holländern, die mögen sich ja auch nicht, dabei sind sie sich so ähnlich. Daher werde ich mein Palästinensertuch weiter tragen, denn vielleicht werde ich ja auch dann vom "Verband deutscher Palästinensertuchfreunde e.V." zum Palästinensertuchträger 2011 gewählt. Die Auszeichnung kommt im Billy-Regal gleich neben die vom Latzhosenmann und der Tüte Lakritzschnecken.
In diesem Sinne einen gesegneten Sabbat
Ihr
Gerwald C. Brunner
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murximurx sagte:
"Sie" in der Anrede schreibt man gross, Sie Esel.
In 'Anrede' ist gar kein 'SIE' drin...
Da merkt man, auch der beste Piratenkapitän shangheit seine Mannschaft und muß dann mit dieser die Meere bemeeren.








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04.11.2011 - 17:27 Uhr
plomlompom
"Ich habe keinen offenen Brief an Frau Knobloch geschrieben! Ich ersuche den Urheber von http://bit.ly/tNT3ZK sowas zu unterlassen. Danke!"
( https://twitter.com/RealDeuterium/status... )