Ein Text aus dem Magazin "jetzt Schule&Job"

29.09.2011 - 18:30 Uhr

6 28 Über Twitter weiterempfehlen

Die Willkommenen

Text: jan-stremmel - Foto: Fritz Beck

Überall fehlen Auszubildende, in München ganz besonders. Die Stadt ist einfach zu teuer, wer mag da schon seine Lehre machen? Eine Woche mit Dzihad aus Sachsen-Anhalt, Kochlehrling im Luxushotel.

München ist freundlich, da kann Dzihad gucken, wohin er will. Kurz nach seiner Ankunft hat er sich in der Innenstadt verirrt, und die Passanten erklärten ihm geduldig den Weg. Heute Morgen, zum Beginn seines ersten Arbeitstags als Koch, überreichte ihm der Ausbilder eine kleine orangefarbene Schultüte, gefüllt mit Gummibärchen und Traubenzucker. Und als ihm später beim Nachfüllen des Frühstücksbuffets der Joghurt überschwappte, zwinkerten ihm die anderen Köche freundschaftlich zu. „In München“, sagt Dzihad, „wirst du nicht allein gelassen.“

Es ist ein heißer Nachmittag im August, die Sonne brennt auf die Stadt, akkurat gestutzte Buchsbaumkugeln zieren die Einfahrt des Luxushotels, in dem Dzihad nun arbeiten wird. Vor dem Haus rühren Männer in weißen Oberhemden in ihrem Cappuccino, hinter dem Haus zieht Dzihad die Mitarbeitertür ins Schloss und seinen Anglerhut in die Stirn. Es ist sein erster Feierabend, keine hundert Meter Luftlinie entfernt baden die Münchner in der frisch renaturierten Isar. Dzihad weiß nichts von den Isarauen, einen Stadtführer hat er noch nicht gelesen.

Dzihad.

Dzihad, 22, ist gebürtiger Kosovo-Albaner. Vor drei Tagen ist er aus Zeitz in Sachsen-Anhalt nach München gezogen, mit drei Koffern, auf dem Rücksitz einer Mitfahrgelegenheit. Er kommt nicht wegen des Sommers, nicht für die Parks oder wegen der Biergärten. Er kommt, um Koch zu werden. Damit ist Dzihad ein kleiner Glücksfall für München, denn Menschen wie er fehlen der Stadt. Es fehlen Auszubildende.
Der Weg zu Dzihads Wohnheim führt durch den Stadtteil Haidhausen. Er läuft vorbei an renovierten Altbauten, an Kitas und an einer französischen Vinothek, in der das Hauptgericht 17 Euro kostet. München mangelt es an wenig. Löhne und Lebensstandard sind hoch, die Arbeitslosigkeit niedrig wie fast nirgends in Deutschland. Die Stadt ist das, was Claudia Baubkus von der Arbeitsagentur München einen „genialen Wirtschaftsraum“ nennt. Baubkus ist Expertin für den Ausbildungsmarkt, sie erklärt, dass München „einen hervorragenden Branchenmix“ biete. Unternehmen aller Sektoren lassen sich hier nieder und wirken wie Magneten auf gut ausgebildete Menschen aus ganz Deutschland. Allein: Eine Stadt braucht nicht nur Akademiker. Sie funktioniert nur dann, wenn es auch Menschen gibt, die Straßen teeren, Brezen backen und S-Bahnen steuern.

Über 12.000 freie Ausbildungsstellen meldeten Münchner Betriebe im Jahr 2010 bei Claudia Baubkus. Doch die Zeiten sind vorbei, als ein Meister aus dreißig Bewerbern den besten Lehrling wählen konnte. Der demografische Wandel dampft die Zahl der Schulabgänger ein. Und die überlegen sich dreimal, ob sie sich das Leben im teuren München leisten können. Als im Herbst alle Jugendlichen in Claudia Baubkus’ Bewerber­kartei einen Ausbildungsplatz hatten, standen in der Datenbank immer noch mehr als 1000 Stellen, für die es keine Kandidaten gab. Der Rohstoff „Azubi“ wird überall knapp, manche Unternehmen werben schon in Tschechien oder Bulgarien um Auszubildende. In München ist es noch nicht so weit. Die Betriebe haben allerdings erkannt, dass sie nicht mehr so wählerisch sein dürfen. Mit Unterstützung der Arbeitsagentur stellen Unternehmen heute immer häufiger Jugendliche mit schlechteren Noten ein. Auf Probe. Claudia Baubkus nennt das „eine Brücke in die Ausbildung“ für diejenigen, die früher keine Chance gehabt hätten. Die Erfolgsquote dieses Programms liege bei 60 Prozent, sagt sie. Vor Kurzem ist einer der Teilnehmer, ein Junge ohne Hauptschulabschluss, bester Malergeselle seines Jahrgangs geworden.

Ein anderer Tag in München. Im Wartezimmer der Arbeitsagentur, dritter Stock, Abteilung „U25“, ruft eine Beraterin Dzihads Namen. Woher er komme, fragt sie, was für eine Ausbildung er hier mache – „Koch, wie schön!“ – und ob er irgendwelche Probleme habe, so ganz neu in der Stadt? „Nein“, sagt Dzihad. Alles bestens. Nur das Geld der Ausbildungsbeihilfe, das bräuchte er bitte bald. Die Beraterin reicht ihm einen Packen mit Formularen. Im ersten Lehrjahr verdient Dzihad 570 Euro brutto im Monat. Kaum genug für ein Leben in München. Deshalb beantragt er die „Berufsausbildungsbeihilfe“. Das ist Geld, das die Abteilung von Claudia Baubkus an Lehrlinge zahlt, die von ihrem Gehalt allein nicht leben können. Etwa 680 Euro, das hat Dzihad im Internet ausgerechnet, müssten ihm monatlich zustehen. Bis das erste Geld auf seinem Konto ist, wird er einen Kredit aufnehmen. Auch dafür hat ihm die Beraterin das passende Formular gegeben. In der Arbeitsagentur kennt man die Probleme der Münchner Lehrlinge.

Am Abend tritt Dzihad ins Foyer seiner neuen Bleibe. Das katholische Wohnheim Salesianum, kurz Sales, ist ein verwinkelter vierstöckiger Bau mit Schwimmbad, Turnhalle und riesigem Sportplatz, über dem ein weißer Kirchturm in den Himmel ragt. Im Foyer riecht es nach Automatenkaffee, der bärtige Pförtner spielt Gitarre und singt aus voller Kehle einen Song von Tom Petty.

Von den immer weniger Jugendlichen, die für ihre Ausbildung nach München kommen, findet man im Sales sehr viele auf einem Fleck. 127 Auszubildende zwischen 16 und 23 Jahren leben hier. Viele haben, wenn sie einziehen, noch nie außerhalb ihres Elternhauses gelebt. Pater Stefan Stöhr leitet das Wohnheim, ein 40-jähriger Mann mit wachem Blick und einem Kugelschreiber in der Hemdtasche. „Das Sales“, sagt er, „bietet den Jugendlichen mehr als nur ein Bett und ein Dach überm Kopf. Nämlich eine Heimat, ein Heimkommen.“ Nach einem neunstündigen Arbeitstag wartet auf die Azubis hier nicht nur ein warmes Essen im Speisesaal. In den Wohngruppen haben sie mit den Sozialpädagogen auch immer einen „Andockpunkt“, wie Pater Stöhr sagt. „Oft hilft es einem Jugendlichen schon, wenn abends jemand fragt: War der Tag gut, war er schlecht? Ist dir der Meister auf die Füße gestiegen?“

Stöhr weiß auch um die schwierige finan­zielle Lage, in der viele Azubis in München sind, „schließlich will ich mir ja das leisten, was ich um mich herum sehe“: Autos, iPhones, Markenklamotten – mit einem Lehrgehalt stoße man da schnell an Grenzen. Das kostenlose Freizeitprogramm ist deshalb einer der wichtigsten Pfeiler im Sales. Es gibt Basketball- und Kegelturniere, einen Billard- und einen Kraftraum, in der Lounge im Erdgeschoss läuft jeden Abend Fußball auf der Leinwand. So kann nach Feierabend jeder Bewohner etwas unternehmen, selbst wenn er schon Mitte des Monats pleite ist.
In Dzihads Zimmer, dritter Stock, hinten rechts, liegt auf dem Boden vor dem Bett ein Stück Heimat. Es ist ein weinroter Teppich, etwas größer als ein Fußabstreifer, ein paar weiße Flusen haben sich im Stoff festgetreten. Der Teppich zierte jahrelang die Wohnung seiner Eltern, begleitete die Familie auf jedem der sieben Umzüge quer durch Deutschland, und wenn jetzt in München morgens um 4.20 Uhr der Funkwecker und drei Minuten später der Handyalarm Dzihads Tag beginnen lassen, ist der Teppich das Erste, was seine nackten Fußsohlen berühren. Sonst erinnert hier nicht viel an daheim. Im Regal stehen eine angebrochene Flasche Weichspüler und sieben Staffeln Two and a Half Men. Auf dem Flur riecht es nach Sport-Duschgel. Es ist 17 Uhr, Feierabend für die meisten Sales-Bewohner. In kurzen Sporthosen trotten sie in den Aufenthaltsraum neben Dzihads Zimmer und lassen sich in die Sofas fallen. Am Tisch sitzt Simon, 19, und löst ein Kreuzworträtsel. Er hat Kaffee aufgesetzt, das heiße Wasser tröpfelt durch das Pulver, Simon weiß, wie müde die Mitbewohner nach einem Arbeitstag sind. Er ist bald ausgelernter Steinmetz, er lebt seit drei Jahren hier und damit fast am längsten von allen. Für Simon ist das Sales wie eine zweite Familie. Er kommt aus der Nähe von München, aber daheim, erzählt er, habe es früher oft „geknallt“, deshalb war das Wohnheim die beste Lösung, als er 16 war und seine Lehre begann. Die Gemeinschaft in der Wohngruppe, die pädagogische Betreuung, „nicht aufdringlich, sondern locker – das prägt dich fürs restliche Leben“. An das Leben mit Lehrlingsbudget hat er sich gewöhnt, auch daran, sagt er, dass ihn nachmittags, wenn er mit den Kollegen nach neun Stunden auf der Baustelle staubig und verschwitzt im Transporter sitzt und zurück in die Werkstatt fährt, auf der Leopoldstraße schon mal fünf Porsche hintereinander überholen. Mit den Jahren hat er sich eine pragmatische Sicht auf die Stadt antrainiert. Statt wie die Gesellen mittags in der Metzgerei acht Euro für Essen auszugeben, geht Simon einmal pro Woche in den Supermarkt und nimmt sich morgens belegte Vollkornbrote mit auf den Bau. „Man muss halt ein bisschen rechnen.“

Einen Stuhl weiter streicht Philipp Nutella auf eine Semmel. Er ist 16 und lernt Konditor bei einer Münchner Feinkostkette. „Ich frag mich schon oft, wie das funktioniert“, sagt er und hält inne – „dass die Münchner so viel Geld haben!“ Vier Euro für ein Bier, in Münchner Kneipen eher normal, das gebe es nicht, daheim im Bayerischen Wald. Er schüttelt den Kopf, und neben ihm tut Martin, 19, das Gleiche. Auch er kennt das München-Dilemma. Martin ist frisch ausgelernt und wurde von seinem Betrieb, den Stadtwerken, sofort übernommen. Ihn stören „die vielen Leute, die sagen: Ich hab, ich kann, ich bin.“ Aber auch er hat sich arrangiert. In seiner Heimat in Sachsen, sagt Martin, verdiene ein Facharbeiter gerade so viel wie ein Azubi hier – und das ohne Aufstiegsperspektive. „München ist schön, die Arbeit ist hier“, sagt er und zieht eine Schulter hoch. „Und die richtigen Leute findet man immer irgendwie.“ Alle am Tisch nicken.

Ein paar Tage später läuft Dzihad im Muskelshirt zum Kraftraum. Er weiß, auch wenn er viel zwischen Küche und Buffet hin- und herlaufen muss: Die Arbeit als Koch kann schnell dick machen. Der Trainer im Salesianum soll ihm deshalb einen Fitnessplan entwerfen. Wenn ihm im Treppenhaus jemand entgegenkommt, ruft er schon „Servus“ – wie die Münchner Kollegen in der Küche. In den ersten Tagen, sagt er, hätten ihn viele wegen seiner sächsischen Sprachfärbung nicht verstanden. Seitdem achtet er darauf, statt „nicht“ nur noch „ned“ zu sagen, statt „das“ nur noch „des“, statt „ich“ nur noch „i“. Ein kleines bisschen, sagt er, sei er angekommen in der neuen Stadt. „Wenn sich jetzt noch die Beine an die Arbeit gewöhnen“, sagt Dzihad, „dann passt des.“


Neue Magazin-Texte:

Mehr Texte von jetzt.de liest Du jeden Montag in der Süddeutschen Zeitung - außerdem dienstags im Lokalteil der SZ. Du kannst die SZ zwei Wochen kostenlos testen - du musst nicht einmal kündigen!

Textoptionen
Mehr Texte von
jan-stremmel
Mehr Texte zum Label
Schule_und_Job
Text Freunden empfehlen Text drucken Text melden
Der Text gefällt Dir?
Lesenswertpunkt schenken
Fehler gefunden?
Report an Error
Hier bei jetzt.de anmelden,
Texte schreiben und kommentieren.
28 Kommentare

speichern

Alle Kommentare anzeigen

emaliavonedelschoen
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

26.09.2011 - 22:04 Uhr
emaliavonedelschoen

schön zu lesen.

Dienstmercedes
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

29.09.2011 - 18:32 Uhr
Dienstmercedes

Lehrjahre sind keine Herrenjahre.

burgos
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

1

29.09.2011 - 20:45 Uhr
burgos

Schöner Name

Minibiber
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

29.09.2011 - 21:59 Uhr
Minibiber

Nieder mit diesen Unterhemden!

keos
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

29.09.2011 - 22:18 Uhr
keos

toller text, spannender einblick.

schokoprinzessin
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

29.09.2011 - 22:27 Uhr
schokoprinzessin

Warum nur fühlt man sich beim Lesen dieses Textes als ob es um Asylanten geht, die arm und verlassen in einem fremden (Bundes)land einen Job machen, den sonst keiner machen möchte?

Klar, es ist nicht viel Geld und das Leben ist schwer. Aber ich hatte als Student auch nicht viel Geld (und danach leider ebenso :)

Sicher ist das nicht das Gleiche und ich finde es bemerkenswert, daß sich die Lehrlinge nicht beschweren. Sie haben eine gute Zukunftsperspektive, wie schon der Text sagt: Jemand muss auch die Brezn backen und das Haus decken.

Daher glaube ich fast, der Text hat Mitleid in mir erweckt mit den "armen Azubis", die 3 harte Lehrjahre und wenig Geld haben, während ich 6 Jahre vor mich zufrieden hinstudiere, noch weniger Geld habe aber danach steht mir die Welt offen.

Zum Glück wird man mit der Zeit doch a bisl klüger :-)

ein_oxymoron
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

4

29.09.2011 - 22:46 Uhr
ein_oxymoron

aehm. vielleicht wuerde es helfen, die so dringend gesuchten lehrlinge in der so reichen stadt angemessen zu bezahlen? ach nein, die kann ja der staat dafuer bezahlen und umsorgen, dass sie fuer ein privates unternehmen arbeiten.
hae??

Chestity
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

2

29.09.2011 - 23:14 Uhr
Chestity

schokoprinzessin sagte:
Warum nur fühlt man sich beim Lesen dieses Textes als ob es um Asylanten geht, die arm und verlassen in einem fremden (Bundes)land einen Job machen, den sonst keiner machen möchte?Klar, es ist nicht viel Geld und das Leben ist schwer. Aber ich hatte als Student auch nicht viel Geld (und danach leider ebenso :) Sicher ist das nicht das Gleiche und ich finde es bemerkenswert, daß sich die Lehrlinge nicht beschweren. Sie haben eine gute Zukunftsperspektive, wie schon der Text sagt: Jemand muss auch die Brezn backen und das Haus decken.Daher glaube ich fast, der Text hat Mitleid in mir erweckt mit den "armen Azubis", die 3 harte Lehrjahre und wenig Geld haben, während ich 6 Jahre vor mich zufrieden hinstudiere, noch weniger Geld habe aber danach steht mir die Welt offen.Zum Glück wird man mit der Zeit doch a bisl klüger :-)


Ich behaupte mal eine Kochlehre ist "härter" als - was hast du denn studiert?Köche kommen in den meisten Betrieben um 2 nach Hause und müssen um 9 wieder vor der Matte stehen, es ist ohne Schmarrn schwere körperliche Arbeit, dazu noch der raue Ton und das konstante unter Stress stehen...mhhh, klar, auf derselben Ebene wie ein Studium, Köche haben ja auch Semesterferien und sowas...

Und als Koch verdienst du nicht viel, wenn du nicht gerade in einem sehr gutem Restaurant landest.Von wegen du hättest "noch weniger Geld".

memao
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

1

29.09.2011 - 23:16 Uhr
memao

Chestity sagte:
schokoprinzessin sagte:
Warum nur fühlt man sich beim Lesen dieses Textes als ob es um Asylanten geht, die arm und verlassen in einem fremden (Bundes)land einen Job machen, den sonst keiner machen möchte?Klar, es ist nicht viel Geld und das Leben ist schwer. Aber ich hatte als Student auch nicht viel Geld (und danach leider ebenso :) Sicher ist das nicht das Gleiche und ich finde es bemerkenswert, daß sich die Lehrlinge nicht beschweren. Sie haben eine gute Zukunftsperspektive, wie schon der Text sagt: Jemand muss auch die Brezn backen und das Haus decken.Daher glaube ich fast, der Text hat Mitleid in mir erweckt mit den "armen Azubis", die 3 harte Lehrjahre und wenig Geld haben, während ich 6 Jahre vor mich zufrieden hinstudiere, noch weniger Geld habe aber danach steht mir die Welt offen.Zum Glück wird man mit der Zeit doch a bisl klüger :-)


Ich behaupte mal eine Kochlehre ist "härter" als - was hast du denn studiert?Köche kommen in den meisten Betrieben um 2 nach Hause und müssen um 9 wieder vor der Matte stehen, es ist ohne Schmarrn schwere körperliche Arbeit, dazu noch der raue Ton und das konstante unter Stress stehen...mhhh, klar, auf derselben Ebene wie ein Studium, Köche haben ja auch Semesterferien und sowas...

Und als Koch verdienst du nicht viel, wenn du nicht gerade in einem sehr gutem Restaurant landest.Von wegen du hättest "noch weniger Geld".


seh ich genauso. der "hohn" gegenüber dem "lehrling an sich" ist absolut nicht angebracht - aus von chestity angeführten gründen (die auf sehr viele andere berufsgruppen passen).

henn
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

3

30.09.2011 - 00:23 Uhr
henn

Sehr schöner Artikel. Man vergleiche ihn mit dem Artikel auf SPON vom 29.9 zum Studienbeginn dreier Abiturienten. Eine Ausbildung zu beginnen, gerade mit 16, verlangt wesentlich mehr Einsatz als die heute Standart gewordene schulische Laufbahn Abitur / Fachabitur. Sehr frühes Aufstehen, lange Arbeitszeiten, strenge Regeln und Anforderungen im Betrieb sind die Regel.Im Nachhinein hätte ich lieber eine technische Ausbildung gemacht, es wäre eine bessere Vorbereitung gewesen auf mein Maschinenbaustudium an der RWTH als 3 Jahre Oberstufenklungel. Gerade als Student sollte man kleine Brötchen backen, bezahlen doch solche arbeitenden Menschen mit ihrem relativ kleinen Lohn indirekt unser Studium, selbst exotische Dinge die keinen wirtschaftlichen Mehrwert generieren. Das duale System ist einer der großen Vorteile Deutschlands und ihm wohnt die Erkenntnis innen, dass nicht jeder für ein anspruchsvolles akademisches Studium geeignet ist oder es will, diese Menschen aber auch Fähigkeiten haben die eine funktionierende Wirtschaft dringend braucht ( Köche, Maler, Mechatroniker, Pfleger.... ). Sie sind die Basis der Wirtschaft, sei es bei BMW oder dem lokalen Handwerksmeister. Leider scheint die Politik dem Fetisch " akademischer Bildung" als Allzweckwaffe verfallen zu sein und gibt planwirtschaftlich Quoten raus wie viele Menschen eines Jahrgangs bitte studieren sollen. Das dabei eigentlich nur das Niveau gedrückt wird ist offensichtlich, Verlierer sind die Jungen und Alten die bei diesem Diplomwettrüsten nicht mithalten können.
Dabei raus kommen hohe Abbrecherquoten, Überfüllung an den Universitäten und Horden an "Fachkräften" in Sozialwissenschaften die keine Arbeit finden.

Weiter Seite 1 2 3

Alle Kommentare anzeigen


Speichern
Mehr lesen:

Jetzt-Mitglied

jan-stremmel unbekannt

jan-stremmel

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.


m