19.09.2011 - 16:07 Uhr

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next friday night.

Text: moe_

du sagtest noch gerade, "na, wenn du das wünscht, dass ich komme ..." und schon seh ich dich durch die tür kommen. du sieht glücklich aus, wie immer, und shakerst ein bisschen mit alten freunden rum. eigentlich seltsam, dass du es immer wieder hinbekommst, so weit zu fahren, in diesen alten schuppen, aber bei mir, ein paar meter weiter, noch nie einen fuß auf den boden gesetzt hast. willst du gar nicht wissen, wie es bei mir aussieht? wie ich lebe? mir gehen tausend gedanken durch den kopf, so viel wut, enttäuschung! die in sekundenschnelle wieder verblassen, als du mich hochhebst und erstmal nicht mehr loslässt. aber vorher umarme ich kurz deinen besten freund, um dich ein bisschen zu ärgern - das mach ich immer so. ich versuche, so schnell wie möglich alles von dir aufzusaugen, deinen geruch einzuatmen, damit ich ihn wieder für ein paar wochen oder monate nicht vergessen kann.

du gibst deine jacke ab und grinst mich an, "möchtest du was trinken?", "nein, danke." und du bringst mir trotzdem ein glas whiskey-cola mit, weil du ganz genau weißt, wieso ich nein gesagt habe ... insgeheim versuche ich mich wieder zu erinnern und werde stiller. es ist verdammt heiß in diesem gedrängel, die musik ist viel zu laut und wir mögen sie beide eigentlich nicht. aber na gut. ich versuche wieder, dich zum tanzen zu überreden, aber nein, das ist dir wieder zu blöd. ich merke, dass wir gerade fast genau an der stelle stehen, wo ich dich vor langer zeit mal in die seite gepiekst hab und du mich darauf ignoriert hast und am nächsten tag versucht hattest dich herrauszureden. damals hab ich dir nicht geglaubt, dass du zu betrunken gewesen bist - heute kenne ich dich so gut, dass ich weiß, dass du sehr betrunken gewesen sein musst, denn du bist viel zu höflich, um einfach wegzugehen. 

uns ist warm. ich frag dich, ob du kurz nach draußen möchtest, ein bisschen frische luft schnappen. "nein, ich brauch meine jacke nicht, ich hab ja dich." und da ging es wieder los. du versuchst mir den kopf zu verdrehen und ich werde innerlich schon wieder traurig, weil ich nicht weiß, ob du es wirklich ernst mit mir meinst oder nicht. egal, erstmal raus. jetzt könnte ich auch ein bisschen frische luft für klare gedanken gebrauchen. aber ob die noch wirklich so klar werden können ... du hebst mich hoch und wir müssen beide wieder lachen, wie damals auf dem weihnachtsmarkt, oder im garten, als du dich "monden" warst. immer diese scheiß erinnerungen. ich würde sie am liebsten aus meinem kopf verbannen und geichzeitig in meinem gehirn festkleben mit ganz viel uhu, um sie niemals zu verlieren, um dich niemals zu verlieren. ich sage, dass du mich bitte runterlassen sollst, aber nein, mr. ich-schaff-alles will mich natürlich nicht runterlassen, bis ich dich überrede, dass wir uns dadrüben auf die steine setzen könnten. 

"willst du wirklich noch weiter wegziehen?"("neeeeeeeeein geh nicht!") du sagst, du weißt es nicht und ich versuche mal wieder, dich zu überreden. du bist zu sturr, es klappt nicht. "he, übrigens nochmal alles gute nachträglich." -"hm, ja, danke ..." wir schweigen. du erzählst mir was über gitarren und irgendeinen witz und ich muss schon wieder so ekelig hoch lachen, worüber du wieder irgendwas doofes anmerkst. ich weiß nicht, was ich noch sagen könnte, es bringt eh alles nichts. oder soll ich doch nochmal alles auf eine karte setzten um es wieder geradezubiegen. ich trau mich nicht. verdammt, 3 jahre, ich hab kein bock mehr! ich trau mich doch! "du schuldest mir übrigens noch was ..." -"ach ja?" "ja, sowas, an das ich mich leider nicht mehr erinnern kann ... du sagtest, wir holen das noch nach ..." 

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