23.08.2011 - 18:30 Uhr

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Schiebst du Wale ins Meer?

Text: sabine-teryngel - Foto: greenpeacejugend

Jeder ist dafür, die Umwelt zu schützen - trotzdem sind viele überrascht, wenn mal ein echter Aktivist vor ihnen steht, schreibt Sabine Teryngel, Schülerpraktikantin bei jetzt.de. Ein Erfahrungsbericht

Ich bin bei Greenpeace. Genauer gesagt in der Jugendgruppe meiner Stadt. Immer wenn ich irgendwohin komme und Leute mich über meine Freizeitaktivitäten ausfragen, erzähle ich von meinem Engagement. Es ist ja eigentlich auch eine gute Sache. Ich setze mich aktiv für den Umweltschutz ein. Doch die Reaktion der Anderen ist immer dieselbe. Eine hochgezogene Augenbraue, ein fragender Blick und dann die Frage: „Schiebst du Wale zurück ins Meer?“

Es so eine Art „Kluft“ entstanden. Einerseits will jeder jetzt ganz „öko“ sein. Man spart Strom oder wechselt den Anbieter, damit der Strom „grün“ ist. Man trennt den Müll, wählt die Grünen und fährt Fahrrad. Außerdem spendet man Geld an Umweltschutzorganisationen. Hin und wieder sieht man dann im Fernsehen durchaus interessiert einen Beitrag, in dem sich Aktivisten zu einem Umweltthema zu Wort melden, eine Einschätzung abgeben. Oder man sieht, wie sie am Kühlturm eines Atomkraftwerks ein Transparent entrollen. Dabei ist das nur die eine Seite des Engagements. Es gibt ja nicht nur diese Aktivisten. Es gibt auch die Menschen, die sich in ihrer Freizeit engagieren und ganz harmlos auf die Straße gehen, um zu informieren oder demonstrieren. Zu denen gehöre ich. Vielleicht ist es an der Zeit, dass ich mal erkläre, was "Freizeitaktivisten" wie ich so machen:

1. Schiebst du Wale zurück ins Meer?
Nein. Denn dafür bin ich noch zu jung. Nicht, dass es nicht interessant wäre. Aber das ist Sache der Aktivisten, die man im Fernsehen sieht. Ich engagiere mich auf Flashmobs, die wir selbst organisieren. Oder an Ständen, an denen wir Unterschriften sammeln. Oder auf Demos, auf denen wir mit verschiedenen Aktionen vertreten sind, in Zusammenarbeit mit vielen anderen Jugendlichen aus ganz Deutschland. Auch da organisieren wir die verschiedensten Aktionen. Zum Beispiel waren wir auf der Zugspitze, um das Zeitalter der Erneuerbaren Energien auszurufen. Das ist jetzt noch nicht die Liga der Abseil-Aktivisten, aber auch sehr spannend. 

Ein Foto von unserer Zugspitzaktion.

2. Umarmst du morgens Bäume?

Leider ist dieses Vorurteil weit verbreitet. Ich kann getrost sagen, dass ich noch nie einen Baum umarmt habe.

3. Bist du gegen die technische Modernisierung? 
Man glaubt es kaum, aber Viele fragen mich immer wieder, ob ich, wenn ich schon bei  Greenpeace sei, nicht auch gegen die technische Modernisierung sein müsse. Ob ich das Internet meide und auch sonst abgeschottet von der Außenwelt lebe, fragen sie dann. Ich glaube, die einzigen Menschen auf dieser Welt, die noch ohne Internet leben, sind ein paar wenige Menschen im Urwald. Außerdem ist einer der wichtigsten Bestandteile einer NGO die Pressearbeit. Wie sollte die ohne Internet und Fernsehen funktionieren? Außerdem muss man ja über die Nachrichten informiert sein, wenn man sich schon für die Welt einsetzt.

4. Bist du ein Hippie?
Das ist das wohl häufigste Klischee. Aber, nein, ich bin kein Hippie. Ich kenne auch keinen Hippie. Die Lebensrichtung „Hippie“ war in den 60er Jahren beliebt, jedoch nicht mehr heutzutage. Die Menschen, die ich mit Greenpeace und anderen Umweltschutzorganisationen verbinde, sind einfach Menschen, die ihr Leben so leben wie sie möchten und die ihren eigenen individuellen Stil entwickelt haben und versuchen, wirklich etwas zu verändern auf dieser Welt. 


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sabine-teryngel
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25.08.2011 - 17:38 Uhr
sabine-teryngel

Ich bin 16 und
Danke. :)

alces
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25.08.2011 - 17:47 Uhr
alces

sexyhexy83 sagte:
Also ich find des schon geil, was Greenpeace macht und ja, auch ich habe schon mal einen Baum umarmt. Is echt ne schöne Erfahrung, da kommt spirituell so einiges rüber... Ist übrigens n echt süßes Bild von dir

sexyhexy83 sagte:
Ach ja - wie alt bist du eigentlich? ;-) also ich bin Anfang 20 und auch gegen Atomkraft


Haha.

"Ich will Dir ein Eis kaufen und bei den Hausaufgaben helfen..."

sexyhexy83
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25.08.2011 - 17:49 Uhr
sexyhexy83

sabine-teryngel sagte:
Ich bin 16 und
Danke. :)

16, goil ;)
Bitte :)
Lass ma treffen und eindringlich diskutieren, wie wärs ?

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25.08.2011 - 17:50 Uhr
sexyhexy83

sabine-teryngel sagte:
Ich bin 16 und
Danke. :)

16, goil ;)
Bitte :)
Lass ma treffen und eindringlich diskutieren, wie wärs ?

FrolleinMila
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25.08.2011 - 17:51 Uhr
FrolleinMila

..dann bin ich mit 81 ja auch noch...Anfang 20...beruhigend

afrirali
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26.08.2011 - 14:33 Uhr
afrirali

MsAufziehvogel sagte:
Einerseits will jeder jetzt ganz „öko“ sein. Man spart Strom oder wechselt den Anbieter, damit der Strom „grün“ ist. Man trennt den Müll, wählt die Grünen und fährt Fahrrad.


tatsächlich. ich erlebe das ganz anders. müll trennen ist schon zuviel des guten - "wird doch eh wieder alles zusammen geschmissen", jeder meter wird mit dem auto gefahren, stand-by wohin man schaut, ökostrom? was?, bio-produkte - "ist doch alles das gleiche", selbst wenn ich sage, dass es nicht in ordnung ist, benzin im gulli zu entsorgen, ernte ich nur ein schulterzucker. "was, du hast noch nie bei mcdonalds gegessen?" - kopfschütteln. die grünen wählen?! was für ein witz.
unbequem darfs auf gar keinen fall sein. es gab schon mal "grünere" zeiten, finde ich.


exakt. die umwelt langweilt die meisten leute. die zeit, dass damit die massen bewegt werden konnten, ist vorbei, auch wenn noch viele nach gorleben kamen. aber gut, die deutsche anti-akw angst ist auch echt ein sonderfall.

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26.08.2011 - 14:39 Uhr
afrirali

in der hauptsache scheints ja ne ganze "spannende" und "interessante" freizeitaktivität zu sein. andere finden halt fußballgucken spannend.

alces
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26.08.2011 - 14:40 Uhr
alces

afrirali sagte:
exakt. die umwelt langweilt die meisten leute. die zeit, dass damit die massen bewegt werden konnten, ist vorbei, auch wenn noch viele nach gorleben kamen. aber gut, die deutsche anti-akw angst ist auch echt ein sonderfall.


Naja, man ist immer noch grundsätzlich konservativ bzw. gegen Veränderung, was oft genug mit Umweltschutz begründet wird. Beispiele wären Hochspannungstrassen, Speicherkraftwerke, Bahnausbau (siehe Rheintal) oder auch diverse wasserbauliche Maßnahmen... es ist eher eine Art Schizophrenie: Windkraft ja, aber nicht hier, Strom her, aber nicht über eine Hochleitung, Sanierung ja, aber nicht mit unserem Geld... ein Elend.

JoergAuch
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-1

26.08.2011 - 15:06 Uhr
JoergAuch

Kusche sagte:
Also Sabine, erst mal : Respekt dass du dich so engagierst, ich finde die Menschen
Die die Kommentare geschrieben haben, nicht alle, sollten sich ne Scheibe con dir abschneiden ! Bleib so :)

Wie soll sie so bleiben, wenn sich erstmal jeder ne Scheibe von ihr abschneidet???

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