Angstgrummeln
Ich erinnere mich an meine Sommerferienenden: als ich in die Schule ging, gab es noch den Luxus von fast 2 Monaten Sommerferien. Davon träume ich heute. Aber auch die gingen irgendwann dem Ende zu.
So 1, 2 Wochen, bevor die Schule wieder losging, kamen die Wellen aus dem Magen hochgekrochen. Die Unruhe, die Angst vor dem Tag, an dem ich wieder den Ranzen packen und - wie der Gerichtete zum Henker - den Weg von der Wohnungstür bis in die große, graue, unfreundliche Schule gehn musste.
Denke ich heute daran, so benutze ich das Wort Alptraum für diese Zeit. Aber woran lag das ? Der bis ins letzte geregelte Tag, der angepasste Schulablauf, der Erwartungsdruck, die Angst, nicht dazu zu gehören, das Sich-verstellen-müssen, die verständnislosen Lehrer... ?
Ein Stückchen dieses Gefühls trag ich ständig bei mir. Wenn die Ferien zu Ende gehn, wenn der freie Tag vorbei ist. Dabei bin ich kein Kind mehr. Ich gestalte mein Leben selbst. Ich kann mich wehren gegen Erwartungen. Ich kann sogar meine Arbeit, meine Zeitabläufe zu weiten Teilen gestalten. Und trotzdem das flaue Gefühl. Möchte mich lieber verkriechen, fortlaufen, an nichts denken müssen, keine Erwartungen erfüllen, keine Entscheidungen treffen müssen...
Heute nehme ich mir in solchen Momenten vor, etwas zu ändern: eine Weiterbildung zu machen, eine Freundschaft neu zu beleben, mich um eine Sabbatzeit zu kümmern, etwas ganz allein für mich zu unternehmen.
Naja, manchmal gelingen mir so ein paar Dinge. Das Angstgrummeln bleibt.
- Wild ist die See. // Out of balance. 24.05.2012
- 2 Wochen Osterferien - 15.04.2012
- Version 1.6 14.04.2012
- Wenn ich doch nur könnte. 18.03.2012
- Na danke. 18.03.2012






