27.11.2011 - 15:38 Uhr

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Wounded

Text: SamAsInSamantha

Als das Mädchen wirklich noch ein Mädchen war, verging kein Sommer ohne aufgeschlagene Knie. Abends saß sie dann im Schein der Kerzen vor der Tür, Mücken schwirrten um ihren Kopf und sie kratzte sich gedankenverloren den Schorf von den verheilenden Wunden.

Jetzt sind die Sommer keine Sommer mehr. Die Zeit der aufgeschlafenen Knie sind vorbei. Aber das mit dem Schorf, na ja, das kann das Mädchen immer noch nicht lassen.

Der Junge rief an. Plötzlich und unerwartet. Die Erinnerung an ihn war schon am verblassen, das Mädchen hatte ihr Herz mit ein paar Metern Duct tape geflickt und sich Hals über Kopf in neue Abenteuer gestürtz. Da rief er an. Er wusste nicht, dass sie längst wen anders fickte, um ihn schneller zu vergessen. Er wusste nicht, dass sie sich jeden Tag belohnte, an dem sie ihn nicht hören, sehen, schmecken wollte. Und dann platzte er abermals, wie sooft in ihr Leben.

War sie nicht da, kam er zurück. Blieb sie stumm, rief er ihr zu. Sagte sie "Nein", wollte er ein "Ja". Es war wie immer. Leider.

Sie konnte sich nicht freuen, sie konnte nicht wütend sein. Einzig Verwirrtheit machte sich breit. Er sagte nicht was er wollte. Der Grund für seinen Anruf war abstrus. Und egal wie sehr sich das Mädchen wünschte, dass es sie kalt ließ...

Sie hatte den Schorf wieder abgekratzt. Sie sprachen stundenlang. Ohne konkret zu werden. Sie blieben in ihren Rollen als "das Mädchen" und "der Junge". Hoffnung flammte in ihr auf. Er hätte ja auch einfach schweigen können wie zuvor. Oder einfach endlich das zu erwartenden Aus verkünden können.

Nein, eigentlich wollte das Mädchen mehr. Es wollte Antworten, keine Geschwafel. Er wollte Aufmerksamkeit, Geborgenheit, Nähe. Er wollte wohl wissen, dass das Mädchen ihn noch mag.

Und am Schluss? Am Schluss sitzt das Mädchen da, hat den Schorf runtergekratzt und starrt verwundert auf die leicht blutende Wunde. Kaum bemerkt vom Jungen, verabschiedet er sich rückwärts gehend aus ihrem Leben. Ihn stört es kaum. Er ist sich keiner Schuld bewusst. Die Zeit wird beide zueinander bringen. Irgendwie.

Auf sich selbst schimpfend sucht das Mädchen jetzt ein Pflaster. Den Jungen, tja, den versucht sie zu ignorieren. Alles heilt irgendwann, wenn man es lässt.


Bildquelle: http://tigermomma.tumblr.com/page/192


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alter_hund
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Mag ich Mag ich nicht

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07.08.2011 - 19:41 Uhr
alter_hund

Manchmal darf man nicht zu sehr an seiner Rolle hängen.

SamAsInSamantha
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Mag ich Mag ich nicht

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07.08.2011 - 19:46 Uhr
SamAsInSamantha

Keine Sorge, um das wehleidige Mädhen zu "töten" bedarf es nur noch ein, zwei Texte. ;-)

alter_hund
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Mag ich Mag ich nicht

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07.08.2011 - 19:47 Uhr
alter_hund

Es wäre aber schade um sie.

SamAsInSamantha
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Mag ich Mag ich nicht

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07.08.2011 - 19:47 Uhr
SamAsInSamantha

inwiefern?

alter_hund
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Mag ich Mag ich nicht

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07.08.2011 - 19:50 Uhr
alter_hund

Sie ist netter zu ihrem Leben, als es das verdient hätte.

SamAsInSamantha
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Mag ich Mag ich nicht

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07.08.2011 - 19:56 Uhr
SamAsInSamantha

Interessant, auch das hätte ich gern mehr erläutert. Wie sollte sie denn sein, das Mädchen?

alter_hund
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Mag ich Mag ich nicht

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07.08.2011 - 21:06 Uhr
alter_hund

Das Leben meint es doch nicht besonders gut mit dem Mädchen, oder? Es könnte doch auch traurig sein und desillusioniert und all das.

SamAsInSamantha
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07.08.2011 - 21:22 Uhr
SamAsInSamantha

Ja, das fragt sich das Mädchen auch immer, warum sie das nicht ist. Traurig, ja. Aber mit "töten" meinte ich, dass bessere Zeiten kommen. Liebe ist halt so, es gibt den Spaß nicht ohne den Schmerz - und irgendwie zeigt es einem ja, dass man lebt.

alter_hund
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Mag ich Mag ich nicht

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08.08.2011 - 00:53 Uhr
alter_hund

Achso, ich dachte, es sollte ein böses Ende nehmen. Und klar, wer bringt schon was Vernünftiges zu Papier, wenn's einem gut geht. Abgesehen davon, daß man dann sowieso keine Zeit hat dafür ...

SamAsInSamantha
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Mag ich Mag ich nicht

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08.08.2011 - 11:12 Uhr
SamAsInSamantha

Ein böses Ende, es ist doch immer für einen ein böses Ende, wenn die Liebe stirbt. Aber so schlecht ist das Leben zum Mädchen nicht, das Mädchen mag nur diesen Schmerz auf einmal auskosten, statt ihn über Monate mit sich rumzuschleppen.

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