05.08.2011 - 18:30 Uhr

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„Sexy-mini-super-flower-pop-op-cola..."

Text: philipp-mattheis

In den 70er-Jahren fand LSD über Werbeclips Eingang in die Mainstream-Kultur. Heute erinnern die Clips eher an Teletubbies und Druffis.



Die Beatles haben LSD genommen, Jimmy Hendrix und die ganzen Hippies sowieso. Aber auch Ernst Jünger, Aldous Huxley und Apple-Gründer Steve Jobs. Letzterer bezeichnet seine LSD-Trips als eine der „zwei oder drei wichtigsten Erfahrungen in seinem Leben“. Nachzulesen ist das sowohl in Jobs Autobiografie als auch in dem Buch What the Dormouse Said: How the Sixties Counterculture Shaped the Personal Computer Industry“.

LSD gehört, wie manche darunter auch ihr Entdecker Albert Hofmann sagen, zu den am meisten unterschätzten und verunglimpften Drogen. Hofmann war in den 30er-Jahren Chemiker bei der Schweizer Firma „Sandoz“, heute „Novartis“. Er stieß zufällig auf die Verbindung, als er den Getreidepilz Mutterkorn synthetisierte, um ein Kreislaufstimulanz zu entwickeln. Hofmann starb 2008 im Alter von 102 Jahren. Bis zu seinem Tod distanzierte er sich einerseits von der Massen-Druffi-Bewegung der Hippies, wie sie Timothy Leary propagierte, befürwortete aber vehement einen medizinischen Einsatz von LSD. Nachzulesen ist das in dem grandiosen, von ihm selbst verfassten Buch „LSD, mein Sorgenkind“.
Ähnlich empfehlenswert ist diese Doku namens „Hofmans Potion“:     

1968 wurde der Besitz von LSD in den USA für illegal erklärt. Seit 1971 ist das Halluzinogen in Deutschland ebenfalls verboten. Nichtsdestotrotz beeinflusste LSD maßgeblich die Gegenkultur der 60er- und 70er-Jahre. Man mag Werbung für eine nervige Begleiterscheinung des Kapitalismus halten, die mitunter dazu beiträgt, konservative Rollenmodelle (z.B. Waschmittelwerbung) zu zementieren. Andererseits hilft Werbung, progressive kulturelle Entwicklung im Mainstream zu verankern. Komplizierter Satz? Gemeint sind folgende LSD-inspirierte Werbeclips aus den 60ern und 70ern. Äh ja klar, es geht um Stretch-Klamotten und um eine Kodak-Kamera...
 
Dieser Clip ist keine Frühversion der Teletubbies, sondern Werbung für ein Pancake-Version.
 

Nachdem Afri-Cola vor dem Zweiten Weltkrieg mit antisemitischen Ressentiments Werbung machte, schwenkte der Konzern in den 60er-Jahren auf eine andere Linie: Der Werber Charles Wilp entwickelte den Slogan „Sexy-mini-super-flower-pop-op-cola – Alles ist in afri-cola…“. Gaga...
   

Wie absurd alte Werbungen für Genussmittel nach einigen Jahren wirken, verdeutlicht auch diese (wohl gefakte) West-Zigaretten-Spot, der allerdings ganz und gar nicht LSD-inspiriert ist. Frage, die brennt: Stellte damals wirklich der Gastgeber Kippen für alle Gäste zur Verfügung?


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7 Kommentare

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satansbraten
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Mag ich Mag ich nicht

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06.08.2011 - 17:48 Uhr
satansbraten

OMG. die zigaretten.... alle nur bis zur hälfte geraucht.
O.M.G.

ein_oxymoron
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Mag ich Mag ich nicht

0

07.08.2011 - 19:05 Uhr
ein_oxymoron

wait, what..?
die aussage dieses artikels ist also, dass lsd zu unrecht verteufelt wird und eigentlich cool und harmlos ist, ja sogar zu wichtigen erfahrungen und einem langen leben fuehren kann.
ich hoffe, jetzt.de richtet sich nicht mehr an die alte zielgruppe ab 13 jahren.

Gargoyle
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Mag ich Mag ich nicht

1

08.08.2011 - 06:25 Uhr
Gargoyle

Der Sinn des Artikels hat sich mir ohnehin nicht erschlossen. Geht es jetzt um LSD oder um lächerliche Werbespots aus der Vergangenheit? BTW, ich finde aktuelle Werbespots oft nicht weniger lächerlich - wenn sich beispielsweise glückliche Familien um Tütensuppen scharen oder Plastikmenschen sich um Haarpflegeprodukte räkeln. Und den Afri-Cola-Spot finde ich heute noch genauso cool wie "Die mit dem roten Halsband" ...

mia_mia
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Mag ich Mag ich nicht

2

09.08.2011 - 11:34 Uhr
mia_mia

ein_oxymoron sagte:
wait, what..?
die aussage dieses artikels ist also, dass lsd zu unrecht verteufelt wird und eigentlich cool und harmlos ist, ja sogar zu wichtigen erfahrungen und einem langen leben fuehren kann.


Cool und harmlos konnte ich da jetzt nicht entdecken, sondern die Befürwortung Hofmanns nach einem medizinischen Einsatz von LSD.
Kann LSD nicht zu wichtigen Erfahrungen führen?
Und denkst du, es wurde oder wird zu Recht verteufelt?

ein_oxymoron
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Mag ich Mag ich nicht

0

09.08.2011 - 16:23 Uhr
ein_oxymoron

mia_mia sagte:
Cool und harmlos konnte ich da jetzt nicht entdecken, sondern die Befürwortung Hofmanns nach einem medizinischen Einsatz von LSD.
Kann LSD nicht zu wichtigen Erfahrungen führen?
Und denkst du, es wurde oder wird zu Recht verteufelt?

es wird darauf hingewiesen, dass diese ganzen tollen leute lsd genommen haben, dass das zeug ja so unterschaetzt und verunglimpft sei... im zusammenhang mit lsd-einfluss in alltagsszenen (nicht medizinisch!) der werbung wird von "progressiver kultureller entwicklung" gesprochen. es wird nirgendwo darauf hingewiesen, dass lsd gefaehrlich sein kann, besonders wenn man sich nicht damit auskennt und/oder es notgedrungen illegal erwerben muss. das finde ich insbesondere im hinblick auf die von jetzt.de angegebene zielgruppe sehr bedenklich. es ist mir egal, was man mit dieser droge fuer erfahrungen machen kann - teenager sollten nicht auf die idee kommen, damit rumzuspielen. oder siehst du das anders? sieht @philipp-mattheis das anders? ich habe nichts gegen eine kolumne, die sich mit drogen auseinandersetzt, aber es sollte ausgewogen sein und die (potentielle) leserschaft beruecksichtigen.

mia_mia
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Mag ich Mag ich nicht

0

09.08.2011 - 16:38 Uhr
mia_mia

ein_oxymoron sagte:
es wird nirgendwo darauf hingewiesen, dass lsd gefaehrlich sein kann, besonders wenn man sich nicht damit auskennt und/oder es notgedrungen illegal erwerben muss. das finde ich insbesondere im hinblick auf die von jetzt.de angegebene zielgruppe sehr bedenklich. es ist mir egal, was man mit dieser droge fuer erfahrungen machen kann - teenager sollten nicht auf die idee kommen, damit rumzuspielen. oder siehst du das anders? sieht @philipp-mattheis das anders? ich habe nichts gegen eine kolumne, die sich mit drogen auseinandersetzt, aber es sollte ausgewogen sein und die (potentielle) leserschaft beruecksichtigen.


da stimme ich dir uneingeschränkt zu, für mich hat sich dein vorheriger Post nur so angehört, als ob die Substanz per se schlecht und gefährlich wäre. was eben nicht so ist. Und es stimmt, man sollte schon ein paar mehr Informationen in so einem Text zur Verfügung stellen.

Und zur Kolumne an sich: die glänzt schon seit der ersten Folge durch Halbwissen und Falschinformationen. Ich erinnere da nur mal an diese tolle Folge "Badesalz als Nasenkaffee", in welcher beschrieben wurde, dass Jugendliche zufällig auf die Idee gekommen wären, Badesalz nasal zu konsumieren um sich zu berauschen. Dass "Badesalz" aber nur eine Schutzbezeichnung diverser Shops für "Research Chemicals" sind, also Designerdrogen, wurde dort nicht erwähnt. Und nach einem Hinweis in den Kommentaren wurde auch nicht darauf eingegangen oder irgendwas richtig gestellt.
Da war der Bildartikel zu diesem Thema vor zwei Wochen besser recherchiert.

Man könnte soviel aus dem Thema rausholen, es wird aber immer nur sporadisch an der Oberfläche gekratzt und dazu noch Falschwissen nachgeplappert. Das finde ich schade.

philipp-mattheis
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10.08.2011 - 10:54 Uhr
philipp-mattheis

@ mia-mia und @ein-oxymoron
Ich kann eure Kritik zum Teil nachvollziehen. Was den Vorwurf der Oberflächlichkeit angeht, so kommt das ja in den Kommentaren häufiger zum Ausdruck. Ich glaube leider, man kann es einfach nicht allen rechtmachen. Die Texte sollen, ähnlich wie die Topsexliste, unterhalten und kurze Nachrichten aus der Welt der Drogen zusammenfassen. Dass es da hin und wieder mal zu Formulierungen kommt, die manche als oberflächlich empfinden, ist schade, aber manchmal unvermeidlich. Zum einen gibt es gerade in diesem Bereich viel Falschinformationen, die man als Autor einer wöchentlich erscheinenden Online-Kolumne nicht ständig überprüfen kann - besonders was neue Stoffe angeht, über die wenig bekannt ist (z.B. Badesalz).
Zum anderen fühlen sich Konsumenten, die die entsprechende Droge häufig nehmen oder genommen haben, nicht richtig verstanden. "Dichte und Undichte" berichtigt aber gerne in neuen Folgen, was wirklich grober Unsinn da stehen sollte.

Was die Verharmlosung betrifft - den Vorwurf kann man dieser Kolumne natürlich ständig machen. Wir haben uns überlegt, wie so etwas aussehen soll. Wir möchten ja nicht, jedesmal einen fetten Warnhinweis reinschreiben von wegen "Kann süchtig machen, Psychosen auslösen, zum Tod führen". Eigentlich soll die Berichterstattung für sich selbst sprechen. Wir sind aber wohl der Meinung, dass auch Jugendliche in der LAge sind, sich selbst ein Bild davon zu machen, und zwar jenseits von Verharmlosung und Dämonisierung.
aber Oxymoron, ich geb dir Recht, man hätte in dieser Folge noch etwas expliziter auf die Gefahren (drogeninduzierte Psychose, Bad Trip) hinweisen können. Ich nehm das als Anregung auf.

Viele Grüße

Philipp


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philipp-mattheis

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