21.07.2011 - 18:30 Uhr

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Berufsziel: Drogenfachverkäufer

Text: philipp-mattheis

Wie wird man eigentlich Drogenfachverkäufer? Und wer war der Mann, der auf LSD eine athletische Meisterleistung vollbrachte? Das und mehr in der neuen Drogenkolumne

Anfang der Woche schrieb Peter Wagner über den Versuch, einen professionellen Grastester zu treffen. Der Cannabiskritiker, bekannt unter dem Pseudonym William Breathes, kifft aus beruflichen Gründen, war aber anscheinend zu verpeilt, um einen vereinbarten Termin einzuhalten. Möglich ist dieser Beruf, da in manchen Bundesstaaten der USA Cannabis zum medizinischen Gebrauch freigegeben ist.

Sollte Cannabis hierzulande einmal legalisiert werden, muss man sich natürlich mit der Frage auseinandersetzen, wer wo und wie welche Drogen verkaufen darf. Der Drogenfachverkäufer muss her! Und so jemand braucht natürlich ein richtiges Studium. Wie genau der Bachelor- bzw. Master-Studiengang zum Drogenfachverkäufer aussehen könnte, hat sich Maximilian Plenert auf seinem Blog Alternative Drogenpolitik einmal ausgedacht: „Der Schwerpunkt im Grundstudium liegt mit den Fächern Mathematik, Physik, Chemie, Botanik, Pharmazie und Pharmakologie psychotroper Substanzen im naturwissenschaftlichen Bereich und ist dem Pharmaziestudium ähnlich. Die ersten Kenntnisse im sozialen und psychologischen Bereich werden bereits im Grundstudium vermittelt, im Hauptstudium liefern sie den Schwerpunkt, begleitet von vertiefender angewandter Pharmakologie.“

Gehirnverrenkungen gemäß des Mantra „Was wäre wenn?“ können prinzipiell nicht schaden. Unter diesen Vorzeichen ist auch die „Life Lession“ Folge 7 von AP Ticker zu sehen. Der grauhaarige Opi mit Bart sieht aus wie eine Mischung aus Bud Spencer und Gott, wie ihn sich kleine Kinder vorstellen: entspannt, verständnisvoll und wahnsinnig weise. In „Drug Etiquette“ anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des „War on Drugs“ (jetzt.de berichtet) spricht Ticker darüber, welche Regeln man so aufstellen könnte, wenn man wirklich alle Drogen legalisiert. Z.B: Wer die großen Drei, Heroin, Crack und Meth, probieren will, muss mindestens 35 Jahre alt sein, keine Kinder haben, ledig sein und zwei Millionen Dollar auf dem Konto haben, um seine Sucht finanzieren können und keinen Schaden für die Gesellschaft anzurichten. Mehr Lebensweisheiten von AP Ticker gibt es hier: 



LSD athletisch
Die Regeln des Baseball’ sind für die meisten Europäer kryptisch. Bei der Geschichte von Dock Ellis aber lohnt es, sich kurz damit zu beschäftigen. Werfer von Mannschaft A, genannt Pitcher, wirft, Schläger von Mannschaft B muss den Ball treffen. Hat er ihn getroffen, läuft er los und zwar um ein rautenförmiges Spielfeld, an dessen Ecken jeweils eine „Base“ steht. Erreicht er die erste Base, spricht man von einem „Hit“. Gelingt es dem Pitcher, den Ball besonders trickreich zu werfen, erwischt der Schläger den Ball nicht. Er kann dann nicht loslaufen und keinen „Hit“ erzielen. Gelingt das der Mannschaft B über das gesamte Spiel nicht, spricht man von einem „No-Hitter“. Ein „No-Hitter“-Spiel ist sehr selten, zwischen 1876 und 2011 gab es 20 davon. Eines davon fand 1970 statt und der Pitcher hieß Dock Ellis. Ellis hatte an diesem Tag LSD genommen. Ellis erinnerte sich später:

„The ball was small sometimes, the ball was large sometimes, sometimes I saw the catcher, sometimes I didn't. Sometimes I tried to stare the hitter down and throw while I was looking at him. I chewed my gum until it turned to powder. I started having a crazy idea in the fourth inning that Richard Nixon was the home plate umpire, and once I thought I was pitching a baseball to Jimi Hendrix, who to me was holding a guitar and swinging it over the plate. They say I had about three to four fielding chances. I remember diving out of the way of a ball I thought was a line drive. I jumped, but the ball wasn't hit hard and never reached me.“



41 Jahre später hat Deadspin-Autor A.J. Daulerio versucht, Ellis „größte athletische Performance auf LSD“ zu wiederholen. Da Daulerio aber kein professionelle Baseball-Spieler ist, eiferte er seinem Idol kurzerhand auf der X-Box nach. Das Ergebnis ist – wie zu Erwarten war – recht unspektakulär.

Hippieshit  vs. Badesalz
„LSD und Cannabis = Hippieshit.“ Möglich, dass einige Mephedron-User dieser Meinung sind. In Großbritannien ist die, dort seit April 2010 illegale Substanz, jetzt die beliebteste Club-Droge. Das hat eine Studie ergeben, die Clubgängern zu ihrem Drogenkonsum befragte. Das Zeug ist mittlerweile beliebter als Kokain und Ecstasy. Mephedron ist auch in den sogenannten "Badesalz-Drogen" enthalten. Spiegel Online erzählte in einem Artikel kürzlich Horrorgeschichten über das Zeug: Menschen, deren Körpertemperatur auf 42 Grad gestiegen war, und andere, die sich am ganzen Körper Schnittverletzungen zufügten.
Noch viel fieser als Mephedron, eigentlich die fieseste Droge der Welt, ist "Krokodil". Das Zeug nehmen russische Heroin-Junkies, die kein Geld mehr für Heroin haben. Die Droge lässt, und das soll wirklich stimmen, den Körper bei lebendigen Leib verfaulen. Mehr dazu gibt es auf dem Blog des jetzt.de-Users ruebezahl, der in Irkutsk lebt.


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Sendlinger
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Mag ich Mag ich nicht

1

21.07.2011 - 20:15 Uhr
Sendlinger

in berlin hatten wir ja den koks-home-service. war ne geile sache. der kerl betreibt jetzt ne tauchschule auf kuba. was irgendwie passt.

Montrose
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Mag ich Mag ich nicht

0

21.07.2011 - 21:14 Uhr
Montrose

Na super. Nachdem ich Trottel mir jetzt zum Stichwort "Krokodil" ein paar russische youtube Videos angeschaut habe, werde ich wohl die nächsten Tage kein Problem mehr mit Hunger haben. Dabei will ich doch gar nicht abnehmen.

Aber im Grunde aus wissenschaftlicher Sicht immer wieder interessant, was der menschliche Körper so alles eine zeitlang aushält. Auch wenn ich mich frage, warum man das ausprobieren muss.

Sendlinger
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21.07.2011 - 21:17 Uhr
Sendlinger

jugendlicher leichtsinn vielleicht?
so fängst meistens an.

mia_mia
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Mag ich Mag ich nicht

2

21.07.2011 - 21:20 Uhr
mia_mia

Montrose sagte:
Aber im Grunde aus wissenschaftlicher Sicht immer wieder interessant, was der menschliche Körper so alles eine zeitlang aushält. Auch wenn ich mich frage, warum man das ausprobieren muss.


Soweit ich weiß, ist Substitution in Russland illegal. Ich könnte mir vorstellen, dass die Betroffenen vorher schon von Opiaten oder Opioiden abhängig waren, sich den Stoff aber aufgrund von Toleranzbildung etc. nicht mehr leisten können und so auf die billigere Alternative ausweichen.
Traurige Sache auf jeden Fall.

Und zum Drogenfachverkäuferberuf: Hell, yes!!

Montrose
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Mag ich Mag ich nicht

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21.07.2011 - 21:37 Uhr
Montrose

Sendlinger sagte:
jugendlicher leichtsinn vielleicht?so fängst meistens an.


Da gehört aber meines Erachtens ein gerütteltes Maß an Todessehnsucht dazu, sich erst etwas in die Venen zu jagen und dann sich dabei zuzuschauen, wie man nahezu unmittelbar anfängt wegzufaulen.
Ich habe mich ja schon bei den Crystal Meth-Bilder gefragt, wie man das noch "attraktiv" als Abenteuer finden kann, "Krokodil" toppt aber alles für mich.
Ich würde ja vielleicht noch den ersten verstehen so von wegen Neuland betreten und so. Aber jeder, der danach kommt mit den Bildern vor Augen ...

Sendlinger
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Mag ich Mag ich nicht

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21.07.2011 - 21:41 Uhr
Sendlinger

Montrose sagte:
Sendlinger sagte: jugendlicher leichtsinn vielleicht?so fängst meistens an.Da gehört aber meines Erachtens ein gerütteltes Maß an Todessehnsucht dazu, zitat]
das ist quatsch. ich will aber unter diesem nick nicht weiter darüber sprechen.
vielleicht mal per botschaft.

mia_mia
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Mag ich Mag ich nicht

0

21.07.2011 - 21:47 Uhr
mia_mia

Montrose sagte:
[
Ich habe mich ja schon bei den Crystal Meth-Bilder gefragt, wie man das noch "attraktiv" als Abenteuer finden kann, "Krokodil" toppt aber alles für mich.
...


diese Chrytal-Meth-Bilder wurden aber höchstwahrscheinlich nachbearbeitet.
Es gibt auch durchaus Menschen, die Chrystal Meth konsumieren, ohne abhängig zu werden und so dermaßen abzustürzen (dies aber in den meisten Fällen nasal).
und wie geschrieben: eine Abhängigkeit nach Heroin o.ä. bestand sicherlich in den meisten Fällen schon vorher und da es keine Substitution in Russland gibt, helfen sich die Leute eben selbst, wenn der Entzug nicht mehr auszuhalten ist.

Montrose
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Mag ich Mag ich nicht

1

21.07.2011 - 22:00 Uhr
Montrose

mia_mia sagte:
Es gibt auch durchaus Menschen, die Chrystal Meth konsumieren, ohne abhängig zu werden und so dermaßen abzustürzen (dies aber in den meisten Fällen nasal).


Viele der Drogen (wie auch wohl dieses Desomorphin) sind ja als reiner Stoff nicht besonders gesundheitlich kritisch (mal abgesehen von der Abhängigkeit). Die Leute krepieren in der Regel eher an den Nebenprodukten und den Beschaffungsproblemen.

mia_mia sagte:
eine Abhängigkeit nach Heroin o.ä. bestand sicherlich in den meisten Fällen schon vorher und da es keine Substitution in Russland gibt, helfen sich die Leute eben selbst, wenn der Entzug nicht mehr auszuhalten ist.


Ja, vermutlich hast Du recht.

melancholieunduebermut
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Mag ich Mag ich nicht

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21.07.2011 - 22:28 Uhr
melancholieunduebermut

was für ekliges zeug ist dieses krokodil bitte, dagegen ist ja heroin so harmlos wie zucker

mia_mia
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Mag ich Mag ich nicht

0

21.07.2011 - 22:35 Uhr
mia_mia

Montrose sagte:
mia_mia sagte:
Es gibt auch durchaus Menschen, die Chrystal Meth konsumieren, ohne abhängig zu werden und so dermaßen abzustürzen (dies aber in den meisten Fällen nasal).


Viele der Drogen (wie auch wohl dieses Desomorphin) sind ja als reiner Stoff nicht besonders gesundheitlich kritisch (mal abgesehen von der Abhängigkeit). Die Leute krepieren in der Regel eher an den Nebenprodukten und den Beschaffungsproblemen.


genau, da stimme ich dir vollkommen zu.

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philipp-mattheis

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