12.07.2011 - 21:50 Uhr

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wo ist die Stille hin?

Text: KonStruct

...ständig vor sich hin redend, denkend, ein Wort gibt sich das nächste; wohin soll das führen? Sinnlos wirkt der zäh brodelnde Fluß unablässiger Wortbildung - Botschaften ohne Empfänger, ohne Absender, schreiben und lesen sich selbst; kritzeln über die verstaubten Windungen langsam zerbröselnder Gehirne
monologue, monologues                ...                         dialogues?
double-talk                      it´s aaaaall - talk
Lieder,                                              Fragmente spuken
Texte, Aphorismen                          in meinem Kopf um-
irgendwo aufgeschnappt,                            her, und stiften Unheil.
eingepackt, wieder hervor-                         Suchen nach Grund und
gekramt...                                                 Boden; verlieren sich...
"Ach, Herr S. wenn Sie nur immer so             Verfolgt; gehetzt von
machen würden, wie sie könnten..."              Worten und Sprüchen!
Wenn ich besser könnte,                          Oh, dieser Spruch verfolgt
glaubt mir, ich würde!                               mich seit der Kindheit...
Vollidioten, für wie blöd      Warum kann ich     Intelligenz ist eine
haltet ihr mich? Daß ich      nicht EINFACH         Krankheit!
absichtlich NICHT mache,   VERBLÖDEN?          "Tja, das wird
was ich eigentlich KANN??                     auch nicht mehr weniger"
I TALKED TO THE WIND                        Noch so ein Spruch...
MY WORDS ARE ALL CARRIED     Hah, was haben wir gelacht!
A-WAAAAY            MUCH           CONFUSION - DISILLUSION
                    ALL A-ROUUUUND MEEEEEEE
Und dann tappe ich wieder in die alte Falle; fange an, nach
einem Sinn zu suchen, in dem ständigen Geknatter dieses
Haufens chaotisch verknüpfter Synapsen - ORDNUNG schaffen!
Bloß, wo keine Ordnung ist, läßt sich auch keine Schaffen; ein
System, das sich im Chaos begründet, läßt sich nicht mit
REGELN erklären. Und je mehr ich in dem Gedankenknäuel
herumpfusche, desto verworrener wird es: Entropie! 2. Satz
der Thermodynamik, für Klugscheißer: In einem geschlosse-
nen, adiabaten System, kann die Entropie nicht abnehmen.
Bleibt natürlich die vage Hoffnung, wir befänden uns vlt. doch
in einem offenem System - aber WO zum Teifel soll das wieder
hinführen..? Oder eben Gleichgewicht, tjaha, das =gewicht.
Balance. Ein-Atmen. Aus-Atmen.
Selbst für einen stürzenden Seiltänzer kann es von Vorteil sein, sein Gleichgewicht wieder zu finden, bevor er am Boden aufschlägt. Sorgt zumindest für ein elegantere Landung, auch wenn die Show natürlich versaut ist.
Immerhin ein rauschender Applaus der Erleichterung.
Dann setzt das Gemurmel und Getuschel wieder ein.
Aber in dem Augenblick, wo er das Gleichgewicht verlor, als der Fuß vom Seil rutscht, und der Körper mit ungeahnt unkontrollierter Anmut, in geradezu alberner Überschweng-lichkeit in die Arme der bodenlosen Schwerkraft fällt;
als das letzte überraschte Lachen im Halse stecken geblieben ist - da herrschte STILLE, für einen Augenblick! Und dann... wo ist die Stille hin?


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