Warten auf die Bahn oder Sehe ich die falschen Dinge?
Heute fing der Tag schon komisch an. Ich bin kaum aus dem Bett gekommen und habe mich gefühlt, als wäre eine Horde Nashörner über mich drüber gelaufen.Dementsprechend zermatscht sah auch mein Spiegelbild aus. Allerdings gefallen mir diese Tage eigentlich ganz gut. Man sieht leicht angeranzt aus, die Haare sind angefettet, aber es ist genau DER Zustand, den man an anderen hasst.
Es hat diesen pseudo-küsterlischen, ich bin ein bisschen durch, aber trotzdem (oder gerade deswegen) cool touch. Ein bisschen Scheißegalstimmung gemischt mit ich-fühl-mich-schön-in-mir.
Ich mag es, wenn ich mich so fühle. Nur leider bekomme ich diese Stimmung nicht immer hin, beziehungsweise habe keinerlei Idee, wie ich sie hervorlocken kann. Sie kommt einfach, ist da, erfreut mich und verschwindet wieder.
Dafür habe ich dann, beim auf die Bahn warten, wieder Menschen gesehen, bei denen mich das Mitleid überkommt. Und dann bekomme ich ein schlechtes Gewissen, weil ich gar nicht in der Position bin, Mitleid mit Ihnen zu haben.
Denn setzt Mitleid nicht voraus, dass man sich selbst in einer höheren Position wähnt? Hat Mitleid nicht immer etwas mit auf-jemanden-hinabschauen zu tun? oder mit sich-freuen-dass-es-einem-so-gut-geht?
Natürlich, ich habe diese Menschen gesehen bin selbst ein Stück grösser geworden. Habe mir gedacht, dass meine Probleme Luxusprobleme sind, im Gegensatz zu ihren.
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25.11.2011 - 00:21 Uhr
alter_hund