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BananenBill
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Mag ich Mag ich nicht

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03.05.2013 - 14:07 Uhr
BananenBill

Und 6. Das Zurückwechseln aus der privaten in die gesetzliche ist nach vier Jahren Mitgliedschaft in der privaten schwer bis unmöglich. Und die Beiträge der privaten steigen IMMER, egal, was man verdient. Viel Spaß als Rentner...

soylentyellow
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Mag ich Mag ich nicht

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03.05.2013 - 14:07 Uhr
soylentyellow

Ganz klar: Gesetzlich!

Als Beamtenkind ist der Einstieg ins Studium DIE Möglichkeit in die gesetzliche Versicherung zu wechseln.

Die nächste Möglichkeit gibt es erst wieder wenn man eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit aufnimmt, also einen regulären Job *in Deutschland* hat. Die GKV ist erst sicher wenn man mindestens ein Jahr sozialversicherungspflichtig arbeitet. Also nutze diese Möglichkeit und wechsle in die GKV.

Warum gesetzlich besser ist als privat:

*Als privat Versicherter ist man ("dank" Selbstbehalt und Beitragsrückerstattung [falls man keine Rechnungen einreicht]) für viele Dinge faktisch überhaupt nicht versichert.

Beispiel: Ich gehe zum Arzt.

- Als GKV Patient zeige ich mein Kärtchen und damit ist damit alles erledigt.

- Als PKV Patient bezahle ich diesen Arztbesuch selbst d.h. ich brauche so viel Geld auf dem Konto. D.h. ich muss die Summe vorstrecken. OK, aber das bekomme ich doch wieder - oder?

-Nicht unbedingt. Außerdem *bezahle* ich den Arztbesuch aus eigener Tasche außer ich reiche die Rechnung bei der PKV ein. Diese erstattet allerdings erst etwas wenn die Summe aller Rechnungen über dem Selbstbehalt liegt.

Außerdem geht damit die Beitragsrückerstattung (die man erhält falls man keine einzige Rechnung einreicht) von beispielsweise 30% auf 0% zurück (ein "Soft Landing" gibt es nicht), d.h. man braucht 6 Jahre à 5% Beitragsrückerstattung bis man wieder da ist wo man war. (ähnlich Autoversicherung mit Zurückstufung der Schadensfreiheitsklasse im Schadensfall)

D.h. "lohnen" tut sich das erst falls man eine (oder mehrere) wirklich hohe Rechnungen hat, die höher sind als Selbstbehalt + Jahresbeitrag x 0,3 + Jahresbeitrag x 0,25 + Jahresbeitrag x0,2 + Jahresbeitrag x0,15 + Jahresbeitrag x 0,10 + Jahresbeitrag x 0,05.

Oder mit anderen Worten: Es lohnt sich erst die Rechnung einzureichen wenn der Rechnungsbetrag höher ist als der Selbstbehalt + Jahresbeitrag x 1,05. Also teurer als mehrere tausend Euro.

D.h. faktisch ist man NICHT VERSICHERT weil man alles bis zu dieser Grenze aus der eigenen Tasche bezahlt.

Oder man ist dazu gezwungen eine Rechnung einzureichen (falls man nicht so viel Geld auf der hohen Kante hat), dies bezahlt man aber später durch wesentlich höhere Beiträge bzw. eine wesentlich geringere Rückerstattung, was ja aufs gleiche hinausläuft.

***Dies kann die Entscheidung "gehe ich zum Arzt oder nicht" wesentlich beeinflussen, was meiner Meinung nach nicht sein darf.***

* PKV Patienten müssen mehr für die gleiche Leistung bezahlen. Ist so.

*Dies führt unter Umständen dazu dass Ärzte in Ihnen eine cash cow sehen und unnötige/medizinisch fragwürdige Dinge tun wollen weil es einfach mehr Geld bringt und sie (fast) alles abrechnen können was sie wollen.

*Dies führt auch zu einem der wenigen Vorteile der PKV: Weil man privat einfach mehr abrechnen kann kommt man als PKV Patient auch schneller dran.

*Das finanzielle Risiko als PKV Patient ist größer. Als GKV Patient gibt es einen Mindestbeitrag zur Krankenkasse und einen Höchstbetrag. Dazwischen bezahlt man einfach einen Prozentsatz des Einkommens und gut ist. Als PKV Patient bezahlt man was auch immer die Versicherung von einem haben will. Das ist v.a. bei (vorübergehendem) kleinem Einkommen oder Arbeitslosigkeit oder Rente ein finanzielles Problem.

*studiert man länger als bis man 26 ist oder fängt man ein Zweitstudium an heißt es "Ein Mal PKV, immer PKV. Zahlen bitte". Und zwar kräftig. (Ungefähr so viel wie ein WG Zimmer in München)

* Als GKV Patient wird bezahlt was bezahlt wird und nicht bezahlt was nicht bezahlt wird und das ist bei allen anderen GKV Patienten gleich.

Als PKV Patient muss ich mir einen Tarif unter zehntausenden mit gewissen Leistungen aussuchen - nur versteht das keiner und woher soll ich jetzt wissen was ich mal brauchen werde und wo dies am günstigsten ist? Außerdem: Wenn ich irgendwas ausschließe (Bsp: Psychotherapie, Vorerkrankung, was auch immer) und dies dann später evtl. doch benötige bin ich auch noch selber Schuld dass mir das keiner bezahlt. Bei der GKV kann ich mich nicht selbst kasteien warum ich nicht doch den anderen Tarif gewählt habe, das ist dann eben so. PKV Tarife zeigen Handytarifen wo der Hammer hängt, nur kann man sie nicht so leicht wechseln. Außerdem sind PKV Tarife noch intransparenter.

*Ist mein erster Job im Ausland kommt ich immer noch nicht in die GKV rein, Pech gehabt. War ich als Student bereits in der GKV kann ich arbeiten wo ich will und weiß dass die GKV mich mit offenen Armen empfängt wenn ich wieder komme

* Mache ich mich selbstständig und bin mir nicht sicher ob meine Geschäftsidee das große Geld bringt und ich war bereits in der GKV kann ich dort auch erst Mal bleiben. Gehen die Geschäfte mal nicht so gut so muss ich nie mehr bezahlen als den Mindestbeitrag. War ich in der PKV so kostet es eben gut und gerne das Doppelte. Das ist schlecht falls es auf jeden Euro ankommt.

---

Leider war mir das alles nicht bewusst als ich so eine „Bestätigung für die Befreiung von der gesetzlichen Versicherungspflicht“ beibringen sollte. Hätte ich mich damals doch nur für die GKV entschieden, so hätte ich jetzt einen oder zwei Hunderter jeden Monat mehr in der Tasche und müsste mir keine Sorgen um Arztrechnungen machen deren Höhe vom Aszendenten des Faktors des Sternzeichens der Sprechstundenhilfe bestimmt ist (also unvorhersehbar ist) als von dem was man denkt wie kompliziert das war. Ich würde einfach mein Versichertenkärtchen vorzeigen und das wäre es dann gewesen. Außerdem würde ich mich in der Entscheidung "gehe ich zum Arzt oder ist es nicht so schlimm" wesentlich leichter tun.

dem_osten_so_nah
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03.05.2013 - 14:08 Uhr
dem_osten_so_nah

Ich finde, dass hier ein wichtiger Aspekt fehlt: Als Privatpatient erhält man in der Regel schneller einen Termin bzw. wird überhaupt als Patient aufgenommen.

Hier in der Stadt haben vor allem die guten Ärzte schon so viele Patienten, dass sie in der Regel keine neuen mehr aufnehmen. Nur das "Pik As" im Ärmel bzw. der Spruch "Ich bin privat versichert" hat schon zwei mal dafür sorgen müssen (ich fühle mich schon etwas schäbig dabei), dass ich überhaupt eine Chance hatte, von meinen Wunschärzten aufgenommen und behandelt zu werden.

octopussy
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Mag ich Mag ich nicht

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03.05.2013 - 14:09 Uhr
octopussy

Ich war den Großteil meines bisherigen Lebens privat versichert. Gesetzlich versichert stets nur in fester Anstellung. Ich bin ein Beamtenkind. Da ich "schon immer" privat versichert war, hatte ich nach dem Studium in der ersten Selbständigkeit auch einen sehr guten aber dennoch nicht so teuren Beitragssatz. Als ich dann das erste mal kurz (eineinhalb Jahre) fest angestellt war, habe ich die private Krankenkasse ruhen lassen, das kostet so in etwa 6 Euro im Monat.
Das Ruhenlassen der privaten Versicherung gewährt dir die Sicherheit, wieder ohne Aufpreis in den gleichen Tarif einsteigen zu können. Die nächsten Jahre der Selbständigkeit (9 an der Zahl) hatte ich somit einen sehr guten umfangreichen Tarif. Wäre ich neu eingestuft worden, hätte ich locker 50-100 Euro mehr gezahlt.
Seit Juli bin ich wieder festangestellt und lasse die Private wieder ruhen. Das Geld ist es mir wert.
Denn seit Juli merke ich auch wieder gewisse Unterschiede in der Behandlung zwischen Privatpatient und Kassenpatient. Wo ich mir vorher Termine aussuchen konnte, muss ich jetzt 4 Monate auf einen Termin warten. Manche Ärzte schleusen einen schneller durch. Allerdings gibt es auch Ärzte, denen die Versicherung egal ist, und die den Mensch octopussy behandeln/beraten/checken.

andersen
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Mag ich Mag ich nicht

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03.05.2013 - 14:09 Uhr
andersen

Naja,eine ziemlich optimistische Sicht auf die PKV .Selbst das Handelsblatt rechnet
damit ,daß sie wohl keine 10 Jahre mehr bestehen wird.Auch die ziemlich rigiden
Regeleungen für Freiberufler bei der GkV mit einem hohen Mindestbeitrag kommen
leider nicht zur Sprache.Wofür man so viele GKVs braucht trotz Einheitsbeitrag
leuchtet leider auch nicht ein.

wetzer123
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03.05.2013 - 14:09 Uhr
wetzer123

Eigentlich ist das ganz einfach. Wer kein sozialer Armleuchter, der nur an den eigenen Vorteil denkt, ist, der versichert sich selbstverständlich gesetzlich.

JimmyGlitschi
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03.05.2013 - 14:09 Uhr
JimmyGlitschi

Schöne, ideologisch unverbrämte Analyse!

jurette_
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Mag ich Mag ich nicht

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06.05.2013 - 14:31 Uhr
jurette_

Eine weitere Option wird hier gar nicht genannt: Gesetzlich versichern und privat zusatzversichern für Krankenhausaufenthalte. Hat den Vorteil, dass man bei wirklich schlimmen Sachen, bei denen man in die Klinik muss, die Vorteile der Privatversicherung hat - insbesondere die Wahl des Arztes.

motorula
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Mag ich Mag ich nicht

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06.05.2013 - 14:31 Uhr
motorula

Ich bin privat versichert und genieße es im Moment eigentlich nur.
Noch (!!) bin ich günstiger dran als bei der Gesetzlichen und ich muss nirgends lange warten. Manche Ärzte haben extra Wartezimmer mit Getränken für Privatversicherte.
Beim Zahnarzt komm ich immer sofort dran, auch wenn Leute im Wartezimmer sind.

Das mit dem Basistarif bei Punkt 4 klingt interessant, heißt das, dass ich im Ernstfall nie mehr als 575,44 zahlen müsste?

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