#67
Zwei Punkt Strich. Ich sehe deinen Hinterkopf hervorragen über der grünen Polsterung deines neuen Drehstuhls, dein Blick geht gen Fenster, das helle Licht im Hintergrund lässt Menschen immer leuchten, diesmal leuchtest du.
Den Teller vom Frühstück letzten Montag hast du noch immer auf dem Tisch stehen, zweihundertdreißig Briefe ungeöffnet verteilt auf dem Boden, fällt es dir leicht sie nicht anzufassen? Wie meine Hüften, wenn ich mich an dich lehne? Wenn mein Haar in deinen Nacken fällt, meine Hand auf dein Knie rutscht? Ich habe ganz trockene Lippen, meine Zunge schmeckt salzig. Das ist die Wehmut über Dinge auf die man warten muss, jeden Tag und jede Stunde. Diesmal bist das du.
Ich stehe im Türrahmen und lasse meine Tasche zu Boden sinken, ziehe die Schuhe aus und meine nackten Füße frieren ein wenig. Kannst du mich jetzt bitte zu dir ziehen und flüstern, von einem Tag an dem wir uns nicht suchen müssen, sondern sofort gefunden haben. In der Wohnung riecht es nach morgen, haben wir das gestern übersehen? Dein Wasserhahn tropft wie immer nach oben, du hast vergessen ihn umzudrehen. Genauso wie den Tee, der Beutel zieht noch immer im Eierbecher und das Frühstücksei hast du in der Tasse gelassen. Das ist alles nicht gut, das sage ich dir so wie du da sitzt in deinem grünen Polsterstuhl von 1967. Lass uns auf dem Liebe machen. Dann kann ich auch drüber hinwegsehen, dass du gestern vergessen hast mir zu sagen, dass es heute schon nach morgen riecht.

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