Mädchen, warum sind eure Kostüme so pornös?
Die Jungsfrage dreht sich passend zum Wochenende darum, warum kaum ein weibliches Kostüm ohne Netzstrumpfhose und Schmollmund auskommt.

Die Jungsfrage
Liebe Mädchen, angesichts der Bilder, die uns aus den vom Karneval erschütterten Gebieten erreichen und angesichts der kostümierten Damengruppen in unserer harmlosen Straßenbahn, fällt uns etwas auf. Eure, also die weiblichen Kostüme, sind gerne das, was meine Mutter "ganz schön gewagt" nennen würde. Egal, ob das Endkostüm eigentlich eine Katze, eine Krankenschwester oder eine Prinzessin sein soll, die meisten Trägerinnen geben diesen harmlosen Absichten eine gute Portion Bitch und Erotik mit und zeigen ein Dekolletée, mit dem sie sonst nicht in Verbindung gebracht würden.
Nicht wenige verkleiden sich natürlich auch gleich als Sarah Katzenberger, Playboy-Bunny, Show- oder Bondgirl und lassen die zugehörigen Attribute ordentlich raushängen. Netzstrumpfhosen, Lackstiefel, Schmollmund – gibt es überhaupt ein weibliches Kostümmodell das ohne diese Zutaten auskommt?
Nun, wir haben gegen diese grelle Takelage natürlich nichts einzuwenden, fragen uns aber schon, ob hinter diesem temporären Hang zum Ordinären nicht ein stummer Hilfeschrei steckt? So in der Art: Das ganze Jahr über muss ich die Sexbombe unter einer Fassade aus kühl-emanzipierter Fortschrittsfrau verstecken und mit Boyfriend-Jeans und Karohemd klug auf dem Flur stehen. Erst im Karneval darf ich mal Frau sein, wie ich es mir vorstelle.
Oder wollt ihr einfach mal ausprobieren, wie es ist, so rumzulaufen? Reizt euch der Reiz? Und gibt es dafür keine friedlicheren Teststrecken als die Konfetti-Fußgängerzonen im Februar?
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