Keine Lust auf deflorierte Teenager
Schwanger auf dem Wannsee: In der ARD-Komödie Im besten Alter spielt Josefine Preuß eine gestrandete Schwangere, die von zwei Frührentnern umsorgt wird. Mit news.de hat die 25-Jährige über Midlife-Crisis, gelungene Beziehungen und ihre Rollen gesprochen.Frau Preuß, wie fanden Sie den Dreh auf dem Wasser zu dem ARD-Film Im Besten Alter?
Preuß: Kalt! Wir haben im September und Oktober gedreht, da war es schon nicht mehr ganz so warm. Aber natürlich war es auch aufregend, mit der Crew auf dem alten Zweimaster eine so tolle Geschichte zu drehen.
An welchen Gewässern verbringen Sie Ihre Freizeit und Ihren Urlaub?
Preuß: Am liebsten bin ich am Karibischen Meer. Jedes Jahr im Januar fahre ich nach Kuba – blaues Meer, Palmen und weißer Strand - das ist einfach perfekt.
Die Frührentner Fred und Klaus langweilen sich auf ihrem endlosen Segeltörn zu Tode – wie möchten Sie Ihren Lebensabend verbringen?
Preuß: Oh, das weiß ich noch nicht. Es hängt davon ab, was ich in den nächsten Jahren zu lieben lerne. Die Hauptsache ist, dass man gesund bleibt. Ob ich mein Alter dann auf der Veranda verbringe oder sonstwo, weiß ich nicht. Wichtig wäre mir, dass ich viele nette Menschen um mich habe.
Die beiden Herren und ihre Ehefrauen haben sich ziemlich auseinandergelebt – haben Sie manchmal Angst vor Ihrer eigenen Midlife Crisis?
Preuß: Ich denke, das ist eher ein männerspezifisches Problem (lacht). Bei Frauen kommt die Krise dann mit den Wechseljahren. Da muss natürlich jeder selbst schauen, wie er damit zurechtkommt – aber ich bin jung und habe noch mindestens 20 Jahre Zeit. Deshalb hab ich darüber noch nicht groß nachgedacht – auch nicht beim Dreh für Im besten Alter.
Was glauben Sie, wann befindet man sich denn im besten Alter?
Preuß: Dann, wenn man denkt, dass man im besten Alter ist. Wissen Sie, eigentlich hat doch jedes Alter was Schönes: Wenn man Teenie ist und krasse Erfahrungen macht, dann als junger Erwachsener oder wenn man später eine eigene Familie hat – man muss sich einfach jedes Alter schön machen. Ich kann nichts mit Menschen anfangen, die über ihr Alter jammern oder zum zehnten Mal 30 werden.
Franziska wird sitzen gelassen rudert ziellos auf den Wannsee hinaus – gab es schon einmal eine schwierige Situation im Leben, vor der Sie geflohen sind?
Preuß: Weggelaufen bin ich nie, auch nicht in der Teenagerzeit. Das hatte ich auch gar nicht nötig, denn meine Familie war immer für mich da. Also hab ich mich den Problemen gestellt. Und heute würde ich auch nicht weglaufen, dafür sind mir meine vier Wände zu heilig.
Man kennt Sie als selbstbewusste Rotzgöre Lena aus der Serie Türkisch für Anfänger – Franziska ist viel verletzlicher, weil sie ein Kind erwartet. War das eine große Umstellung für Sie?
Preuß: Eigentlich nicht, denn diese Rolle war genau das, was ich machen wollte. Franziska ist definitiv erwachsen, auch wenn sie nicht weiß, wie sie mit der Situation umgehen soll. Es hat mich sehr gereizt, auch mal andere Rollen zu spielen und verschiedene Seiten zu zeigen. Natürlich musste ich mich dafür gut vorbereiten und selbst mitdenken. Aber man hat ja das Drehbuch und baut sich dann mit der eigenen Feedbackgeschichte ein genaues Rollenprofil auf.
In Im besten Alter spielen Sie eine 20-Jährige ohne Job und Wohnung, auch in früheren Filmen gaben Sie oft die gestrandete Jugendliche – wünschen Sie sich manchmal andere Rollen?
Preuß: Klar, aber das hat noch Zeit. Ich sehe sehr jung aus und man kann durch Kleidung oder Make-up noch mehr rausholen – das betrachte ich als Vorteil. Denn 16- oder 17-Jährige dürfen aus arbeitsrechtlichen Gründen nur drei Stunden täglich am Set sein – aber ich kann den ganzen Tag drehen. Natürlich habe ich keine Lust, mit 30 immer noch den deflorierten Teenager zu geben, ich achte schon darauf, dass meine Rollen langsam erwachsener werden. Aber wenn das Drehbuch gut ist und mir eine Rolle gefällt, ist das Rollenalter eigentlich egal.
Sie werden sicher oft für jünger gehalten, als Sie sind – nervt Sie das?
Preuß: Ich werde immer für jünger gehalten. Früher, als ich so knapp 18 war, hat mich das gestört. Aber mittlerweile bin ich sehr entspannt. Ich finde es gut und couragiert, wenn beim Alkoholkauf mein Ausweis verlangt wird – es ist besser wenn die Verkäufer nachfragen, anstatt Wodka an 13-Jährige zu verkaufen.
In dem Film haben sich die beiden lang verheirateten Ehepaare auseinandergelebt. Was glauben Sie, wie man es schaffen könnte, in einer dauerhaften Beziehung zu leben ohne dass das langweilig wird?
Preuß: Hm, wahrscheinlich müssten wir darüber in 50 Jahren nochmal sprechen, ich kann keine Tipps geben. Denn ich bin ziemlich jung und habe noch keine zehn Jahre Beziehung hinter mir (lacht). Ich denke, man muss zuhören können, sollte auch mal über sich selbst lachen und darf nicht alles auf die Goldwaage legen. Aber ob es ein Geheimrezept für eine erfolgreiche Beziehung gibt? Ich weiß es nicht…
Wenn man die Segelboot-Szenen sieht, bekommt man richtig Lust auf Urlaub - verraten Sie Ihre Pläne für den Sommer?
Preuß: Meinen Jahresurlaub habe ich schon hinter mir, weil in den Sommermonaten immer recht viel gedreht wird. Ich war im Januar auf Kuba. Diesen Sommer werde ich in Thailand für den Türkisch-für-Anfänger-Kinofilm drehen – wir wagen uns auf die große Leinwand. Ich bin sicher, das wird ein besonders schöner Dreh, weil wir an einem richtig tollen Urlaubsort sein werden.
Josefine Preuß ist am Donnerstag, 3. März, 20.15 Uhr, in der Komödie Im besten Alter im Ersten zu sehen.
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