20.02.2011 - 20:27 Uhr

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Plagiate allerorten...

Text: monochromatisch

„Es (1) ist (2) nicht (3)  leicht (4) geistig (5) eigene (6) Werke (7) zu (8) schreiben (9), ohne (10) sich (11) mit (12) fremden (13) Worten (14) zu (15) schmücken (16).

 

(1): [mhd., ahd. eß]  entnommen aus:  „Es braust ein Ruf wie Donnerhall“  von Max Schneckenburger (1919-1849) ‚Die Wacht am Rhein‘

(2): ist siehe sein [mhd., ahd. sin] entnommen aus:  „Ist das Wort der Lipp entflohen, Du ergreifst es nimmermehr“ von Wilhelm Müller (1794-1827), aus einem Epigramm

(3): nicht  [mhd. niht, ahd. niwiht, aus ni (eo) whit = nicht (irgend)etwas.   entnommen aus: „Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig“ von Franz Werfel (1890-1945), Titel einer Novelle

(4): [mhd. lith(e), ahd. liht(i)], entnommen aus: „Leicht beieinander wohnen die Gedanken, doch hart im Raume stoßen sich die Sachen“ von Friedrich Schiller (1759-1805) aus ‚Wallensteins Tod‘

(5): entnommen aus: „Selig sind die geistig Armen, denn ihrer ist das Himmelreich“ von Jesus (0-30) aus der Bergpredigt

(6): entnommen aus:Die Bücher, die von der Welt unmoralisch genannt werden, sind Bücher, die der Welt ihre eigene Schande zeigen.“ von Oscar Wilde (1854-1900) aus 'Das Bildnis des Dorian Grey'

(7): entnommen aus: „Sich selbst darf man nicht für so göttlich halten, dass man seine eigenen Werke nicht gelegentlich verbessern könnte.“  von Ludwig van Beethoven  (1770-1827)

(8): [mhd. zuo, ze, ahd. zuo, za, zi], entnommen aus: „Ihren Antiquitätenladen hielt er für eine Belastung, die einkommensmäßig nicht zu Buche schlug.“ von Leonie Ossowski (1925- ) ‚Liebe ist kein Argument‘

(9): entnommen aus: „Um einen Liebesbrief zu schreiben, musst du anfangen, ohne zu wissen, was du sagen willst, und endigen, ohne zu wissen, was du gesagt hast.“ von Jean-Jacques Rousseau (1712-1778)

(10): entnommen aus: „Und sintemal ihr den zum Vater anrufet, der ohne Ansehen der Person richtet nach eines jeglichen Werk“ von Petrus (ca. 0-67) aus ‚Petrusbrief‘

(11): entnommen aus: „Jedes Denken wird dadurch gefördert, daß es in einem bestimmten Augenblick sich nicht mehr mit Erdachtem abgeben darf, sondern durch die Wirklichkeit hindurch muß.“ von Albert Einstein (1879-1955)

(12): entnommen aus: „Wir haben hier in der Stadt keinen hervorragenden Anwalt, (…) der mit allen Hunden gehetzt und in den bedenklichsten Sachen versiert wäre“ von Thomas Mann (1875-1955) aus ‚Buddenbrooks‘

(13): entnommen aus: „Wer ist der glücklichste Mensch? Der fremdes Verdienst zu empfinden
weiß und am fremden Genuß sich wie am eignen zu freun.“ von J.W.Goethe (1749-1832) aus ‚Antiker Form sich nähernd‘

(14): entnommen aus: „Glaubt nicht dem Hörensagen und heiligen Überlieferungen, nicht Vermutungen oder eingewurzelten Anschauungen, auch nicht den Worten eines verehrten Meisters; sondern was ihr selbst gründlich geprüft und als euch selbst und anderen zum Wohle dienend erkannt habt, das nehmt an.“ von Siddharta Gautama (563-483 v.Chr.)

(15): siehe Anmerkung zu (8) entnommen aus: "Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: durch Nachdenken ist der edelste, durch Nachahmen der einfachste, durch Erfahrung der bitterste." von Konfuzius(551-479 v. Chr)

(16): entnommen aus: „Verdiente Kronen schmücken – unverdiente drücken“ von Friedrich Rückert, (1788 - 1866) aus: ‚Vierzeilen‘



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mockingbird
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Mag ich Mag ich nicht

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20.02.2011 - 20:00 Uhr
mockingbird

und die hast du alle selber gelesen? *staun*

Ashur
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Mag ich Mag ich nicht

7

20.02.2011 - 20:14 Uhr
Ashur

Bei (15) wär ich vorsichtig. Das "zu" ist da völlig aus dem Zusammenhang gerissen, denn in der Quelle steht ist es Teil einer Kollokation "zu Buche", du allerdings verwendest es hier als Teil des Infinitiv mit zu, das ist ein völlig anderer Sinn und ich weiß nicht, ob dir das als Sonnenkönig nicht noch mal böse auf die Pantoffeln fällt.

monochromatisch
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Mag ich Mag ich nicht

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20.02.2011 - 20:29 Uhr
monochromatisch

mockingbird sagte:
und die hast du alle selber gelesen? *staun*


Aähem. So als adliger Sonnenkönig hat man ja seine dienstbeflissenen Untergebenen.

Ashur sagte:
Bei (15) wär ich vorsichtig. Das "zu" ist da völlig aus dem Zusammenhang gerissen, denn in der Quelle steht ist es Teil einer Kollokation "zu Buche", du allerdings verwendest es hier als Teil des Infinitiv mit zu, das ist ein völlig anderer Sinn und ich weiß nicht, ob dir das als Sonnenkönig nicht noch mal böse auf die Pantoffeln fällt.


Ist selbstredend geändert.

eisengrau
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20.02.2011 - 22:22 Uhr
eisengrau

Ihr seht mich mit staunend offenem Mund, angesichts des Textes und der Kommentare.

lady_dawn
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21.02.2011 - 00:48 Uhr
lady_dawn

Sei nur vorsichtig, Thomas Mann hat für seinen "Buddenbrook" auch überall geklaut, hat er selber zugegeben, und Goethe war auch nicht so ohne beim Benutzen vorhandener Texte von anderen.

Ansonsten: Respekt. Hoffentlich nicht zur Nachahmung empfohlen.

virgina
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21.02.2011 - 08:12 Uhr
virgina

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21.02.2011 - 08:13 Uhr
virgina

ohne worte

mus
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1

21.02.2011 - 15:09 Uhr
mus

ach, kokolores.

vaus
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21.02.2011 - 16:33 Uhr
vaus

nee grosse klasse!

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21.02.2011 - 16:38 Uhr
vaus

der erste der die sache zum anlass nimmt eigene idees, ja grosse kunst daraus zu formen.
dass dabei der freiher vonundzuaufunddavon nur noch die traurige rolle des anlassers* spielten darf, das ist halt so; wo gehobelt wird, zum beispiel afghanistan usw.

anlasser*= vorform des erblassers

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