08.01.2011 - 18:03 Uhr

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Kambodscha Hautnah - Wie eine Reise den Traum von einem eigenen Hilfsprojekt wahr werden lässt!

Text: StefH

                                                                                                                 Ein Jahr haben wir uns gegeben. Dann wollen wir wieder zurück. Zurück in den Südwesten Kambodschas. Zurück in ein Dorf namens Srae Ambel. Ein Dorf, wo die Verwandten meiner Freundin leben. Ein Dorf, wo sauberes Trinkwasser und ernsthafte Bildungschancen für junge Menschen Mangelware sind. Ein Dorf, wo die Menschen auf den Reisfeldern die dürftige Existenz ihrer Familen noch per Hand ernten. Ein Dorf, wo jungen Mädchen von skrupellosen Menschenhändlern "Traum-Jobs" im Ausland angeboten werden, von denen sie niemals zurückkehren. Aber auch zurück in ein Dorf, wo uns die grenzenlose Freundlichkeit und Schönheit der Menschen - trotz der schwierigen Lebensbedingungen - tief beeindruckt hat.                                            

Apropos Lebensbedingungen: Nach Jahrzehnten der Bürgerkriegswirren, in denen vor allem das Terrorzepter der Roten Khmer tiefe Wunden in die einstige "Schweiz" Südostasiens geschlagen hat, präsentiert sich das Königreich Kambodscha heute als eines der ärmsten Entwicklungsländer der Welt. Ein Land, in dem gut 30 Prozent der Bevölkerung unter der nationalen Armutsgrenze von einem halben Dollar am Tag leben muss. Ein Land, in dem Analphabetismus, Prostitution und Korruption genauso an der Tagesordnung sind, wie bei uns beispielsweise der regelmäßige Besuch einer bekannten Fastfood-Kette.      

Die kritischen Fragen von Freunden und Bekannten waren daher auf den ersten Blick durchaus berechtigt: "Wer will denn schon freiwillig nach Kambodscha?". Doch einmal in den Kopf gesetzt, sollte uns nichts mehr davon abhalten. Nach unserer Ankunft in der pulsierenden Hauptstadt Phnom Penh bereisten wir nicht nur - ausgerüstet mit Rucksack und Spiegelreflexkamera - das aufregende "Land der Khmer", sondern sprachen vor allem mit den Menschen vor Ort.  So ließen wir uns ein barrackenartiges Schulhaus zeigen, nahmen viel zu kleine Regenwassertanks in Augenschein, die den Durst von täglich 300 Schulkindern stillen sollen oder besuchten ein notdürftig eingerichtetes Krankenhaus.    

Dabei merkten wir recht schnell, welche große Bedeutung "Bildung" in diesem Land hat. Wenn nicht sogar die einzige Möglichkeit für die jungen Menschen aus ihrem Schlamassel heraus zu kommen und in eine gesunde und erfolgreiche Zukunft zu blicken. Denn viele Eltern sind zum Beispiel gezwungen, schon früh die eigenen Kindern aus der Schule zu nehmen, damit sie durch Arbeit oder Betteln zum überlebensnotwendigen Einkommen der Familie beitragen können. Der Beginn eines traurigen Teufelskreises.                                              

Zurück in Deutschland schmiedeten wir durch unsere bewegenden Erfahrungenen konkrete Pläne und konnten schnell mit Hilfe der in München ansässigen Padma Stiftung für Kinder und Jugendliche ein eigenes Hilfsprojekt namens "Help4Cambodia" mit der gleichnamigen Homepage (www.help4cambodia.com) ins Leben rufen. Und kleine Erfolge konnten wir schnell verzeichnen. Mittlwerweile machen wir unser Anliegen nicht nur über das Internet bekannt, sondern berichten darüber auch in Bilder-Vorträgen (z.B. in München, Nürnberg, Dresden und Frankfurt) mit Einblicken in Kultur, Leben und Geschichte der Menschen.

Doch bei allem Eifer und Enthusiasmus haben wir uns selbst versprochen eine zentrale Sache niemals aus den Augen zu verlieren. Man darf den Kambodschanern auf keinen Fall europäische Standards aufs Auge drücken. Viel mehr geht es darum, die Einheimischen aktiv in die Dinge zu involvieren. Sie müssen emotional an das Projekt gebunden sein, sonst hat eine auch noch so gut gemeinte Entwicklungsarbeit nicht den Hauch einer nachhaltigen und langfristigen Chance.                                                                            

Bei uns hat es auf jeden Fall bereits funktioniert. Das Projekt lebt nicht nur von unserem Herzblut. Für uns geht damit ein richtiger Traum in Erfüllung. Denn den Wunsch einmal zu helfen und etwas von unserem "Reichtum" an die Welt zurück zu geben, haben wir schon seit längerer Zeit. Und das bedeutet mit anderen Worten: Die Bewohner im Dorf Srae Ambel werden uns wiedersehen. Schon bald. Denn das zu Beginn angesprochene Jahr ist schnell vorüber.                    



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ein_oxymoron
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Mag ich Mag ich nicht

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02.02.2011 - 16:02 Uhr
ein_oxymoron

StefH sagte:
@ein_oxymoron

Lieben Dank für dein Angebot. Über Infos bin ich immer dankbar und aufgeschlossen. Sollte dir das Buch nochmal über den Weg laufen, schick den Titel gerne rüber. Nur muss man die Kirche leider manchmal im Dorf lassen. Die Dinge müssen einfach und unkompliziert umsetzbar sein.

ah! hatte ich ganz vergessen. ich kann mich da gerade nicht drum kuemmern, aber eine sehr gute und nicht so komplizierte moeglichkeit zur nachhaltigen entwicklung sind "farmer field schools" (info zumindest auf englisch im internet), in denen produktivere und/oder billigere anbaumethoden gelehrt und geuebt werden. ihr koenntet also herausfinden, wo die naechstgelegene farmer field school ist, und ein paar leute aus dem dorf dorthin schicken, die dann spaeter ihr wissen weitergeben koennen.

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