Das sind Tage an denen sich die Menschen das Rauchen abgewöhnen.
Text: Sandbuerger
Ich liege in meinem Bett und habe noch keinen Moment geschlafen. Ich zähle der Uhrzeit um die mein Wecker klingelt entgegen. Minute um Minute verstreicht und ich habe immer noch nicht geschlafen. Keine Minute.
Das Licht geht an und meine Nacht ist vorbei. Ich weiß, egal welcher Fuß zuerst den Boden vor meinen Bett befühlt es wird der Falsche gewesen sein.
In meinem Bett war es wenigstens noch warm. Kuschelig sogar.
Und nun stehe ich und die morgenkälte erfasst Schritt für Schritt meinen gesamten Körper.
Ich bin schlecht gelaunt. Will nicht weg.
Schleiche trotzdem ins Bad. Sehe in den Spiegel, ein Fehler. Was mir entgegenblickt ist ein bleiches Etwas mit lila Augenringen. Die Schminke vom Vorabend hängt weiter abwärts. Die Haare stehen zu Berge.
Ich nehme meine Zahnbürste und kauere mich zwischen Dusche und Toilette. Friere noch immer am kompletten Körper.
Schaue zur Dusche. Wie ausladend sie wirkt. Kalt und Nass, Nass und Kalt.
Die Zähne sind geputzt. Das muss für heute reichen. Alte Schminke aus dem Gesicht und neue drauf. Die Augenringe grinsen mir voller Schadenfreude entgegen. Doch mir soll es egal sein.
Meine Laune weiterhin auf dem Tiefpunkt. Halb 6 Uhr morgens.
Ich laufe wieder in mein Zimmer, bekomme die Kurve nicht und zack! Als würde der Türrahmen normalerweise 2 Meter weiter rechts sein. Schön ist es, wenn der Schmerz nachlässt.
Ich schaue auf mein Bett, wie gern ich noch drin liegen würde. Löcher in die Wände starren. Löcher in die Wände starren scheint nicht zu funktionieren.
Mein Vater ist nun auch wach. Begrüßt mich. Bist du bereit für die große Reise?, fragt er mich.
Darauf fällt mir in dem Moment leider nichts ein. Nicht einmal zu einer patzigen Bemerkung bin ich im Stande. Nicht einmal zum Musik hören reicht meine Laune.
Nun muss ich mich beeilen. Suche schnell meine letzten Sachen zusammen. Hab ich alles? Geld, Zigaretten, Feuerzeug? Handy, iPod und das Schwein?
Mein Schwein, das mich überall hin begleiten muss.
Am Bahnhof angekommen wird meine Laune immer schlechter. Hätte ich auch nicht vermutet, dass der Zustand noch zu toppen wäre.
Ich mag Menschen; ich mag sie nur nicht sehen.
Kind, mach doch die Jacke zu! Du erkältest dich! Na und wenn schon? Will doch gar nicht weg, brauch auch nicht gesund sein.
Meine Gedanken laufen Amok. Rennen umher. Bewaffnet bis unter die Zähne wüten sie am Bahngleis. Sie verlieren, alle. Die Alten, die Jungen, die mit und die ohne Kinder. Frau wie Mann.
Soeben fährt noch der Zug ein und im nächsten Moment sitze ich schon drin. Will doch gar nicht weg.
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