Weihnachten
Das vierte Bier beginnt allmählich zu wirken.Ich kann mich noch genau daran erinnern. Es ist der erste Weihnachtsfeiertag.
Vertraute Gesichter und ein Gefühl von Heimat keimt auf.
In diesem Lokal am Markt haben so viele Abende begonnen.
Es waren Höhepunkte dabei, als in einer Nacht meine erste große Liebe klargemacht wurde.
Natürlich ist auch das angebrochene Nasenbein nach der Dorfkerwa ein solcher Höhepunkt.
Tiefen gab es kaum, das Leben war damals einfach, nicht mit Balast beschwert, der sich über die Lebensjahre ansammelt.
Es sind immer noch dieselben Freunde aus der Schulzeit und obwohl man sich
nicht oft sieht, stellt sich unvermutet die alte Vertrautheit wieder ein.
Es sind neue und alte Gesprächsthemen, aber sie erschöpfen sich nicht in Anekdoten, die wie kalter Kafffee schmecken und aus einer Zeit stammen, als der Höhepunkt nicht lange genug zurückgehalten werden konnte, um im Bett zu zweit glücklich zu werden.
Auch dieser Abend endete rauschend. Als wir um halb sechs den Saal verließen, war es bitterkalt. Das Mädel in meinem Arm war toll.
Wir hatten viel Bier getrunken und sie mochte Bier. Ich mag Mädchen, die Bier trinken. Das macht sie zu echten Mädchen, die anpacken können.
Wir setzen uns auf eine Bank. Nach vier Stunden würde wir erfroren sein. Zwei Eis am Stil. Dieser Moment wäre dann für immer festgehalten.
Wir liefen nach Hause.
Ich spürte, dass sie mich mochte und dass nicht der Alkohol das Elixier dieser Verliebtheit war.
Es war gut so. Vielleicht taut unsere Verliebtheit erst im Sommer auf.






