13.12.2010 - 12:46 Uhr

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letzte nacht.

Text: brokensocial

Ich hab ins Bettlaken geweint, ist das nicht lächerlich. Ich wollte ja eigentlich stark bleiben, mir vorstellen es würde mich nicht berühren, wenn du die Tür hinter dir zu schlägst. Ich hatte mir immer ausgemalt, dass ich die Starke sein werde, dass ich dich ja eigentlich gar nicht mehr liebe. 

Ich falte die Tischdecke, lecke den Löffel ab und streiche dir über dein Hemd, deine Brust ist nicht mehr fest, dein Gesicht nicht mehr so wie früher mal, so gelassen. Ich suche ein Lachen in dir, gieße dir Kaffee ein, rühre die Milch dazu und frage mich immer wieder still, wo du geblieben bist. Haben wir uns verloren, oder haben wir uns genau jetzt erst gefunden. Ist das der Moment, in dem man feststellt, man kann keinen weiteren Schlussstrich ziehen? Ich fühle mich schwer wie ein Wasserbecken, setze mich und hoffe, du setzt dich auch. Ich streichle meine Hände, weil ich nicht weiß was ich sonst tun soll. Mein Kopf hat gerade gar keine Möglichkeiten an etwas anderes zu denken als an unsere Gezeiten. Sowohl die Ebbe als auch die Flut. 
Erst jetzt fühle ich, ich hätte gelassener sein sollen, mit dir und uns. Dass jeder Mensch nun mal anders ist. Dass du nicht das geben und verlangen kannst, was ich gegeben und verlangt habe. Sondern dass du du bist. Mit deinen Lichtern und deiner Dunkelheit. 
Erst jetzt merke ich, als mir der Kaffee im Hals stecken bleibt, dass du die ganze Zeit mein einziges Licht gewesen bist. Ich lasse meinen Kopf auf den Tisch sinken, mir wird ganz schlecht, als ich daran denke, dass du bald nicht mehr hier sitzen wirst. Ich werde die Bilder abhängen, zerreißen, vielleicht verbrennen, vielleicht einfach nur in Kisten packen.
Ich denke an meine Familie, und wie ich es erklären soll, dass du mich nicht mehr willst. Sie werden das akzeptieren und nicht fragen. Ich hoffe sie fragen nicht. Ich denke daran, wie ich deinen Geruch los werden soll, unsere Jahre, die verdammte scheiß Liebe zu dir. Ich nehm die Butter aus dem Kühlschrank, sie ist deine. Ich räume die Tassen aus, ich weine nicht. Ich weine nicht und hoffe du siehst das. Ich werde schon noch genug weinen, wenn du weg bist.
Du nimmst mich an der Hand und sagst es sei richtig so. Ich denke mir wie kannst du das nur wissen und fange an zu lächeln. Ich weiß dass es falsch ist und ich weiß, ein weiteres Mal kann ich nicht Nein sagen. Ich habe viel zu oft Nein gesagt.
Ich lege den Kopf an deinen Hals, buddle mich ein, rieche ein letztes Mal an dir und weine. Es ist so dunkel hier in deiner Halspartie, an deiner Schulter, unter deinem Kinn. Es wird alles ganz dunkel und leise. 

Es ist 9:21 Uhr und ich wache auf. Ich rufe dich weil ich nicht aufstehen kann, du liegst nicht neben mir. Ich rufe dich und du kommst nicht. Ich rufe dich noch ein mal weil ich etwas in der Küche höre. Dann stehst du da, in der Tür und fragst mich, warum ich so leer aussehe. 
Trink deinen Kaffee weiter, das war nur ein schlechter Traum.



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4 Kommentare

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FrighteningDarkness
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Mag ich Mag ich nicht

0

16.12.2010 - 16:39 Uhr
FrighteningDarkness

Gelungen!

suicidaldream
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Mag ich Mag ich nicht

0

16.12.2010 - 19:13 Uhr
suicidaldream

*

zambini
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Mag ich Mag ich nicht

0

20.12.2010 - 17:52 Uhr
zambini

puh intentsiv *

tuuli
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Mag ich Mag ich nicht

0

04.01.2011 - 01:19 Uhr
tuuli

puh glück gehabt.


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