Paris
Paris im Mai
Gesichter - tausend - gleiten durch die Geschichte der Stadt.
Ich sehe mich selbst spiegeln im Glas und durch die Transparenz hindurch zur Strasse, wo 300 Menschen stehen. Vielleicht auch mehr. Sie demonstrieren für.
Tausend Spiegelbilder begegnen sich selbst auf den Strassen von Paris. Man kann sich schlecht verstecken unter den Brücken, unter den Bäumen und den Bildern von Welt. Die Möglichkeit ist gut, wenn man die Wahl hat, steht auf Französisch an den Wänden. Sonst nie. La liberté est bonne, si on a la choix. Würde ich gerne lesen.
Wir assen gedämpfte Teigtaschen und Suppe auf Vietnamesisch und tranken Kaffee auf Französisch. Wir trafen uns gut und tranken am Abend Wein und jeweils der Vater ein Bier. Beruhigend. Da wurde klar, dass vielleicht alles so war, wie es sein sollte. Das konnten wir schon immer gut. Alles nahe und persönlich und so unsicher wie sonst fast nie. Klippenhafte Nächte im Lichtermeer der Stadt, in unruhigem Schlaf. Gespannt auf die Gefühle zwischen den gemeinsamen Zeilen. Mischrechnungen von Eins bis Fünf.
Die vollen Kinderwagen schieben sich nicht von selbst durch die Stadt. Nein. Unruhe und Zukunft fressen sich aus der Hand. Paris ist noch immer kalt im Mai.
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