Sexkritik: Ich will niemals geleakt werden
Was, wenn sich Wikileaks unseres Privatlebens annehmen würde und alle Gedanken, die wir uns jemals in einer Beziehung gemacht haben, öffentlich zugänglich machen würde?
Mal angenommen, Wikileaks würde ausnahmsweise mal nicht die geheimen Akten amerikanischer Diplomaten und hochrangiger Regierungsmitglieder veröffentlichen, sondern auf einmal lauter Daten, in denen es um mein Liebesleben geht. Nur mal angenommen, darin würden alle Gedanken stehen, die sich mein Freund jemals im Laufe unserer Beziehung über mich und den Stand unserer Beziehung gemacht hat. Und angenommen, diese Information würde mir ohne weiteren Kommentar zugeschickt, einfach nur, weil ein gut meinender Mensch in meinem Bekanntenkreis der Meinung ist, dass Geheimnisse einer Beziehung nicht gut tun und sich dazu verpflichtet fühlt, mich aufzuklären.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass damit das Ende meiner Beziehung eingeläutet wäre. Und vermutlich der Beginn einer ganz großen Depression für mich. Denn ich glaube, ich könnte es nur schwer aushalten zu wissen, was mein Freund jeden Tag, 24 Stunden lang, in jeder Situation und jeder emotionalen Verfassung über mich und unsere Beziehung denkt. Wenn es auch nur annähernd dem entspricht, was so durch meinen Kopf wandert, dann finden sich in den vielen rosaroten Gedanken auch einige, die ins Grünlichgelbschwarze gehen.
Und das wäre ja nicht einmal ein Wunder. Schließlich ist jeder Mensch zuweilen garstig gestimmt und denkt dann auch über geliebte Menschen nicht ganz so geliebte Dinge. Und in jeder Beziehung gibt es Streitpunkte, die immer wieder zur erbitterten Auseinandersetzung oder zumindest zu einer zivilisierten Diskussion führen. Und manchmal denkt man vielleicht sogar einfach so an einem Sonntagabend vor der Glotze, dass der Mensch da in der anderen Ecke des Sofas irgendwie auch nicht mehr das ist, was er zu Beginn der Beziehung war. Und dann geht man gemeinsam ins Bett, schläft einmal drüber und wacht am nächsten Morgen bestens gelaunt wieder auf und fragt sich selbst, was um Himmels willen eigentlich am Abend zuvor mit einem los war, dass man so gemein über einen so geliebten Menschen dachte.
Und dann gibt es ja auch noch all die Anderen. All die attraktiven, lustigen, netten, sexy Menschen, mit denen man vielleicht täglich zu tun hat und gerne anschaut und womöglich gar in sein erotisches Nachtgebet einschließt. Kann gut sein, dass mein Freund so eine spezielle Kollegin hat. Oder eine Nachrichtensprecherin, oder Supermarkt-Kassiererin, die ihn ganz wuschig macht.
Ich. Will. Davon. Nichts. Wissen.
Ich will vor diesem Wissen geschützt sein. Und ich glaube tatsächlich, dass ein Teil des Beziehungsvertrags zwischen zwei Menschen mit einigermaßen durchschnittlichen Treue-Vorstellungen auch darin besteht, dass man sich gewisse Gedanken erspart. Immer vorausgesetzt, man ist sich treu, vorausgesetzt, diese Gedanken gefährden nicht das Grundgerüst der Beziehung und vorausgesetzt, es macht den Denker nicht krank, sie für sich zu behalten.
Vielleicht entspricht am Ende das Bild, das ich mir von unserer Beziehung mache, gar nicht dem, das mein Freund hat. Vielleicht entspricht meine Vorstellung vom Zustand unserer Beziehung nicht einmal der Wahrheit. Aber wenn die Wahrheit nur durch schonungslose und ungefilterte Ehrlichkeit ohne Rücksicht auf die Gefühle der Beteiligten zu bekommen ist, dann verzichte ich dankend auf sie.
Ich finde übrigens, dass dieses Stillhalteabkommen für alle zwischenmenschlichen Beziehungen gültig sein sollte. Auch für bilaterale.
- Und Mama, wie ist dein Orgasmus so? 18.05.2012
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- Der Mythos von Ihm und Ihr 12.01.2012
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Brechen wir das Wikileaks-Beispiel mal auf die Beziehung runter, dann wäre Folgendes passiert:
Dein Freund erzählt einem anderen Freund unter der Auflage es nicht weiter zu erzählen, dass Du eine Teflon-Penni bist. Wohlgemerkt, er sagt das zu jemand, den Du möglicherweise auch kennst, in einem Moemnt als Du nicht dabei bist und er sagt etwas, das er Dir nicht direkt ins Gesicht sagt.
Nun hat das ein Freund mitbekommen und erzählt Dir davon.
Das passiert gerade bei Wikileaks. Und wenn Dein Freund unfreundliche Dinge über Dich äußert, dann geschieht es ihm nicht besser.
Nun kannst Du überlegen, ob Du das wissen willst. Im Regelfall wird Dich das auch ohne Veröffentlichung irgendwann erreichen. Und im Regelfall ist es unhöflich bis unter die Haarspitzen, sich hinter dem Rücken anderer abwertend über diese zu äußern. Das ist nicht nur nicht diplomatisch, das zeugt von absolut mangelhafter Kinderstube.
Und Begriffe wie Teflon-Merkel haben da so gar nichts zu suchen. Was ist das für ein Kindergarten ?
Digital_Data
Von daher schwer vergleichbar. Zumindest kaum sinnvoll.
29.11.2010 - 19:24 Uhr
querspieler
... tja, würd mal sagen: DUMM GELAUFEN ... wohl ... dann ... ;) ... und is dann auch nich mehr vom Tisch kehrbar ... werden, nee, müssen wa wohl oder übel am Ende auch noch mit klar kommen ... das is mal klar:) ...
29.11.2010 - 20:05 Uhr
Frau_Winterfuerst
also, kann doch auch jeder lesen, der will ... meine ich mal:)
Und manche Probleme lassen sich ohne eine Abwägung nicht lösen. Und welches dieser Güter DANN mehr wiegen soll, kann von Situation zu Sitaution doch ganz unterschiedlich sein. Wenn eine Kriegsbeendigung nur so zu erreichen ist, dass ein irrer Staatschef sein Gesicht dabei wahren kann - dann kann ich damit leben und habe kein Problem mit Verhandlungen hinter verschlossenen Türen. Vorraussetzung ist nur, dass das Vertrauensverhältnis zwischen mir und meinem Volksvertreter, der da hinter verschlossenen Türen in meinem Namen mitverhandelt, nicht gestört ist.
Der Witz an Diplomatie ist doch gerade die Diskretion. Das ist doch völlig ok.
kein Mensch kann alle meine Gedanken lesen.
Irgendwann aber können sie es: alle Gedanken haben.
30.11.2010 - 00:19 Uhr
air_kaviar
Gent sagte:
Hahahahaha -
kein Mensch kann alle meine Gedanken lesen.
Aber Google könnte Deine Search-History leaken. Du hast nach einer hübschen Komilitonin gegoogelt? Haha, wenn das Deine Freundin erföährt!
cougarten sagte:
nicht so schön die Vorstellung, aber eine gute Beziehung sollte full-disclosure überstehen können, egal was dabei raus kommt..
Das glaubst auch nur du (naja, und der Rest der Leute hier anscheinend). Die mehr masochistische Hälfte deiner Beziehung wird still darunter leiden, der anderen nie alles erzählen (sie weiß ja, wie weh das tut), und vielleicht nicht mal deswegen mit dir Schluß machen. Fies ist es aber trotzdem. Und sehr selbstgerecht.
Ich finde jedenfalls, daß ich mein einziges Leben nicht damit verbringen will, einem geliebten schlechte Laune zu machen.
na ich meinte ja nicht, dass ich das vorziehe, aber sollte es passieren finde ich, dass eine gute Beziehung warscheinlich über die warheit hinweg kommen wird.
Und nur für mich gesprochen: Ich tendiere dazu es sogar vorzuziehen die ganze Warheit zu erfahren (wobei ich in einer offenen Beziehung oder ähnlichem auf Details durchaus gerne verzichte, was aber nicht einer Unwissenheit über mögliche Details gleich kommt). Umgekehrt bin ich wohl ohnehin ehrlicher und direkter als es vielen lieb ist. Auf die Dauer gewöhnen sich die Menschen an Ehrlichkeit und schätzen es sogar Wert.
Naja, nun scheitere ich gerade daran eine schön Schutzlüge zu erfinden ^^. Aber ich weiß ja, wann ich hilfe brauche und suchte mir dafür welche...
trachtenjankerl sagte:
Und sehr selbstgerecht.
Genau das ist der Punkt.
Nein, ich halte diesen Wikileakskommentar nicht nur für nett-aber-reell-unbrauchbar, sondern auch für nein-so-funktioniert-eine-liebesbeziehung-bei-weitem-nicht. eine hinseh-wegseh-wegbegleitung möglicherweise schon.
wer kann sie erraten?
Sie fliehen vorbei
wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
kein Jäger erschießen
mit Pulver und Blei:
Die Gedanken sind frei!
2. Ich denke, was ich will
und was mich beglücket,
doch alles in der Still’
und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren
kann niemand verwehren,
es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei!
..... das ist der Unterschied. Gedanken darf und soll man haben können. Aber es geht darum, wie ein Vorredner schon sagte, ob ich diese jemandem Dritten mitteile und damit schlecht mache. Das ist sowohl in der Politik noch in einer Beziehung einfach daneben.
außerdem wird eine gute Beziehung selbst durch Offenbarung seiner geheimsten Gedanken keine Schaden nehmen, sondern eher im Gegenteil, davon profitieren.
Und in den meisten Beziehungen unter Menschen ist es auch gar nicht nötig, Meinungen, Gefühle, Gedanken schonungslos offenzulegen.
Auf dem politischen Parkett wollen sich die Leute ja schließlich nicht gegenseitig knutschen. Ziel ist, sich gegenseitig nicht zu töten!
Und Wikileaks hat diesem Ziel alles andere als einen Gefallen getan.
könnte ich damit leben, wenn meine frau alles erfährt, was ich jemals zu anderen leuten über sie gesagt habe? ja, ohne probleme.
Ja, es gibt Daten und Informationen, die sind privat. Die sollen, nein, müssen geschützt werden. Keine Diskussion. Dinge, die nur zwei Menschen angehen, sollen unter ihnen bleiben.
Aber dann gibt es Informationen, die essenziell für das Wohlergehen vieler sind. Wenn zwei Entscheidungsträger miteinander reden, wie sie ihre Macht künftig einsetzen wollen, dann sollte das, nein, dann MUSS dass öffentlich sein. Denn Macht braucht Kontrolle.
Was passieren kann, wenn mächtige Leute Geheimnisse haben, ist in der Geschichte ausreichend dokumentiert. Welches tiefe persönliche Leid durch die falschen Geheimnisse entstehen kann, das zeigen die Fritzls und Priklopils dieser Welt eindrucksvoll.
Das alles muss sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Was aber klar ist: um je weiter "oben" es geht, desto wichtiger ist Offenheit.
Ja, es ist einfacher, den Kopf tief in den Boden zu stecken und zu lamentieren, "Ich will davon nichts wissen!". Dann allerdings viel Spaß bei der Suche nach einer alternativen Realität, in dieser Realität ist das eine gefährliche Strategie...
Als die Mücke zum ersten Male den Löwen brüllen hörte, da sprach sie zur Henne: "Der summt aber komisch."
"Summen ist gut", fand die Henne.
"Sondern?" fragte die Mücke.
"Er gackert", antwortete die Henne. "aber das tut er allerdings komisch."
30.11.2010 - 13:12 Uhr
2differ
Entweder weiß Penni, dass ihr Freund ähnlich Widersprüchliches und mitunter auch menschlich Halbgares über sie denkt wie sie selbst über ihn, dann wäre das Gedachte ja kein Problem.
(b) Oder sie reklamierte für sich eine privilegierte Stellung, wo sie solches zwar denken darf, nicht aber ihr Freund. Das wäre dann ein Problem.
(c) Oder Penni geht davon aus, dass ihr Freund "Schlimmeres" über sie denkt, als sie selbst es sich erlaubt, dann sollte sie sich einerseits überlegen, warum sie das ihrem Freund zutraut, ob sie es andererseits nicht besser anspräche.
(d) Es könnte auch sein, dass ihr Freund nicht nur solches denkt, wie es Penni für "normal" hält, sondern Schlimmeres oder dies auch tut, dann wäre es sicher auch in Pennis Sinne, dies zu wissen.
Ich habe ihn so verstanden: Das, was gerade in der großen Politik passiert ist, nimmt Penni als Anlass, ein interessantes Was-wäre-wenn-Spiel zu betreiben. Dieses Was-wäre-wenn-Spiel hat nur sehr marginal was mit der großen Politik zu tun, und die Schlüsse daraus sind kaum übertragbar. Trotzdem kann man darüber nachdenken. Und es kommen interessante, lesenswerte Gedanken dabei heraus.
Der Artikel ist unter "Sex" veröffentlicht, und nicht unter "Macht", deshalb hat er eher was mit Herzscheiße zu tun als mit Politik. Ist ja schließlich auch von einem Määäädchen geschrieben.
Ganz am Schluß ist ein vage politisches Statement gegeben, welches aber als solches schwach argumentiert ist.
Mir hat der Artikel gefallen. Als Gedankenspiel. Unabhängig von Wikileaks. Nicht mehr und nicht weniger.
apollyon sagte:
Ist ja schließlich auch von einem Määäädchen geschrieben.
das weiß man ja nicht so genau, wer sich alles hinter dem pseudonym verbirgt.
ThomasCrown sagte:
das weiß man ja nicht so genau, wer sich alles hinter dem pseudonym verbirgt.
Wissen tue ich sowieso nichts.
Aber in der Jungs-/Mädchenfrage habe ich dieses Pseudonym allein in letzterer Kategorie gefunden.
Daneben spricht die Autorin von ihrem Freund, dem es möglicherweise nach anderen weibliche Mitmenschen gelüstet. Das wäre eine sehr interessante Kombination (beides Männer, Autor schwul, Partner bi, aber dann doch zur Zeit Mädels hinterherblickend).
Insgesamt sprechen die Indizien für eine Y-Chromosomenträgerin als Autorin.
Spannend, dass am liebsten die unwichtigen Seitenbemerkungen aus einem Kommentar rausgepickt werden, obwohl es um was ganz anderes geht.
Mit anderen Worten. Auch Frauen wollen oft angeguckt werden, zumindest von den für sie passenden Männern.
Ich weiß, ich weiß. Sich über seine "Natur" hinwegzusetzen unterscheidet uns vom Tier. Aber das ist mir zu einfach bzw. zu kopflastig.
Die Buddenbrooks zeigen, was passiert, wenn man gegen seine Wünsche lebt.
Insofern würden die "sexyleaks" nur deutlich machen, was man doch schon ahnt. Dauerhafte Monogamie ist Quatsch. Und wenn wir uns dadurch von den überzogenen und kaum erfüllbaren Erwatungen aneinander befreien könnten, würde ich sagen: gut so!
Und nun, bitte sehr, prügelt auf mich ein...
Und um zu antizipieren: Nein, ich bin nicht uv!
Eine_junge_Frau sagte:
Der Witz an Diplomatie ist doch gerade die Diskretion. Das ist doch völlig ok.
diplomatie ist, den hund so lange zu streicheln, bis der maulkorb zu ist
la_seduzione sagte:
Bin ich die Einzige, die beim ersten Überfliegen "Ich will niemals geleckt werden" gelesen hat? *duck*Und um zu antizipieren: Nein, ich bin nicht uv!
Leak heißt ja übersetzt Loch oder undichte Stelle ;-).
Wenn die Gedanken verletzen würden, um mal bei dem Gedankenspiel zu bleiben, dann finden diese Gedanken den Weg nach draußen. Entweder bei einem Streit oder bei etwas zu viel Alkohol oder wenn man mit Freunden rumprahlt und sich in eine Spirale redet. Insofern muss man nur aufpassen und jemand mit ungünstigen Gedanken würde sich selbst "leaken".
Digital_Data
la_seduzione sagte:
Bin ich die Einzige, die beim ersten Überfliegen "Ich will niemals geleckt werden" gelesen hat? *duck*
du shwine :-P
mockingbird sagte:
Eine_junge_Frau sagte:
Der Witz an Diplomatie ist doch gerade die Diskretion. Das ist doch völlig ok.
diplomatie ist, den hund so lange zu streicheln, bis der maulkorb zu ist
Frage: Weiß der Hund bei der Streichelparty Bescheid, dass er so lange gestreichelt wird, bis der Maulkorb zu ist?
Macht nichts. Chappyleaks wird's ja hoffentlich richten. Und dann gibt's eine fröhliche Maulkorbparty.
30.11.2010 - 22:35 Uhr
Eine_junge_Frau
apollyon sagte:
Sagt mal, bin ich der einzige, der den Artikel so ganz anders gelesen hat?
Ich habe ihn so verstanden: Das, was gerade in der großen Politik passiert ist, nimmt Penni als Anlass, ein interessantes Was-wäre-wenn-Spiel zu betreiben. Dieses Was-wäre-wenn-Spiel hat nur sehr marginal was mit der großen Politik zu tun, und die Schlüsse daraus sind kaum übertragbar. Trotzdem kann man darüber nachdenken. Und es kommen interessante, lesenswerte Gedanken dabei heraus.
(...)
Mir hat der Artikel gefallen. Als Gedankenspiel. Unabhängig von Wikileaks. Nicht mehr und nicht weniger.
Ich habe den Artikel im ersten Moment auch so verstanden. Und angenommen, es geht nur um die Beziehung eines Paares: Ich halte auch hier große Stücke auf die Diplomatie. Wikileaks, nein danke!
Sondern dass, was Bush oder Obama (samt Regierungsapparat) über die anderen Regierungen aufgeschrieben hat. Das ist ein großer Unterschied.
Wenn meine Freundin hin ginge und ihre Gedanken über unsere Beziehung aufschriebe, um sie irgendwem zu lesen zu geben, aber nicht mir, dann wäre ich aber sehr, sehr dankbar, wenn mir das jemand zeigen würde.
Ihre Gedanken will ich nicht wissen, wenn sie sie für sich behält. Wenn sie sie aber teilt, dann will ich idR auch davon wissen.
OhneSpass sagte:
la_seduzione sagte:
Bin ich die Einzige, die beim ersten Überfliegen "Ich will niemals geleckt werden" gelesen hat? *duck*
du shwine :-P
0:-)
Nicht nur das Ehrlichkeit und Transparenz eine Vorbedingung für gesellschaftliches Miteinander sind! Nein, sie tun auch den meisten persönlichen Beziehungen gut.
Ohne Verletzen zu wollen,
TT
Im übrigen habe ich Sie auch nicht demokratiach als meine Sex-Vertreterin gewählt,weshalb mir nicht einfiele, Ihr Liebesgebaren kontrollieren zu wollen. Sie erschießen Ihre Lover wohl auch nicht aus Jux und flachsen über Funkgerät darüber herum, oder? Also: Sie lieben bitte weiterhin was und wen Sie wollen und ersparen uns diese unsäglichen Vergleiche zwischen persönlichen Bettgeschichten und der Weltpolitik, einverstanden?
Viele Grüße,
thom.t
01.12.2010 - 13:43 Uhr
thompunktt
Im übrigen habe ich Sie auch nicht demokratiach als meine Sex-Vertreterin gewählt,weshalb mir nicht einfiele, Ihr Liebesgebaren kontrollieren zu wollen. Sie erschießen Ihre Lover wohl auch nicht aus Jux und flachsen über Funkgerät darüber herum, oder? Also: Sie lieben was und wen Sie wollen und ersparen uns diese unsäglichen Vergleiche zwischen persönlichen Bettgeschichten und der Weltpolitik, einverstanden?
Viele Grüße,
thom.t
und der wikileaks vergleich hinkt bei dir noch viel mehr als in dem artikel (in welchem man es ja als einfachen startpunkt einer assoziationskette sehen kann (auch wenn das wegen mir ein wenig mehr herausgestellt werden sollte))
So einfach ist das. Die treffen lebenswichtige Entscheidungen, eher selten zusammen, und haben derweil eine Meinung übereinander. Das Wichtige sollte doch sein: Zur Wahrheit zu gelangen, die uns die nächsten Jahrzehnte nicht zu Staub werden lässt, sondern NOCH mehr Menschen als heute ein Leben in Gesundheit und gerne auch Wohlstand ermöglicht, ach ja, und gerecht sollte es auch noch sein. Tausend Dinge sind zu bewältigen, und die Menschen sollten nicht nur zuschauen können, was die Entscheider entscheiden, sondern auch, wie sie dazu kommen. Denn daran machen wir letztendlich fest, ob wir sie (wieder) wählen oder nicht.
Hoffentlich mehr Leaks in der Zukunft, gerne auch auf Landesebene! WikiLeaks ist erst der Anfang und die tatsächlichen Leaks erstmal als Novum interessant. Diese Runde der Leaks war auch nicht die spannende. Die Irak- und Afghanistan-Dokumentationen waren ergibiger, vor allem das "Collateral Murder"-Video. Wer zweifelt an der Wichtigkeit, dass dieses Video veröffentlicht wurde? WikiLeaks will demnächst Banken-Dokumente veröffentlichen. Auch das wird heikel, vielleicht aber nicht zu sehr interessant. In zehn Jahren, hoffe ich, gibt es eine Daten-Farm, die mir Dokumente und Quellen zugänglich macht, die ich in einer Entscheidungsfindung direkt benötigen könnte. Auch allgemein zur Meinungsbildung in der Gesellschaft werden rohe Informationen viel wichtiger werden, vielleicht als das letzte Mittel gegen die Interpretationshoheit der großen Medien.
Und wir dürfen doch lieben, lachen, streiten, alles auch gerne privat und in Absprache mit Partner und co. Wenn wir mögen, können wir das allerdings auch selbst ins Internet stellen. Gegen alles weitere sollten wir geschützt werden. Aber die Rechte sind noch nicht so weit. Das Internet ist zu schnell. WikiLeaks aber sollte selbst auch geschützt werden, denn sie haben nicht Geheimnisse verraten, sondern Informationen veröffentlicht. Ich kann immer noch nicht sehen, warum das falsch sein sollte. Und warum der Soldat, der das heruntergeladen hat, dafür 52 Jahre in Haft gehen soll. Wiegt dieses Menschenleben nichts?
Viel Spaß also mit den Daten der Zukunft. Auf das Privatleben soll jeder selbst Acht geben können. Aber Politik und Wirtschaft sollten sich in Zukunft so transparent wie möglich geben, sehr gerne auch ohne so ein ominöses, nie dagewesenes Geheimdatenportal, das die Veröffentlichung für die großen Akteure übernimmt.
Eine_junge_Frau sagte:
Ich finde den Artikel ok.
was ein Todesurteil !
la_seduzione sagte:
Bin ich die Einzige, die beim ersten Überfliegen "Ich will niemals geleckt werden" gelesen hat? *duck*Und um zu antizipieren: Nein, ich bin nicht uv!
Auf "quer" im BR3 hat gerade der "Seehofer-Parodist" das wie Wikielicks gesprochen. Geht wohl in die selbe Richtung ;-).
Digital_Data
Das gab es schon mit der schwäbischen Hausfrau(wobei sie nie gefragt hat was besser wäre, Sparen oder Investieren?!)
Meiner Meinung nach haben wir als Bürger das Recht zu Wissen was die Politik treibt, sie vertreten uns nämlich.
Es kann doch nicht sein das uns eine heile Welt vorgegaukelt wird
und wenn dann mal jemand sagt Sie sei gar nicht so, dann rufen wir alle schnell ganz laut Laa,laa,laa,laa, und rennen weg.
jetzt liegt doch die Wahrheit endlich mal auf dem Tisch, anpacken und mal ein paar Dinge grade rücken.....
03.12.2010 - 14:24 Uhr
riuki
Das gab es schon mit der schwäbischen Hausfrau(wobei sie nie gefragt hat was besser wäre, Sparen oder Investieren?!)
Meiner Meinung nach haben wir als Bürger das Recht zu Wissen was die Politik treibt, sie vertreten uns nämlich.
Es kann doch nicht sein das uns eine heile Welt vorgegaukelt wird
und wenn dann mal jemand sagt Sie sei gar nicht so, dann rufen wir alle schnell ganz laut Laa,laa,laa,laa, und rennen weg.
jetzt liegt doch die Wahrheit endlich mal auf dem Tisch, anpacken und mal ein paar Dinge grade rücken.....
Der Vergleich zwischen wikileaks und der Offenbarung vertraulicher Informationen in einer persoenlichen Beziehung ist ebenso wenig unterhaltsam wie richtig. Es geht hier nicht darum, dass Joe Budden von Angela Merkels farbenfrohen Oberteilen oder der Art, wie sie versucht englisch zu reden genervt ist (was ohnehin niemanden interessieren wuerde) oder anderer Lappalien, sondern um Kriegsverbrechen und bewusster Taeuschung der Oeffentlichkeit in hunderten Faellen. Es geht darum, dass diese Idee der Trennung zwischen der vom Volk getragenen Entscheidung "demokratischer" Regierungen und dem was tatsaechlich getan wird endlich nicht mehr moeglich ist. Den einzelnen Machttraegern wird durch Portale, wie wikileaks das Fundament der gaenzlich persoenlichen Entscheidungen entzogen, da sie damit rechnen muessen, dass unvorteilhafte Entscheidungen vielleicht doch ungeschnoerkelt die Waehler erreicht.
Waeren beispielsweise Informationen ueber die Entscheidungen BP's Bohrinsel ungeprueft bauen zu lassen vorher bekannt geworden, waere die Katastrophe vielleicht verhindert worden.
In der Sache der transnationalen Beziehungen moechte ich den Vergleich aber gerne noch einmal aufgreifen; jeder Mensch kann sich entscheiden, welche Form der Beziehung er fuehren moechte. Doch nur die wenigstend wollen eine Beziehung, die auf Unwissenheit basiert.
Es sagt schon viel aus, wenn jemand die Veröffentlichugn von Wikileaks auf "ein Liebesleben" reduziert:
Wenn die USA Druck auf die spanische Regierung ausübt, in Spanien alle rechtstaatlichen Prinzipien endgültig zu beseitigen, mit der Folge, dass sich die Regierung in Gerichtsprozesse einmischt und sogar versucht, durch Gesetzgebung den obersten Gerichtshof auszuschalten.
Wenn ein Regierungschef dem demokratischen Parlament Lügengeschichten erzählt darüber, wer da Bomben wirft.
Wenn jemandem für teures Geld veraltete Waffen verkauft werden (statt einfach gar keine Waffen, wie es sinnvoll wäre).
etc, etc
Bedauerlich, dass auch so viele Kommentare auf die Spiegelfechterei hereinfallen - es geht nicht um Teflonmerkels - die sind nicht nur egal, jeder erfahrene Politiker wird euch sagen können, dass solche Dinge alltäglich sind und dass sie jeder, der es geschafft aht, international tätiger Politiker zu werden, das auch ohne weiteres abkann. Das Problem ist, dass gegen die grundlegenden Prinzipien nicht nur unserer Verfassung immer und immer wieder verstoßen wird, und dann laufen Leute rum, und protestieren ... aber nicht etwa dagegen, dass Grund- und Bürgerrechte mit Füßen getreten werden, sondern nur dagegen, dass das jemand öffentlich gemacht hat.
Armes Deutschland.
Journalistisch gesehen ist dieser Artikel höchst fragwürdig. "Mal angenommen, der Dalai Lama würde ..." oder "mal angenommen, Barack Obama würde ...", mit solch rein hypothetischen Betrachtungen lässt sich jedes beliebige Unheil mit allem Möglichen verbinden - und das damit Verbundene beschmutzen. Reine Panikmache.
Solange die Politik ihre Lobbyinteressen auch mit Hilfe von geheimen Vereinbarungen gegen den Wählerwillen durchsetzt, brauchen wir Organisationen wie Wikileaks, die diese Machenschaften öffentlich macht. "Aufklärung" ist das Zauberwort. Die Geschichte lässt grüßen.
04.12.2010 - 13:54 Uhr
EinFreund
EinFreund sagte:
@querspieler: dieses "mal angenommen" ist viel mehr ein nur zu bekanntes Muster! Oder warum glaubst Du, dass in diesem Artikel auf Wikileaks bezug genommen wird? Kopf mal einschalten ...
Ich schalte meinen Kopf ein und stelle fest, dass wenn penni-dreyer (hier zuständig für Schmuddel) unter dem Label Sexkritik einen launigen Text über irgendwas schreibt, dass dann nicht wie von dir vermutet die CIA die SZ fernsteuert, um einen missliebigen Konkurrent auszuschalten ^^
04.12.2010 - 13:58 Uhr
querspieler
EinFreund sagte:
@querspieler: dieses "mal angenommen" ist viel mehr ein nur zu bekanntes Muster! Oder warum glaubst Du, dass in diesem Artikel auf Wikileaks bezug genommen wird? Kopf mal einschalten ...
Ich schalte meinen Kopf ein und stelle fest, dass wenn penni-dreyer (hier zuständig für Schmuddel) unter dem Label Sexkritik einen launigen Text über irgendwas schreibt, dass dann nicht wie von dir vermutet die CIA die SZ fernsteuert, um einen missliebigen Konkurrent auszuschalten ^^
Gegenfrage: Wenn Ihnen jemand Sand in die Augen streut, würden sie sich dann die Augen reiben um wieder klar sehen zu können, oder würden sie einfach mit einem "Dankeschön" blind werden?
dieser "Supermacht USA" demaskiert und der Welt vorführt.Die zeigt
wie das US-Mordgesindel im Irak mit Menschen umgeht.Ein "Danke"
an die Mitarbeiter dieser Plattform.
im bereich der politik (und auch der diplomatie) sehe ich das anders. hier ist mehr transparenz dringend angesagt. ausserdem hat niemand von den diplomaten verlangt, sich so abfällig und respektlos über andere zu äussern. jetzt muss der bote schuld sein. aber von wem stammt die botschaftP
Was Politiker privat machen, solange es nicht die Öffentlichkeit betrifft, interessiert mich auch nicht.
Aber sobald es um die Allgemeinheit geht, habe ich als Bürger ein Recht auf Informationen.
Ich möchte Transparenz in der Politik, nicht Politiker die was verbergen müssen.
Dem Artikel nach "ich will niemals geleakt werden" müsste
schon so manche Zeitung z.B. Bild verschwunden sein.
Traurig was hier passiert.
'leak mich am arsch' oder schlichter 'leak mich ...'
:P
Was wäre wenn die Süddeutsche Zeitung Menschen denunziert? Was wäre, wenn die Süddeutsche bewusst Lügen verbreiten würde? Was wäre, wenn sie auf der Titelseite große Fotos x-beliebiger Mitbürger abbildet und ihnen erfundene Verbrechen anhängt?
Sorry, ziemlich dummer Artikel.








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29.11.2010 - 18:34 Uhr
jetztnamenamejetzt