50 Meter und keinen Schritt weiter |und des Winters erster Gruß|
15.10.2010:Es ist lange her, dass ich zusammen mit meinem Vater in den Bergen war. Erst vor kurzem hatte er einen kleinen Schlaganfall und glücklicherweise blieben keine bleibenden Schäden.
Er ist wieder ganz der Alte und umso schöner ist es zu fühlen, dass er weiterhin genauso viel Lebensfreude hat, wenn nicht sogar mehr. Mir fällt es schwer, meinen Eltern gegenüber zu zeigen, dass ich mich darüber freue, mit Ihnen zusammen zu sein – meist genieße ich nur stumm ihre Anwesenheit und oft verstehen sie meine zurückhaltende Art und Weise nicht.
Ich bin kein Erzähler. Reden war noch nie wirklich meine Leidenschaft. Zuhören schon eher. Das Genießen des Momentes ohne viele Worte. So auch an diesem Tag. Es sollte der letzte schöne Herbsttag sein, bevor sich die ersten winterlichen Schneeschauer abends ankündigen würden.
Als ich aus der Hütte trat lag der Geruch von Schnee schon förmlich in der Luft. Die tief liegende Nebeldecke hatte sich noch nicht ganz aufgelöst, doch ließ sie schon die ersten Einblicke auf einen sonnigen Tag erahnen

Wir frühstückten gemeinsam, nahmen uns ein paar Kleinigkeiten zum Essen und Trinken mit und fuhren mit dem Auto bis zum Parkplatz Kolmsaigurn. Wir hatten vor auf’s Schareck zu gehen. Es lagen noch keine Massen an Schnee, somit belasteten wir uns weder mit Steigeisen, noch mit Pickel. Leichtes Gepäck war die Devise, was sich später rächen sollte.
Doch momentan wanderten wir durch den erwachenden Tag,


die Lärchen fingen an zu glühen, als die Sonne über den ersten Bergkamm lugte,

und je höher wir stiegen, umso eindrucksvoller öffnete sich der Blick auf das unter uns liegende Nebelmeer,

gab den Blick frei und immer wieder staune ich über das Gipfelwissen meines alten Herren, der ohne viel darüber nachzudenken die Gipfel

...des Hochkönigmassivs, der Reiteralpe und viele mehr aufzählen kann.
Am Niedersachsenhaus angekommen staunten wir nicht schlecht, wie uns das Schareck in einem strahlenden Weiß entgegen leuchtete.


Wir hatten noch viel Zeit. Erst 2,5 Stunden waren seit dem Start am Parkplatz vergangen. In weiteren 2 Stunden würden wir vielleicht auf dem Gipfel stehen. Nach dem Niedersachsenhaus wird der Weg sehr, sehr luftig.




Er führt immer am oder auf dem Grad entlang, mit Blick westlich von uns auf den Sonnblick und Hochahrn. Östlich davon blickt man ins Gasteiner Tal und direkt vor uns (im Süden) hatten wir den Vorgipfel des Scharecks – den Herzog-Ernst.

Doch selbst der Gipfel des Herzog-Ernst blieb uns verwehrt, denn die letzten 50 Höhenmeter auf dessen Gipfel waren dermaßen vereist, welches ein Weitergehen völlig unmöglich machte. Auch mein Versuch mit den Bergschuhen Tritte in den Schnee zu schlagen, scheiterten schließlich 30 Höhenmeter unterhalb des Gipfels – keinen Schritt gings mehr weiter.

Auch wenn wir weder auf’s Schareck noch auf den Herzog-Ernst gekommen sind, war es eine wunderbare Zeit. Auf den Almwiesen weiter unten wieder angekommen ließ es sich traumhaft in der Sonne liegend aushalten und wieder an der Hütte angekommen wurden wir von Butz

(dem Hund meiner Schwester) herzlich begrüßt und am nächsten Morgen war der Winter über Nacht gekommen...


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21.10.2010 - 12:11 Uhr
rune