17.10.2010 - 15:34 Uhr

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Meins

Text: gelbesschaf in Tagebuchschreiber (1132)

Bisher war der Weg nicht steinig. Es lief alles einem roten Faden hinterher.
Es sind ziemlich wenige Weg Kreuzungen, an denen das Weitergehen verbaut schien und Rechts/ Links abbiegen unmöglich war.
Dazu gehören einige wenige Liebschaften, die mein Leben bisher durchkreuzt haben.
Liebschaft soll auf keinen Fall wie „eine Nacht“, „Liebelei“ oder „EinmalNachtständchen“ klingen. Es bedeutet nur, dass es nicht lange genug gedauert hat, dass es eine Beziehung gewesen wäre.
Zu den Momenten, an denen mein Leben ein weiteres Mal links abbog, gehört komischerweise der Tag, an dem Er gestorben ist. Das Laufen fiel danach aber nicht schwerer. Ich erinnere mich noch genau, wie ich zwei Tage nach seinem Tod eine Latein Schulaufgabe schreiben musste. Ich hätte sie nicht schreiben müssen und bin trotzdem an dem Tag in die Schule. Es war das einzige Mal in meiner Schulleben, dass ich mich über eine Eins freuen konnte.
Vergessen werde ich auch nicht den Tag, an dem ich beim Bergsteigen fast gestorben wäre.
An diesem Tag habe ich gelernt, dass wir nicht fliegen können.
Ich bin mit einer ziemlichen Scheiß Egal Haltung in die Kletter Tour eingestiegen. Die Schwierigkeit war meine absolute Leistungsgrenze und ich bin trotzdem über den Punkt hinaus geklettert, an dem noch Zeit gewesen wäre umzukehren. Vielleicht wäre es anders ausgegangen, aber das überhebliche Gefühl „Es doch eh zu können“ war zu stark.
Und das Leben hat mir unmissverständlich klar gemacht, dass die Jugend nicht automatisch unverwundbar macht. Bis zu diesem Tag kam das Wort Risiko in meinem Wortschatz nicht vor. Ich habe es bis zu diesem Tag nicht gekannt oder vielleicht nur ignoriert. Jedenfalls hat es mich beim Schlafen nie gestört.
Einige Reisen muss ich erwähnen, die dazugehören. Reisen nach Afrika und Südostasien, wo ich einmal rechts und einmal links abgebogen bin. Hier wird alles so Scheiß Elementar und Grundlegend.
Für die meisten Menschen auf diesem Planten ist das Leben kein unendlicher Spass und kein endloser Spielplatz, der jeden Tag von neuem beginnt. Sondern sie spielen jeden neuen Tag mit ihrem Leben, obwohl sie das eigentlich nicht wollen.
Es mag ein bisschen kitschig klingen, aber seitdem ist mir das bewusste Erleben und Leben ein wenig näher ins Bewusstsein gedrungen.
Ich erlebe den Spaß unserer westlichen Welt intensiver.
Aber wenn ich das Bedürfnis haben sollte, ein Gutmensch zu werden und ein Facebook Fan von Mutter Teresa, dann werde ich nochmal hinfahren. Diesmal um mit den eigenen Händen zu helfen. Denn dann muss ich keine Nachrichten sehen, keine Zeitung lesen, um zuzuschauen, wie die halbe Welt verhungert.
Ich bin vor Ort.
Live ist eh alles besser
Der Aufforderung, das Leben sinnvoll zu gestalten, bin ich gefolgt.
Einige Menschen, die ich wirklich wert schätze, haben mir immer gute Ratschläge gegeben.
Ratschläge, die aus der Lebenserfahrung heraus sprachen.
Und auf einmal empfinde ich diese gut gemeinten Ratschläge als Zumutung und traue mich nicht, selbstständig rechts abzubiegen.
Bisher lief alles einem roten Faden hinterher. Ich werde ihn jetzt abschneiden, obwohl ich ihn am Horizont sehe.
Es klingt für 28 Jahre etwas armselig, aber ich habe beschlossen das Erste Mal, eine echte, gefühlt eigene Entscheidung zu treffen, mit der ich alle vor den Kopf stoßen werde.
Ich werde alle gut gemeinten Ratschläge in den Wind schlagen und klar stellen.
Es ist mein Leben.
Das ist mein roter Faden. Ich werde ihm weiterfolgen, solange es mir passt und ihn abschneiden, wenn ich es für angemessen halte.
Bitte nehmt es mir nicht über, wenn ich nach 28 Jahren etwas ausprobiere.
Ich weiß nicht, ob der Lebensentwurf, den mir so vorstelle funktioniert, aber ich muss es ausprobieren.
Denn wie ihr euch alle Meine Zukunft vorstellt, wie ihr sie für mich plant.
Eines weiß ich, glücklich kann ich so nicht werden.
Und wenn wieder unvorhersehbare Dinge in meinem Leben geschehen, die ihr alle in eurer Lebensweisheit vorhergesehen habt, dann hoffe ich, dass Ihr doch wieder für mich da seid.
Denn Live ist Alles am besten.


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pinktanja
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Mag ich Mag ich nicht

0

25.12.2010 - 21:13 Uhr
pinktanja

Ich wünsche dir, dass es dir gelingt, deinen Lebensfaden selbst neu zu spinnen! Pass bitte trotzdem auf dich auf! Diesen Ratschlag musst du ertragen.

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