Damit es auch nach dem Studienabbruch weitergeht
Auch ohne Examen bleibt schließlich was hängen: Warum das Wirtschaftsministerium dazu auffordert, sich besser um Studienabbrecher zu kümmern.
Jahr für Jahr verlassen rund 55.000 Studierende in Deutschland ihre Hochschule ohne einen Abschluss. Die Gründe für den Abbruch sind vielfältig: Schlechte Beratung, realitätsferne Erwartungen oder Druck seitens der Eltern können zur Wahl des falschen Studienfachs führen. Und in Anbetracht der Studiengebühren sind es in zunehmendem Maße auch finanzielle Gründe, die einem erfolgreichen Ende des Studiums im Wege stehen. Die Bologna-Reform sorgt zudem für wachsenden Prüfungs- und Leistungsdruck und treibt viele Studenten dazu, die Flinte frühzeitig ins Korn zu werfen.
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1) Früher (die Studienzeit von Jobs und Gates ist schon eine Weile her) war es in der IT-Brache in den USA leichter, auch ohne Abschluss einen Job zu bekommen. Über die heutigen Chancen von abbrechenden Informatikstudenten in Deutschland sagt das so gut wie nichts aus.
2) In Amerika hat man es auch ohne Studienabschluss bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, während in Deutschland der Abschluss das goldene Kalb ist, um das die potentiellen Arbeitgeber ihren Tanz aufführen. Nicht das erworbene Wissen zählt, sondern der Titel. Und das führt dazu, dass ein Bachelor in Orientwissenschaften höher angesehen und chancenreicher ist, als ein Medizin - oder Jurastudent, welcher zwar alle Uniprüfungen bestanden hat, aber am Examen gescheitert ist.
fiebertraum sagte:
suuper! das fällt denen jetzt ein, wo ich mich durch viel zu viele gesetzestexte und theorien quälen musste, um den blöden abschluss doch noch irgendwie nachzuholen.
Nun ja - wenn Du Karriere machen willst, dann kann ich Dir nur raten das durchzuziehen. Ich bin selbst Studienabbrecher mit Querseinstig in die EDV und Kommunikationstechnik gewesen. Das hat sich für mich karrieretechnisch nicht gelohnt - und die Rückfahrkurve habe ich dann ebenfalls ziemlich in den Sand gesetzt. Zwischendurch spiele ich seither immer wieder mal mit dem Gedanken ein Buch mit dem Titel "erfolgreich leben kann jeder - erfolglos musste erst mal leben können" zu schreiben. Was soll's - es gibt Schlimmeres. Man könnte z.B. als Deutscher auf die Welt kommen müssen - Oh Scheiße - jetzt haste mich angesteckt. Schnell mal ein Waka-Waka reinziehen: http://youtu.be/-U3bmFS40M4
a) Ein Studienabbruch betrifft beide, Universitaet und Student. die Universitaet hat Ressourcen verbraucht und ihr Ziel verfehlt, und der Student hat Zeit verbraucht und sein Ziel verfehlt. Was in dem Zusammenhang mit dem Bachelorsystem besser ist, ist das man wenigstens keine Zeit und Ressourcen extra verbraucht (In unserem Diplostudiengang hatten wir Leute die in den ersten 4 Semestern nur einen Schein gekriegt haben um nach 8 Semestern (und mehr belegten uebungen als fuer das gesamte Studium vorgesehen waren ohne Vordiplom gegangen sind). Wer in den ersten zwei Semestern unter 50% der erforderlichen Scheine hat muss sich ueberlegen warum das so ist, und die Uni sollte ihm entweder Hilfe anbieten, oder ihn exmatrikulieren.
b) Dt. hat ein sehr fest gefuegtes Bildungsystem. So wie es im Handwerk ueblich ist eine Gesellenpruefung zu haben, so ist es ueblich fuer bestimmte Taetigkeiten ein Studium abgeschlossen zu haben. Das Vertrauen in die Validitaet der Bewertungen die diese Pruefungen vorgaukeln, ist durch nichts gerechtfertigt. Es ist allemeinbekannt dass in Dt mit viel Aufwand fuer die Tonne geprueft wird.
c) Die Idee dass anstrengung das alles irgendwie richtet, ist schaedlich. Ich kenne Leute die an den Rand ihrer Gesundheit gegangen sind um ihr Studium zu retten.
"2) In Amerika hat man es auch ohne Studienabschluss bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, während in Deutschland der Abschluss das goldene Kalb ist, um das die potentiellen Arbeitgeber ihren Tanz aufführen. Nicht das erworbene Wissen zählt, sondern der Titel. Und das führt dazu, dass ein Bachelor in Orientwissenschaften höher angesehen und chancenreicher ist, als ein Medizin - oder Jurastudent, welcher zwar alle Uniprüfungen bestanden hat, aber am Examen gescheitert ist."
Naja, selbst wenn beide die Prüfung schaffen, ist auf dem Deutschen Arbeitsmarkt selbst der schlechteste der zehn Millionen gesichtslosen Juristen, BWL/VWLer oder WiWi-Menschen mehr wert als ein Literaturwissenschaftler mit 1,0... ist auch komisch!
GrauGruenBlau sagte:
...
Naja, selbst wenn beide die Prüfung schaffen, ist auf dem Deutschen Arbeitsmarkt selbst der schlechteste der zehn Millionen gesichtslosen Juristen, BWL/VWLer oder WiWi-Menschen mehr wert als ein Literaturwissenschaftler mit 1,0... ist auch komisch!
Stimmt auch eher nicht so. Stimmte vielleicht mal vor 10Jahren.








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21.09.2010 - 18:39 Uhr
fiebertraum