#65
Ich falte mich zusammen. Lege meinen Kopf in den Nacken, wasche mir den Atem von der Haut. Sehe dem Wasser zu, wie es den Weg von Hahn zu Abfluss sucht, du bist nicht hier. Du bist einfach nicht hier. Ich glätte mir die Seiten, falte Kante A auf Kante B, so wie es in der Anleitung im Kinderbuch steht. Die Fenster sind beschlagen, ich male leise Punkte an jede Stelle, die deine Finger vorhin noch berührten, kreise die Knie, knicke die Beine. Du bist nicht hier, du bist einfach nicht hier.Beziehe das Sofa, packe es ein, in Alufolie so glänzend und knisternd wie wir auch mal waren. Ich gehe die Pappeln entlang, sie fragen mich nach dir, nicht häufig aber selten, nicht dreimal aber viermal und ich verzähle mich immer wieder bei nur einem Versuch, eine Träne in den Händen zu fangen, nicht immer auf die frisch geputzten Schuhe.
Ich halte den Rücken stabil, falte mich zusammen, Kante A auf Kante B so wie vorgeschrieben. Manchmal fliegen sie nicht, manchmal fliegen sie einfach nicht gut höre ich dich noch reden und du berührst die leisen Punkte an meiner Fensterscheibe, du hast ins Kissen gebissen, dich gewundert wieso keiner lacht und hast ganz leise geatmet, meinen Namen geatmet.
Ich halte den Rücken stabil, setze an und fliege hinaus durch mein Fenster. Kante A und Kante B waren gut gefaltet, ich schaffe es weit ich fliege so leise.
Wie bei einem Papierflieger ohne Luft, genauso wenig funktioniert das auch ohne deine ungeputzten Schuhe vor meinem Bett.







