18.09.2010 - 21:20 Uhr

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Brief an eine Freundin

Text: komber

Liebe M. Lange habe ich nichts von dir gehört und auch ich habe irgendwann aufgehört mich bei dir zu melden. Warum sollte ich dir auch weiter emails schreiben, wenn du sie vielleicht gar nicht liest. Denken tu ich trotzdem immer wieder an dich. Weil ich nicht verstehe warum die Freundschaft sich so verliert und weil ich gerne an unsere gemeinsamen Aktionen zurückdenke. Gemeinsamkeit ist schwierig wenn man bedenkt, dass inzwischen nicht mehr 300km wie anfangs, erst recht keine 13km wie zwischendurch, sonder eher 30000 und mehr Kilometer Entfernung stehen. Im wahrsten Sinne des Wortes hat sich unsere Freundschaft auseinandergelebt. Vor einiger Zeit war ich richtig sauer auf dich. Du warst nicht da als ich dich als Freundin gebraucht hätte. Am Telefon hast du mir dann nur von deinem neuen Shopping-Schnäppchen, einem hellblauen Pulli von was weiß ich welchem Designer, vorgschwärmt. Ehrlich gesagt, ich hab das Telefon halb zur Seite gelegt und dich erzählen lassen. Ich war enttäuscht und sauer und hab dir das nie sagen können. Sagt man sowas am Telefon? Etwas später habe ich mich für dich gefreut. Deine neue Liebe, die so verheißungsvoll klang, nach den komischen Typen mit denen du vorher dein Bett geteilt hast. Doch bald schlichen sich Bedenken ein, die ich dir aber nie habe mitteilen können. Sagt man sowas am Telefon? Deine rosa Brille war gigantisch und trotz allem hab ich mich für dich gefreut. Dachte du wüsstest schon was du tust. Erst als es aus war habe ich leise meine Zweifel geäußert. Aber sagt man sowas laut am Telefon? Das letzte Telefonat habe ich abgelehnt. Ich konnte nicht und ich wollte nicht. Während ich mein Studium beendet habe und mit allen Höhen und Tiefen einer Abschlussarbeit gekämpfte, wolltest du mir ein neues Kapitel deines Sex-and-the-City- Lebenstraum erzählen. Wie es mir geht hast du kein einziges Mal gefragt, in dem Telefonat, das wir eine Woche zuvor geführt haben. Sowas fragt man doch am Telefon! Irgendwann zuvor schon hatten wir uns getroffen, als du geschäftlich in meiner Stadt warst. Es hat sich angefühlt wie immer, aber es war nicht wie immer zurvor. Du weißt nichts mehr von meinem Gefühlsleben und von meinem Studium und von den Dingen die mir wichtig sind. Du lebst dein Leben und ich weiß nicht ob du darin glücklich bist. Du versucht Freundschaften aufrecht zu halten, die auf alten Säulen stehen, an die man sich nur noch daran erinnern kann, die aber nicht mehr da sind. Oder haben wir sie nur in unseren Herzen vergaben. Fragt man sowas am Telefon? Ich habe versucht dich zu finden, verschollen im neuen Kontinent oder doch in der alten Welt in die du zurück wolltest? Ich habe gehofft du meldest dich und es gäbe einen Grund für dein verschollen sein, für dein Schweigen. Aber es gibt nicht mal mehr ein Telefon.


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seleukos
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Mag ich Mag ich nicht

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19.09.2010 - 12:54 Uhr
seleukos

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komber

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