08.09.2010 - 18:24 Uhr

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Der Corno Baitone und ein einsamer Übergang

Text: MountMcKinley in Schöne_Photos (470)

29.08.2010:

Der nächste Morgen war frisch und klar. Der Wind hatte über Nacht die letzten Wolken vom Firmament geputzt und so stand diesem strahlenden Morgen nichts im Wege.



Wir hatten uns den Corno Baitone als Ziel ausgesucht. Ein eher selten begangener Berg, da er abseits des markierten Weges liegt und der Gipfelanstieg leichte, jedoch ungesicherte II-er Kletterei verspricht.

Wir wollten eigentlich auf möglichst direktem Weg zum Stausee gelangen, kehrten davor noch kurz in der kleinen Kapelle ein und machten uns schließlich auf den Weg.





Vom Stausee würde unser Weg vom markierten Pfad abzweigen, uns wild durchs Gelände über den einsamen Pass „Bocch. d. Laghi Gelatti“ und schließlich die Süd-Seite hinauf zum Gipfel führen.

Den Abzweig kurz unterhalb der Kapelle verpassten wir allerdings. Vielleicht weil wir beide noch vom gestrigen Tag so voller Erinnerungen waren, oder weil wir uns so darüber freuten, dass wir aus dem schlechten Wetter in die Sonne gekommen waren - warum auch immer - wir verloren immer mehr an Höhe und schließlich bei den Mga. Lavedole-Almen angekommen, mussten wir wieder 350 Höhenmeter zum Stausee aufsteigen.





Am Stausee angekommen,



blickten wir nochmals auf die Karte. Kein markierter Weg führt zum Pass Bocch. d. Laghi Gelatti. Doch die Hüttenwirtin der Garibaldihütte versicherte, dass es einen Übergang gibt, wenngleich er auch nur sehr selten begangen würde. Perfekt für uns. Ein wenig wollten wir ja auch was erleben und was gibt es spannenderes, als sich seinen Weg selbst zu suchen. Um jedoch der Ehrlichkeit die Ehre zu geben...wir haben schon ein wenig überlegt, ob wir es wirklich wagen sollten, denn sollte man für den Übergang eine alpine Kletterausrüstung benötigen, würde dies bedeuten, dass wir den kompletten Weg wieder zurück gehen müssten um schließlich über den Normalweg zurück zum Auto zu gelangen und den Gipfel des Baitone hätten wir dann getrost vergessen können. Immer wieder blickte ich zur Scharte, die es zu finden galt und nachdem meine Begleitung nichts dagegen hatte, es zu versuchen, zweigten wir schließlich vom markierten Weg ab und gingen nach Karte und Gefühl durch das verplattete, aber gut gehbare Gelände. Hütet Euch jedoch davor, mit einer 50.000er Kompass-Karte zu benutzen. Ungenauer geht’s nicht, doch das Wetter ließ ja alle Möglichkeiten offen und so kamen wir der vermeintlichen Scharte immer näher. Als wir glaubten angekommen zu sein, stürzte die Felswand auf der anderen Seite gähnend in die Leere und an einen Übergang war nicht zu denken. Die schweren Rucksäcke ließen wir für einen Moment weiter unten stehen und erkundeten ein wenig das Gelände.

Eine Gams zeigte und schließlich eine Möglichkeit, noch weiter zu gehen und die Querung eines unheimlich steilen Schotterfeldes mit äußerst wackeligen Felsblöcken ließ den Adrenalinspiegel ziemlich in die Höhe schnellen. Zumal der Blick nach oben nicht wirklich vertrauenserweckend war. Übergroße Felsnadeln schienen scheinbar kurz vorm herunterbrechen, doch es ging alles gut und fast ungläubig standen wir an dem Übergang, der sich schließlich kinderleicht überschreiten lies.



Am Gipfelaufschwung ließen wir unsere schweren Rucksäcke zurück und flogen förmlich zusammen mit einem sympathischen Italiener, der sich ebenfalls an dieses verlassene Fleckchen Erde verirrt hatte hinauf zum Gipfel, von dem man eine unfassbar schöne Aussicht genießen konnte.













Auf dem Rückweg ging es wieder durch verblockte einsame Schotterfelder die man zum Teil fast abfahren konnte. Klein wirkt hier der Mensch und die Gegend ist äußerst unwirtlich.



Doch lud ein großer Stein am See kurz zum verweilen und zum „in der Sonne liegen“ ein, bevor wir uns wieder auf den Weg machten. Eine kurze Rast mit heißer Suppe und Wein in der Tonolini-Hütte durfte nicht fehlen und die lieben Hüttenwirte haben sich gleich mit Erstaunen erkundigt, welche weite Strecke wir zurück gelegt hatten...


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9 Kommentare

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2differ
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Mag ich Mag ich nicht

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08.09.2010 - 19:01 Uhr
2differ

*Aber geschwindelt, es war ein zweisamer Übergang;)

komber
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Mag ich Mag ich nicht

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09.09.2010 - 09:40 Uhr
komber

*****

ahleyoula
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09.09.2010 - 09:42 Uhr
ahleyoula

Sehr schön, bekomme aber schwere Beine,
in Erinnerung ähnlich schwere touren,
damals war das gut, aus heutiger sicht,
viel weniger, Berge wie Ettaler Mandl,
hätten eigentlich ausgereicht,
um mit weniger Qual was schönes zu erleben.

coolfire
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09.09.2010 - 10:12 Uhr
coolfire

HA! Die Gams als Bergführer! Sehr schön.

Das ist abe eine äusserst karge Ecke. ("Der Mensch ist doch ein Augentier, schöne Dinge wünsch ich mir")

jurette_
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09.09.2010 - 23:34 Uhr
jurette_

O mein Gott, wie schön.

mausemia
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16.09.2010 - 18:57 Uhr
mausemia

schön :)
vor allem des strahlende blau :)

paleika
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21.09.2010 - 16:14 Uhr
paleika

*

ruebezahl
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22.09.2010 - 12:08 Uhr
ruebezahl

na du machst aber auch schöne touren! gefällt *

seleukos
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Mag ich Mag ich nicht

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24.09.2010 - 19:44 Uhr
seleukos

Ich will auch so ne Tour machen! :P

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