02.09.2010 - 18:30 Uhr

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Was die Musik deiner Eltern mit dir zu tun hat

Text: fabian-fuchs - Illustration: katharina-bitzl

Was hörst du, und wenn ja wieviel von deinen Eltern? Nichts prägt unseren kopfeigenen Dudelfunk so stark wie das, was wir in unserer Kindheit mithören mussten. Deswegen haben wir schnell mal die vier wichtigsten Elternsounds zusammengefasst.

Der olle Rock-Papa

Papa ist im Keller und guckt nach seinen Platten. Papa hat vom Flohmarkt einen alten Plattenspieler mitgeschleppt. Papa möchte dir im Keller dringend was vorspielen.
So geht das 14 Jahre lang, weil sich der Rock-Papa vorgenommen hat, über die Musik seiner Jugend einen heißen Draht in die heutige Jugend zu legen. Schließlich war das damals alles auch schon mörderisch verstärkt und verzerrt, fast wie heute also. Und schließlich hat Papa auch mal in die Lederjacke gepasst (Ein Beweispunkt, der Mama immer sofort melancholisch werden lässt).

Verzerrt ist dann jedenfalls auch das Lächeln seiner pubertierenden Brut, wenn sie mit ihm gemeinsam das Schlagzeugsolo von Iron Butterfly nachvollziehen sollen. Das dauert nämlich alleine schon mal gute zehn Minuten und entfaltet nur auf LSD jene Wirkung, an die Papa sich heute noch so gut erinnert. Vom Feinsten, sagt der Rock-Papa und wühlt eifrig in der Kiste. Jeden der Schätze, die er hebt, preist er mit einem neuen Superlativ, jeder bringt ihm seine eigenen Glücksgefühle näher. Komisch nur, dass er nie eine dieser Platten wirklich hört, sondern immer nur dreimal im Jahr zum Anfassen in den Keller wankt. Die restliche Zeit beschränkt sich seine Rockvergangenheit auf das Lauterdrehen von „Born to be wild“ im Radio.

Das hören die Kinder:
Vermutlich Hiphop oder elektronische Musik, jedenfalls nichts, was mit einer Lederjacke in direkte Verbindung gebracht werden kann. Gut möglich auch, dass sie vor lauter „früher waren die Gitarrenbretter noch richtige Bretter“-Propaganda vorsichthalber nur kroatischen Eurotrash über Kurzwelle hören.

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ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.