27.08.2010 - 18:30 Uhr

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Was ist das Problem mit gesperrten YouTube-Videos?

Text: dirk-vongehlen

Das Landgericht Hamburg hat sich im Rechtsstreit zwischen der Gema und YouTube zu Wort gemeldet. Nur: Worum geht es dabei eigentlich genau?

Böse Stimmen sagen, wenn YouTube nicht aufpasst, könnte der Slogan "Broadcast yourself" in Deutschland bald durch den Satz "Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar" ersetzt werden. Denn den liest man in dem Videoportal mittlerweile häufiger als den Slogan (der seit kurzem unter dem Logo fehlt). Es geht um das Problem des so genannten Geoblockings von Clips. Also um die Sperrung einzelner Videos für bestimmte IP-Adressen, anhand derer das Portal erkennt, in welchem Land der Computer steht, mit dem man surft. Und es geht vor allem um Musikvideos. Und zwar um so viele, dass die taz in dieser Woche schon vom Tod der YouTube-Disco schrieb. Doch was ist der Grund für die Sperre, die die meisten Nutzer als großes Ärgernis empfinden - denn meist finden sich die gesperrten Songs auf anderen Portalen relativ schnell bzw. lassen sich mit einfachen Tricks auch auf YouTube anschauen.
Auch Sid der Liedermacher kennt diesen Ärgern. Er hat ihn in seinem Song Fuck Sony Entertainment (der heute über Netzpolitik zu deutschlandweiter Bekanntheit aufstieg) festgehalten. Darin stellt er die Frage: Wozu soll das gut sein? Das ist es, was ich nicht versteh. Denken die, wenn ich das auf YouTube nicht seh Renn ich los und kauf die DVD? Um zu verstehen, warum gewisse Videos (wie aktuell z.B. Cee Lo Greens Hit Fuck you) von einer deutschen IP-Adresse aus nicht zu sehen sind, muss man unterschiedliche Interessenlagen differenzieren. Zum einen geht es um die Interessen der Gema, die im Namen der Künstler eine Lizenzvereinbarung mit YouTube erstreiten will. Zum anderen geht es um die Interessen von Plattenlabels, die (wie im Fall von OK Go) verhindern wollen, dass Videos zum Beispiel in Blogs eingebettet werden können oder vor einem bestimmten Zeitpunkt im Netz verfügbar sind. In dem YouTube-Gema-Streit hat das Landgericht Hamburg heute nun einen Eil-Antrag der Gema zurückgewiesen. Das heißt jedoch nicht, dass das Gericht in der Sache gegen die Gema entschieden hätte, sondern lediglich in Fragen der Dringlichkeit anderer Meinung ist als die Verwertungsgesellschaft. Da die Verhandlungen zwischen Gema und YouTube im Mai gescheitert waren, zog die Gema vor Gericht. Von dort gibt es jetzt die Antwort, dass eine Einigung außergerichtlich gesucht werden solle (was nach Angaben von YouTube in nahezu allen anderen europäischen Ländern außer Deutschland gelungen sei) bzw. der Fall in einem Hauptsache-Verfahren verhandelt werden muss. Das Problem dabei: Die beiden Parteien haben Stillschweigen über ihre Verhandlungen vereinbart. Niemand weiß also genau, woran die Verhandlungen gescheitert sind. So fühlt sich die Öffentlichkeit in der Debatte wie der YouTube-Nutzer vor einem geblockten Clip: leicht ratlos.


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Digital_Data
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Mag ich Mag ich nicht

5

28.08.2010 - 00:27 Uhr
Digital_Data

Die deutsche GEMA, es gibt ja ausländische vergleichbare Organisationen z.B. in Belgien die BUMA, ist der Abkassierer in Europa. So zahlt man z.B. in Belgien an die BUMA für eine Veranstaltung mit exact der gleichen Menge Zuschauer weniger als ein Zehntel der Gebühren die Deutschland fällig werden.

Gleichzeitig aber verschickt die GEMA Rechnungen ohne selbst darzulegen, dass man die Künstler vertritt. Das heißt der Rechnungsempfänger muss nachweisen, dass die aufgeführten Musikstücke nicht zum Repertoire der GEMA gehören, bzw. dass man die Rechte alle inne hat und die Aufführung die GEMA nichts angeht. Das ist schon ein sehr komisches Geschäftsgebaren.

Grundsätzliches Problem zwischen GEMA und YouTube in Deutschland scheint zu sein, dass die GEMA ihr Repertoire, das sie vertritt, nicht offenlegt. Man kann daraus durchaus den Schluß ziehen, dass die GEMA schlicht gerne für alles Geld hätte. So scheint es auch zu laufen. Es werden derzeit sogar Musikstücke geblockt, die grundsätzlich nicht durch die GEMA vertreten werden und deren Rechte für dieses Video eindeutig geklärt sind.

Das ist absolut ärgerlich. Hier scheint man vor allem auch nicht verstanden zu haben, wie die ganze Kiste funktioniert.

So ist es beispielsweise so, dass ich auf Vimeo das Stück "Grace Kelly" von Mika in einer Officve Dub Version entdeckt habe, mitr die CD gekauft habe, slebst ein Video dazu gemacht habe und dieses aber nun nicht auf YouTube hochladen kann. Die PLattenlabels udn auch die GEMA scheinen immer noch nicht kapiert zu haben, dass die Video-Portale vor allem auch Werbung für die Musikindustrie machen. Im Nachhinein ärgert es mich, die CD gekauft zu haben. Bei meinen Videos fragen immer wieder Leute, wie heißt das Stück um es kaufen zu können. So macht man sich den markt selbst kaputt.

Digital_Data

soylentyellow
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Mag ich Mag ich nicht

1

28.08.2010 - 16:04 Uhr
soylentyellow

Re Sony: Deren CD/DVD Spieler haben schon immer keine selbstgebrannten CDs abgespielt. Deshalb (und weil Sony der Hauptsperrer auf youtube ist) gilt für mich: von Sony kommt mir kein Produkt in die Tüte.

ICH boykottiere Sony wo es geht.

Na gut, bei Digitalkameras haben sie es mir auch einfach gemacht weil Sony sich da nicht an den de-Facto Speicherkartenstandard (SD Karte) hält sondern auf ihrem Memory Stick bestehen.

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Mag ich Mag ich nicht

1

28.08.2010 - 16:07 Uhr
soylentyellow

Was würde Rio (Reiser) sagen: Macht kaputt was Euch kaputt macht

(mal sehen ob das Video auch gesperrt ist? Gehört wohl nicht Sony - Glück gehabt!)

newmoonrising
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Mag ich Mag ich nicht

2

28.08.2010 - 20:36 Uhr
newmoonrising

Das Repertoire der GEMA ist auf www.gema.de unter dem Reiter Musikrecherche bei MGOnline öffentlich einsehbar. Wenn man will kriegt man sehr leicht raus was GEMApflichtig ist und was nicht. Wie das mit dem Repertoire der Schwestergesellschaften ist, weiß ich allerdings auch nicht. Aber darum gehts ja hier auch gar nicht.
Im Übrigen war es Youtube, die nicht wollten, dass die Verhandlungen öffentlich geführt werden. Nur so als kleiner Denkanstoß. Die GEMA hat da nichts dagegen.

Und der Vergleich mit Belgien hinkt. Im Vergleich mit anderen Verwertungsgesellschaften ist die GEMA noch günstig.

Wenn wir schon dabei sind: Die GEMA ist nicht die einzige Gesellschaft, die auf die Barrikaden geht. Diverse andere VGs (SACEM, BMI, ASCAP, SIAE etc.) sind ebenfalls gegen die Politik Youtubes.

So und jetzt zerfleischt mich. :)

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Mag ich Mag ich nicht

0

28.08.2010 - 20:36 Uhr
newmoonrising

Na da hab ich die Satzzeichen jetzt aber ausgesprochen clever gesetzt. Ich brauch Schlaf.

Gisamaluke
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Mag ich Mag ich nicht

0

28.08.2010 - 22:03 Uhr
Gisamaluke

soylentyellow
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Mag ich Mag ich nicht

0

12.10.2010 - 10:52 Uhr
soylentyellow

Bei Pornovideos (früher - als es noch kein youporn gab und Mann dafür in die Videothek musste) war der Hinweis "Gema-freie Musik" immer ein Warnhinweis darauf dass man sich bei der Produktion den Ton (na gut, das Stöhnen) gespart hat und durch unsägliches Gedudel ersetzt hat.

Erik1234
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Mag ich Mag ich nicht

-1

07.04.2012 - 06:53 Uhr
Erik1234

GEMA kann einen total nerven. Das geht voll auf die nerven wenn man sein Lieblingssong nicht gerade hören kann.

http://koffeintabletten24.de/

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Mag ich Mag ich nicht

-1

07.04.2012 - 06:55 Uhr
Erik1234

GEMA kann einen total nerven und gerade wenn man sein Lieblingsvideo nicht mehr ansehen kann.

http://koffeintabletten24.de/

newmoonrising
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Mag ich Mag ich nicht

0

09.04.2012 - 16:21 Uhr
newmoonrising

wozu gibt es denn dailymotion, vimeo, tape.tv und wie sie alle heißen? muss man halt mal einen klick mehr machen als bisher. klar nervts aber sich darauf zu beschränken beim gema-bashing einzusteigen ohne den spaß mal zu hinterfragen... nee.


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dirk-vongehlen

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