Ein Bier für den guten Zweck
Sebastian Jacob, 30, studierte Kulturwirtschaft und Jura in Passau und Berlin. Jetzt verkauft er in Kreuzberg und Neukölln Bier und will den Erlös an soziale Projekte in der Nachbarschaft weitergeben. Ein Gespräch über die Idee hinter dem "Quartiermeister" und über das Trinken für den eigenen Kiez
jetzt.de: Sebastian, du willst in Berliner Kneipen das Bier „Quartiermeister“ verkaufen: Ein bestimmter Betrag aus dem Verkauf soll in soziale Projekte des Kiezes gehen, in dem das Bier getrunken wurde. Wie kam es zu der Idee? Sebastian Jacob: Ich habe auf meine letzten Prüfungen in Jura hingelernt und vielleicht zu lange im eigenen Saft geschmort. Irgendwann habe ich angefangen, nach einer Marktsituation zu suchen, in der es einem trägen Verbraucher wie mir selbst leicht fällt, sich für ein sozial nachhaltiges Produkt zu entscheiden. Da bin ich dann über das Bier gestolpert. Bier hat kommunikativ günstige Voraussetzungen: Du trinkst es meistens gemeinsam mit anderen, du trinkst es gern und man redet auch gern darüber. Da dachte ich, dass man doch auch gern drüber redet, wenn man mit dem Kauf etwas Gutes macht. Auf der Flasche steht „Bier für den Kiez“. Nun verbindet man den „Kiez“ ja tatsächlich in erster Linie mit Berlin. In München zum Beispiel gibt es zwar auch Stadtviertel, nur ist die Identifikation mit diesen Vierteln häufig nicht so ausgeprägt. Funktioniert deine Idee womöglich nur in Berlin? Wir versuchen, ein soziales Produkt an ein soziales Kollektiv zu knüpfen. Das Produkt ist das Bier, das Kollektiv ist in diesem Fall der Kiez. Das heißt aber nicht, dass die Idee nur hier funktioniert. Der Grundgedanke ist ja auf jede Stadt übertragbar: Wir wollen die Augen öffnen für positive Konsequenzen von kollektivem Verhalten. Wenn wir uns alle richtig verhalten, bleibt für alle was gutes übrig. Du kannst in der Kneipe ein herkömmliches Bier kaufen und weißt nicht, wo der Gewinn landet. Oder du kaufst künftig das Quartiersbier, wo der Erlös, den wir beim Verkauf an die Kneipen erzielen an soziale Zwecke vor deiner Haustür geht. Ist das denn so einfach? Der Wirt will doch auch seinen Schnitt machen. Wir haben es jetzt ohne Aufpreis hingekriegt. Unser Bier ist nicht teurer als andere und hilft trotzdem.
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Hehe, das sach ma nem waschechtem Hamburger :)
Nichts für Bierfreunde.
Gutes Bier das günstiger ist als Krombacher und genauso gut schmeckt?
Da bin ich doch skeptisch.
Und nicht zuletzt pflichte ich nordzuckers Aussage bei.
Währenddessen 0,33 l geradezu in der Raumluft verdunsten.
mockingbird sagte:
pf. bier in 0,5 gebinden nennt man bei uns maurerkannen... nur was für sturztrinker oder leute, die schales, angesabbertes bier mögen. ;o)
bei Dir, Schätzchen, ist vier Monate im Jahr ein alternder Gebrauchtwagenhändler o.ä. die "Kölner Jungfrau".
wodkasaufen für moskauer strassenkinder...
ouzosaufen für die die griechische wirtschaft.... ;) etc
Und wenn es dann noch die klassische JEVER-Flasche ist, hat man sogar nen angenehmen Handschmeichler in den Fingern.
Und die mächtigen Flaschen als Waschbrettbauchträger? Nee, da tut ja auf dem Weg zum Park schon alles weh, dann braucht man Aspirin, und wenn man danach Bier trinkt löst sich der Magen auf!
monochromatisch sagte:
weil die kann man auch noch im angetrunkenen Zustand bei nachlassender Handmuskelstärke bequem halten
welch bizarre Argumentation. Also wirklich. Was man nicht tragen oder halten kann, sollte man auch nicht trinken!
alcofribas sagte:
welch bizarre Argumentation. Also wirklich. Was man nicht tragen oder halten kann, sollte man auch nicht trinken!
Ha! Und wer das Wasser nicht halten kann?
Ich sachs ja, zu große Bierflaschen führen zu Inkontinenz.
Eigentlich ja kein schlechtes Projekt, ich hoffe nur, dass sich nicht die Leute, die gar nichts tun, dann darauf ausruhen, immerhin ein Weltverbesserungs-Bier gekauft zu haben. Mit Konsum allein kann man die Welt ja auch nicht komplett verändern.
rousseau sagte:
Gutes Bier das günstiger ist als Krombacher und genauso gut schmeckt?
Da bin ich doch skeptisch.
Ick ooch. Billiges Bier, das von kleineren Brauerein stammt, wird oft nicht lange genug gelagert. Allerdings übernimmt jetzt.de die Werbung, spart man sich die teuren Werbespots, für die Krombacher ca. 60% des Bierpreises ausgibt.
Wenn der gute Mensch in seinem Interview kein Wort über die Brauart seiner Plörre verliert, die verwendeten Zutaten usw., sagt das auch schon wieder eine Menge über den Hype, der in letzter Zeit häufig in der Getränkebranche um irgendwelche Gesöffe gemacht wird.
Über die Größe des bevorzugten Gebindes haben wir neulich schon mal diskutiert. Es kommt halt auch auf das enthaltene Bier an.
prinzipiell gute idee. wenn das geld denn dann wirklich in (weiter-) bildungsprojekte gesteckt würde. kann ja wohl mal net angehn, dass neukölln-bundeshartz-hauptquartier ist, gleichzeitig aber freie lehrstellen mangels geeigneten bewerben (willig und fähig) nicht besetzt werden können. hartz-IV-kinder füttern ("die arche") und damit ihre versagenden erzeuger noch unselbständiger machen, kann ja wohl nicht die lösung sein.
25.08.2010 - 08:34 Uhr
Dosenknall_mit_Uebers…
25.08.2010 - 08:34 Uhr
Dosenknall_mit_Uebers…
Hm, der Zusammenhang erschließt sich mir jetzt nicht.
Und wie hoch ist eigentlich "ein bestimmter Betrag"?
Klunkerbell sagte:
Ach, Schande, ich finds ja ne coole Idee, aber ich verabscheue 0,33 Bierfläschchen so sehr wie Hunde, die in ne Handtasche passen. Verdammte Tschin Tschin Kultur.
Ja, das sind die Leute, denen es nichts ausmacht, wenn das Bier die Temperatur eines Autositzes im Sommer hat. Ich mag es aber nur eiskalt, also lieber kleine Mengen und öfter mal nachfassen.
gelbesschaf sagte:
Wer Krombacher und Warsteiner für gutes Bier hält, hat Geschmacksstörungen.
Mir schmeckt Krombacher. Ich trinke es aber nur, wenn ich in der Gegend weile.
smaennchen sagte:
"Ich habe auf meine letzten Prüfungen in Jura hingelernt ... Da bin ich dann über das Bier gestolpert."
Hm, der Zusammenhang erschließt sich mir jetzt nicht.
mir erschließt sich das sofort. ficken für den frieden, saufen für die wirtschaft. idee geboren.
http://www.1000getraenke.de/biertest/gar...
Warsteiner als gut-schmeckendes Bier zu bezeichnen ist in meiner Welt ja ein Scherz, Krombacher geht immerhin - schneiden auf der Seite aber beide schlechter ab als das hier besprochene Traditionsbier.
Und so ne 30er Kiste Bömbchen hat schon was für sich, man kann die kleinen Biere einfach schneller wegziehen - effektiv trinke ich davon mehr als von Halben. Die wiederrum sind als Wegbier (oder auch Fuß-Pils) kann praktisch, halten nämlich länger ;-)
smaennchen sagte:
" letzten Prüfungen in Jura ... Bier ."
Hm, der Zusammenhang erschließt sich mir jetzt nicht.
Also, mir erschließt sich der Zusammenhang sofort. ;)
" letzten Prüfungen in Jura ... Bier ."
Charlotte94 sagte:
Fachmännisches
Sehr schön analysiert und kommentiert, danke!








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24.08.2010 - 18:36 Uhr
ThomasCrown