Nichts kommt mehr
In den letzten Jahren hat sich zwar eine ungeheure Menge an wissenschaftlichen Daten aufgehäuft, aber wissenschaftliche Durchbrüche gab es nicht. Es wäre denkbar, dass gegenwärtig keine grundstürzend neuen Resultate gelingen, weil das, was sich erforschen lässt, bereits erforscht ist.
Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.- Handys im Kampfeinsatz vor 4 Std.
- Wer Endlager suchen darf vor 4 Std.
- Hochgefährliches Spiel vor 4 Std.
- Facebook? Tianji! vor 4 Std.
- Kümmer-Existenz vor 4 Std.
Dieser Text von jetzt.de ist in der Süddeutschen Zeitung erschienen. Du kannst die SZ zwei Wochen kostenlos testen - du musst nicht einmal kündigen!
Übrigens, was den Punkt mit dem Gehirn angeht: Ich bin kein Neurologe (und der Autor wohl auch nicht), aber das Gehirn ist am Ende auch nur ein komplexer Apparat, und dass er zufälligerweise der ist, der uns diese Gedanken erst ermöglicht, heisst nicht, dass wir ihn deshalb nicht verstehen können. Es sei denn, wir versteigen uns in religiöse Vorstellungen von der Einzigartigkeit des Lebens oder verweigern uns Experimenten aus ethischen Gründen (vorläufig - die nächste menschenverachtende Ideologie kommt bestimmt irgendwo).
Was grundlegende Entdeckungen angeht, hat Digital_Data ja gute Punkte genannt. Sowohl das vorherrschende Wissenschaftsetablissement als auch die steigende Komplexität können den Fortschritt verzögern. Ganz stoppen können sie ihn aber wohl nicht.
Dass es eine DNA gibt, das war ja erst der Anfang. Der Rest der Entdeckungen hört sich vielleicht manchmal nicht so spektakulär an, aber kann das durchaus trotzdem sein.
Dazu kommt aber auch noch ein gravierender Nachteil: An der Uni sind die Professoren damit beschäftigt, das Labor zu schmeißen, Anträge für neue Fördergelder zu holen und Paper zu schreiben. Da studiert man 10 Jahre, macht 3 Jahre Doktorarbeit und arbeitet nochmal 5 Jahre als Postdoc - um dann Schreibarbeit zu machen. Wenn da die Kreativität nicht erstickt wird, dann weiß ich auch nicht...
Digital_Data sagte:
2. Arbeiten mehr Menschen an einem Problem, dann wird mehr Kommunikation nötig. Bei PCs spricht man davon, dass mehr als 8 Prozessoren ncihts bringen, da der neunte soviel zusätzliche Kommunikation bei der Arbeitsvertelung auslöst, dass die zusätzliche Power verpufft. Menschen sitzen dann gerne stundenlang in Meetings.
Wenn man so denkt, dürfte kein Großrechner je funktionieren. Soviel Kommunikationsaufwand... zumindest in dieser Form ist diese Aussage absolut daneben, vielleicht kannst du ja nochmal genauer sagen, was du meinst, Digi?
Großrechner funktionieren ganz anders. Das kann man auch auf PCs erreichen. Auf PCs kann ich etwas in einem eigenen Thread (Thread, der Faden) programmieren. Diese Sache ist unabhängig von anderen Dingen und kann seine gesamte Arbeit auf einm eigenen Prozessor erledigen, fast ohne jegliche Kommunikation. Das funktioniert sogar auf einem Prozessor, man hat dann den Eindruck das geschieht im Hintergrund und man kann normal weiter arbeiten.
Dies machen wir Menschen zum Bespiel, wenn wir in der Gruoppe suchen. Du gehst dahin, ich geh dahin, wer ihn findet, ruft die anderen an. Je nach Gebiet können wir dann Stunden unabhängig arbeiten.
Wollen wir dagegen zu zehnt einen Schrank zusammen bauen, dann müssen wir dauernd reden und es läuft eben nicht zehnmal so schnell.
Bei Großrechner mit vielen Prozessoren nun werden die Programme extra so entwickelt, dass sie gut auf die vielen Prozessoren verteilt werden können. An dieser Stelle hakt es nun beim Menschen. Man müsste Arbeitsprozesse erst so sauber wie möglich aufteilen und von einander trennen. Das klappt in einem Betrieb mit der Lohnabrechnung oder der Putzkolone noch ganz gut (aber die muss auch schon fragen, wenn jemand länger arbeitet und damit diesen Ablauf "stört"), aber bei Forschung und Entwicklung, wenn man gar nicht weiß, wo das hin läuft, ist das sehr schwierig.
Digital_Data
Wir schweifen aber mit diesem fern verwandten (Fall-)Beispiel sehr von der Thematik ab: Es ist einfach schwieriger, die Forschung zu überblicken. Es ist aber auch deshalb schwierig, weil wir den Anspruch haben, echte Grundlagenforschung zu betreiben und nicht nur das zu erforschen, was kommerziell verwertbar ist. Dies hat unter anderem den Grund, dass eine rein kommerziell orientierte Forschung Folgen von bestimmten Verhalten nicht wirklich abschätzen kann, wenn das systematische Grundverständnis fehlt.
Es bedeutet außerdem, dass wir uns gänzlich auf die kommerziell arbeitenden Unternehmen verlassen müssen, und wenn jemand nur auf Profit aus ist, das sehen wir ja fast täglich, was dabei an Schmu so rauskommt. Das Wissen ist dann nicht mehr Sache der Bürger, es ist an einzelne Unternehmen gebunden.
23.08.2010 - 19:15 Uhr
MorbusBahlsen
(Thread, der Faden)
Hmm... also wenn du schon über Hardware-nahe Programmierung lamentierst, solltest du dich an die üblichen Fachbegriffe gewöhnen.
Zunächst läßt sich nit jeder Prozess beliebig zerteilen. Gerade bei der Berechnung von komplexen Modellen ist das gut möglich. Bei der Beschreibung einer DVD eher weniger. Ähnliches gilt für Datenübertragungen oder z.B. Video. Da ist schnell Schluß mit sinnvoller Parallelisierung.
Das Prolem ist bei Prozessoren sogar günstiger als bei Menschen, da Prozessoren Knechte sind ohne eigene Vorstellungen oder Ideen. Sobald diese individuellen Merkmale aber greifen umso stärker zerfransen die Abstimmungen zu grundsätzlichen Debatten, die dann eine Menge Zeit verbraten. Eben "Zu viele Köche verderben den Brei."
Digital_Data
Parallelität in der Datenübertragung und parallele Datenverarbeitung sind echt zwei paar Stiefel. Wieso du jetzt aufs erste auch noch kommst, vielleicht da es noch weniger mit dem Thema zu tun hat, hmm.
Du verkennst grundsätzlich, dass Forschung nicht eine ganz klar abgesteckte, kleine und für wenige bewältigbare Aufgabe ist. Forschung betrifft alles, alles bekannte und alles unbekannte. Das braucht unweigerlich viele Köche, sonst gibts gar keinen Brei am Schluss, verdorben oder unverdorben.











0
12.08.2010 - 03:08 Uhr
Digital_Data
1. Man befindet sich in der falschen Sackgasse. Es gibt durchaus Stimmen, die meinen das z.B. die Relativitätstheorie uns als falscher Weg derzeit im Wege steht um neue Dinge zu erkennen. Bei der Gravitation, die ja auch in der Relativitätstheorie beschrieben wird (gekrümmter Raum), hängen wir z.B. weil wir an dieser Position nicht weiter kommen. Dann muss man mal wieder in größerem Umstand wirklich alles auf den Prüfstand stellen, das wird derzeot nciht gemacht, da ja alles stimmig erscheint. An diesem Punkt waren wir aber z.B. gerade auch in beshriebenem Status im 19 Jahrhundert.
2. Arbeiten mehr Menschen an einem Problem, dann wird mehr Kommunikation nötig. Bei PCs spricht man davon, dass mehr als 8 Prozessoren ncihts bringen, da der neunte soviel zusätzliche Kommunikation bei der Arbeitsvertelung auslöst, dass die zusätzliche Power verpufft. Menschen sitzen dann gerne stundenlang in Meetings.
3. Und vielleicht der entscheidenste Grund. Die Gruppe von menschen ist der Feind des Neuen. Bringt in einer Gruppe, egal wie groß, jemand eine neue Idee auf, dann bekommt er als erstes Gegenwind, das heißt er wird kritisiert. Als Alleinkämpfer habe ich diesen Gegenwind nicht, ich forsche einfach weiter und komme irgendwann zum Ergebnis. Die größten Entdecker waren solche Einzelkämpfer, die Gruppe dagegen als Schwarm öffnet sich nur selten dem wirklich Neuen und vor allem unorthodoxen. Das heisst die institutionelle Forschung ist schlicht der natürliche Feind des Neuen.
Digital_Data