30.07.2010 - 18:30 Uhr

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Textmarker: Dein Baby in meiner Bar

Text: christina-waechter - Bild: dpa

Darf man sein Kind in eine Bar mitnehmen? Muss man als kinderloser Mensch aushalten, dass man sein Feierabend-Bier in Gesellschaft von Kleinkindern trinkt?

Angestrichen: „you do not have a right to child free spaces. (...)my daughter, aza, is a person. a three year old person. a funny, cute, bad-ass, curly haired person who loves to dance and draw, wearing short skirts, watching pink videos, and talking on the phone. frankly, she is probably cooler than you are. she is definitely cooler than i am. but even if she wasnt you dont have the right to discriminate against her based on her age. or her race. or her gender. or her nationality, etc. sometimes she is loud. but frankly, she is normally one of the quieter people in a room full of inebriated souls. and since she is a person, and not a thing, it is not my job as her mother to ‘control’ her.“
Wo steht das denn? In einem Gastbeitrag der Userin „Maia“ auf dem Blog Feministe, der wie ein Brandbeschleuniger für die im amerikanischen Internet eh schon recht aufgeregt geführte Diskussion um „Child Free Spaces“ wirkt. Im Kern geht es bei dieser Debatte um die Frage, ob coole junge Mütter und Väter ihre Kleinkinder in coole Sauf-Locations mitnehmen dürfen oder nicht. Die Befürworter der „Child-Free-Spaces“ sind der Meinung, dass Kinder in Bars und anderen Locations, wo in erster Linie getrunken wird, nichts zu tun haben. Sie haben keine Lust auf Gegreine zum Cocktail, sie wollen keine Ketchup-Hände auf ihren Klamotten und sie wollen sich keine missbilligenden Seitenblicke von besorgten Eltern einholen, wenn ihnen gegen Ende des Abends das Vokabular oder die Lautstärke mal ausrutschen. Die Gegner wiederum sind meist Eltern, die ihr Leben gerne so weiterleben würden, wie vor der Geburt ihres Kindes und die nicht verstehen, geschweige denn akzeptieren wollen, dass es so viele Bereiche im Alltag gibt, in denen Kinder unerwünscht sind. Die Tatsache, dass sie nun Eltern geworden sind, ist für sie nicht gleichbedeutend mit einem Abschied aus ihrem alten Leben. Im Gegenteil. In Amerika kocht diese Diskussion vor allem bei Bewohnern von gentrifiziert-hippen Stadtvierteln, wie Brooklyn oder North Hollywood hoch. Die Menschen, die sich dort vor Jahren niedergelassen haben, befinden sich mittlerweile im fortpflanzungswilligen Alter und befördern einen Strukturwandel, der sich unter anderem darin ausdrückt, dass Orte, die bisher eher für Exzesse und wilde Partys bekannt waren, nun von eben diesen Eltern mit ihren Kindern erobert und dementsprechend dadurch verändert werden. Und das gefällt, ebenso wie die Gentrifizierung, einigen Leuten nicht.


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alcofribas
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Mag ich Mag ich nicht

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02.08.2010 - 14:51 Uhr
alcofribas

pechsache sagte: und babys in bars... also wen stören die bitteschön? die pennen doch eh nur in ihrer karre. wenn nicht geraucht wird... ist doch super.ich hab beobachtet, dass viel mehr leute ihre babys und kleinkinder mitnehmen können, seitdem nicht mehr soviel geraucht werden darf. das zeigt doch, dass auch mamas und papas rausgehen wollen.


Uff, und ich fürchtete schon, die Fischabfälle wären aus.

melancholie
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Mag ich Mag ich nicht

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02.08.2010 - 20:44 Uhr
melancholie

es wird wirklich außer acht gelassen, wie oft man sich über erwachsene ärgert, die es ja eigentlich besser wissen sollten als ganz junge menschen und sich dennoch dauernd daneben benehmen. z.b. mir o.meinem kind auf die füße treten, mich o. meinen sohn schubsen, mich o. meinen sohn dumm anquatschen, sich vordrängeln, lauthals telefonieren...und die liste wäre noch seeeehr lang fortzuführen.
als seien kinder eine unterart, die zur gattung mensch gehören.
es sind junge menschen, mehr nicht, die lernen und jeden tag mehr erfahrungen machen.
und mich ärgern erwachsene, die sich rücksichtslos benehmen viel mehr, weil die bereits alle institutionellen sozialisierungsstationen durchlaufen haben, und DENNOCH sich wie die axt im walde benehmen. da sehe ich wesentlich mehr empathie und rücksicht bei meinem 5-jährigen sohn als bei den meisten erwachsenen...
ja, das ärgert mich eigentlich am meisten.

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Mag ich Mag ich nicht

1

02.08.2010 - 20:48 Uhr
melancholie

alcofribas sagte:
pechsache sagte: und babys in bars... also wen stören die bitteschön? die pennen doch eh nur in ihrer karre. wenn nicht geraucht wird... ist doch super.ich hab beobachtet, dass viel mehr leute ihre babys und kleinkinder mitnehmen können, seitdem nicht mehr soviel geraucht werden darf. das zeigt doch, dass auch mamas und papas rausgehen wollen.


oder man als schwangere auch mal in eine bar gehen kann, oder als stillende mama z.b. oder als normaler nicht-raucher.

ich finde es selbst als raucherin angenehm, wenn ich NICHT nach qualm stinke, wenn ich nachts tanzen war.
aber gut, anderes thema.

fraeuleiningeborg
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Mag ich Mag ich nicht

1

02.08.2010 - 22:31 Uhr
fraeuleiningeborg

melancholie sagte:
als seien kinder eine unterart, die zur gattung mensch gehören.
es sind junge menschen, mehr nicht, die lernen und jeden tag mehr erfahrungen machen.


Sehr richtig, aber wie machen Kinder denn Erfahrungen? Du lässt sie doch wohl kaum auf einer vierspurigen Autobahn dem verlorenen Ball hinterherlaufen? Ich habe überhaupt nichts gegen Kinder, die in meiner Anwesenheit laut schreiend fangen spielen oder dergleichen, aber ich habe etwas gegen Eltern, die ihre Kinder anderen Leuten kommentarlos gegen das Schienbein treten (wortwörtlich so geschehen) oder Schubladen ausräumen lassen.

mockingbird
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Mag ich Mag ich nicht

2

02.08.2010 - 22:49 Uhr
mockingbird

manche machen sich halt lieber bei anderen erwachsen unbeliebt, als bei ihren kindern durch erzieherische maßnahmen.

melancholie
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Mag ich Mag ich nicht

1

02.08.2010 - 23:24 Uhr
melancholie

fraeuleiningeborg sagte:
Sehr richtig, aber wie machen Kinder denn Erfahrungen? Du lässt sie doch wohl kaum auf einer vierspurigen Autobahn dem verlorenen Ball hinterherlaufen? Ich habe überhaupt nichts gegen Kinder, die in meiner Anwesenheit laut schreiend fangen spielen oder dergleichen, aber ich habe etwas gegen Eltern, die ihre Kinder anderen Leuten kommentarlos gegen das Schienbein treten (wortwörtlich so geschehen) oder Schubladen ausräumen lassen.



fein. doch bitte erhebe diese paar eltern nicht zur mehrheit.
ich finde, im gegenteil, daß die meisten eltern viel zu bemüht sind, es der allgemeinheit recht zu machen.
...negativbeispiele bleiben einem vll einfach eher im gedächtnis, als die vielen "normalen" eltern...?

tonnitonni
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Mag ich Mag ich nicht

-1

02.08.2010 - 23:30 Uhr
tonnitonni

Meine Güte was ist hier denn los? Ist jetzt.de der angesagte (Kinder)Hort der neuen Bürgerlichkeit? Alles Neo(n)-Spießer hier oder was? Winterhoff-Bueb-Leser? Jungunionisten und solche die heimlich CDU/CSU wählen? Oder ist dieser fabrizierte Schwachsinn dem Übermut gerade-aus-der-Pubertät-Entlassener über die erfolgreiche Integration in die Gesellschaft der Erwachsenen geschuldet? Über soviel Wertkonservativismus bin ich erschüttert.
Was solls. Warum über ein paar (Münchner??/Bayrische??/Süddeutsche??/Deutsche??) Adoleszenten aufregen? Ich lass morgen einfach meine 1,5 Jährige Tochter im Freibad in den Schuh von einem vermeintlichen JUler pissen. Sie pisst mit Vorliebe in Schuhe. Gut erzogen, was?

fraeuleiningeborg
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Mag ich Mag ich nicht

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02.08.2010 - 23:42 Uhr
fraeuleiningeborg

Ich hab doch nie behauptet, dass der eine oder andere Teil der Eltern die Mehrheit ist.
Ich meine nur, dass der Teil der Eltern, die (wie im Text) irgendwas von "der Persönlichkeit" ihrer Kinder erzählen, eben verkennen, dass die noch keine fertige Persönlichkeiten sind. Klar dürfen Kinder auch was falsch machen und einem auf die Nerven gehen. Aber dann kann man ja auch mal eingreifen.

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