Textmarker: Dein Baby in meiner Bar
Darf man sein Kind in eine Bar mitnehmen? Muss man als kinderloser Mensch aushalten, dass man sein Feierabend-Bier in Gesellschaft von Kleinkindern trinkt?
Angestrichen: „you do not have a right to child free spaces. (...)my daughter, aza, is a person. a three year old person. a funny, cute, bad-ass, curly haired person who loves to dance and draw, wearing short skirts, watching pink videos, and talking on the phone. frankly, she is probably cooler than you are. she is definitely cooler than i am. but even if she wasnt you dont have the right to discriminate against her based on her age. or her race. or her gender. or her nationality, etc. sometimes she is loud. but frankly, she is normally one of the quieter people in a room full of inebriated souls. and since she is a person, and not a thing, it is not my job as her mother to ‘control’ her.“
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Und Kleinkinder, womöglich Säuglinge, abends in der Bar - nein. Um Gottes Willen. Um was geht es diesen Eltern denn bitte? "Auch mit Kind bin ich immer noch cool genug, um in meiner alten Stammsiffkneipe abzuhängen?", "Schaut mal her, ich hab mir jetzt auch so ein cooles Acc..., äh, Kind zugelegt"? Die armen Kinder.
valeri sagte:
und nun? das war doch nur eine einleitung...
Der Text ist der Eimer mit Aalköpfen, der ins Haifischbecken gekippt wird.
alcofribas sagte:
valeri sagte:
und nun? das war doch nur eine einleitung...
Der Text ist der Eimer mit Aalköpfen, der ins Haifischbecken gekippt wird.
chrchr
30.07.2010 - 19:20 Uhr
melancholie
ab 22 uhr fänd ich es komisch, da die lütten doch so grantig sein können, wenn sie müde sind.
Als Kinderloser Nichthipster sage ich dazu: Bitte ein Volksentscheid!
kleinkinder in einer kneipe muss nun wirklich nicht sein. gilt auch für stadien oder konzerte. eltern sein bedeutet auch, kompromisse eingehen zu müssen.
ausserdem nehmen sich solche mütter und väter etwas, die möglichkeit, auch wenn diese nur kurz ist, dem eltern-alltag zu entfliehen.
als vater kann und darf ich sowas sagen. natürlich ist es eine umstellung, natürlich fehlt da irgendwas, aber als erkenntnis daraus kann ich nur sagen, man verpasst nicht wirklich was.
Und da liegt das Problem.
Cate81 sagte:
Und Kleinkinder, womöglich Säuglinge, abends in der Bar - nein. Um Gottes Willen. Um was geht es diesen Eltern denn bitte? "Auch mit Kind bin ich immer noch cool genug, um in meiner alten Stammsiffkneipe abzuhängen?", "Schaut mal her, ich hab mir jetzt auch so ein cooles Acc..., äh, Kind zugelegt"? Die armen Kinder.
Das sehe ich auch so. Solche Eltern sollten vielleicht nicht nur anprangern, dass manche Leute keine Lust auf Gegreine zum Cocktail haben, sondern sich vielleicht auch mal fragen, ob solche Lokalitäten für Kinder das Wahre sind.
solange man sie nicht gegen ihren willen mitschleift, weil man unbedingt da hin will, gibts nichts dagegen zu sagen, denke ich.
aber...kinder gegen ihren willen irgendwo hinschleifen finde ich sowieso demütigend für die jungen menschen, egal ob kneipe oder konzertsaal usw.
amen.
fraeuleiningeborg sagte:
"...it is not my job as her mother to ‘control’ her.“
Und da liegt das Problem.
exakt. früher nannte man es erziehung, heute kontrollwahn, oder wie? weil die dreijährige aber so cool ist, darf sie halt machen, was sie will? das arme kind.
...my thoughts.
melancholie sagte:
erziehung ist kontrolle. erziehung ist kinder in die richtung lenken, die einem am besten paßt.
...my thoughts.
und was ist die alternative? dreijährige durch die gegend marodieren lassen, die dann andere gegens schienbein treten, anderen kindern die schäufelchen wegnehmen und mit fingern in die torte beim bäcker greifen (zur besseren polemik zugespitzt)?
30.07.2010 - 20:59 Uhr
ThomasCrown
Wie bei den Kampfhunden liegt das Problem am anderen Ende der Nabelschnur, pardon, Hundeleine. Wer nicht in der Lage ist, mit einem Kind kindgerecht umzugehen, sollte entweder keins bekommen oder sich ein Kindermaedchen leisten. Beim Adel hat das ja tausende Jahre lang bestens funktioniert.
ThomasCrown sagte:
melancholie sagte:
erziehung ist kontrolle. erziehung ist kinder in die richtung lenken, die einem am besten paßt.
...my thoughts.
und was ist die alternative? dreijährige durch die gegend marodieren lassen, die dann andere gegens schienbein treten, anderen kindern die schäufelchen wegnehmen und mit fingern in die torte beim bäcker greifen (zur besseren polemik zugespitzt)?
schwarz-weiß-sehen ist ja immer einfach.
es geht auch ohne erziehungskontrolle und ohne gleichzeitige anarchie.
miteinander...den anderen ernst nehmen und respektieren, das bekommt man von seinem kind auch zurück.
und solche dinge wie treten bekommt man auch geregelt ohne die stille ecke.
ich spreche da aus eigener nicht-erziehungserfahrung.
muß man so nicht machen, auch wenn es respektvoll ist und eine absolute win-win-situation, aber man muß andere deswegen auch nicht dafür tadeln.
*Chipstueteaufmach*
ha!
Bitch, that's exactly your fucking job. It's called being a parent.
geh ich mit schnaps und kippen am nachmittag zum kinderspielplatz und knutsche mit meiner neusten eroberung?
30.07.2010 - 23:38 Uhr
munli
siehe dazu auch diese bildergalerie, bei denen man den eltern links und rechts eine runterhauen will (das beißt sich nur scheinbar mit meinen anderen aussagen):
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/...
mini-me war wohl das wort für dieses phänomen.
Oh ja! Diese Fotoserie fand ich auch zum Gruseln. Allerdings auch wegen der Bilder mit den Sachen, die sich die Kinder angeblich selbst ausgesucht haben.
fraeuleiningeborg sagte:
"...it is not my job as her mother to ‘control’ her.“
Und da liegt das Problem.
ha! und ich sag dann immer: für die Erziehung ihrer Kinder sind SIE verantwortlich. ich muss weder auf meine Sprache noch auf meinen Nikotinkonsum achten, wenn SIE mich als schlechtes Beispiel nehmen: gern.
nicht in kirchen?! und auf konzerten keinen krach machen, wo es da ja auch immer totenstill ist.
haha. wie absurd.
kinder dürfen also nur zu hause, auf den spielplatz und in die kita.
super. das nenne ich mal am leben seiner eltern teilhaben.
oiweh.
menschen, die kinder nicht mögen, sind wirklich suspekt.
melancholie sagte:
menschen, die kinder nicht mögen, sind wirklich suspekt.
ich glaube, es gibt hier keinen, der Kinder nicht mag.
Problematisch sehe ich das Anspruchsdenken der Eltern (alles muss mir auch offenstehen, wenn ich Kinder habe, von der Bar nachts um zehn bis hin zu meinem Wunsch- / Traumberuf). Und damit wird die Umwelt - bis hin zu politischen Entscheidungsträgern - manchmal doch recht strapaziert.
Meinen Eltern wäre es im Traum nicht eingefallen, mich im Kinderwagen mit in die Kneipe zu schleppen, weil man ja sein soziales Umfeld pflegen muss. Und gleichzeitig scheint mir auch, dass es hier und dain der Tat einen Paradigmenwechsel in der Erziehung gibt. Zumindest in meiner Kindheit war klar, wenn die Großen reden, haben die Kleinen Pause. Dieses kulturelle Wissen scheint z.B. bei meiner Nachbarin verloren gegangen zu sein, als ich mich gestern fünf Minuten mit ihr unterhalten habe, kam das Kind dreimal an und wollte BRAUSE!!!, die restliche Zeit hat es eine recht laute Tröte bedient, so dass ein Gespräch fast unmöglich war.
alcofribas sagte:
melancholie sagte:
menschen, die kinder nicht mögen, sind wirklich suspekt.
ich glaube, es gibt hier keinen, der Kinder nicht mag.
Problematisch sehe ich das Anspruchsdenken der Eltern (alles muss mir auch offenstehen, wenn ich Kinder habe, von der Bar nachts um zehn bis hin zu meinem Wunsch- / Traumberuf). Und damit wird die Umwelt - bis hin zu politischen Entscheidungsträgern - manchmal doch recht strapaziert.
Meinen Eltern wäre es im Traum nicht eingefallen, mich im Kinderwagen mit in die Kneipe zu schleppen, weil man ja sein soziales Umfeld pflegen muss. Und gleichzeitig scheint mir auch, dass es hier und dain der Tat einen Paradigmenwechsel in der Erziehung gibt. Zumindest in meiner Kindheit war klar, wenn die Großen reden, haben die Kleinen Pause. Dieses kulturelle Wissen scheint z.B. bei meiner Nachbarin verloren gegangen zu sein, als ich mich gestern fünf Minuten mit ihr unterhalten habe, kam das Kind dreimal an und wollte BRAUSE!!!, die restliche Zeit hat es eine recht laute Tröte bedient, so dass ein Gespräch fast unmöglich war.
wenn jemand sagt, kinder gehören nicht auf konzerte oder in die kirche etc...dann hat dieser mensch ein gewaltiges problem.
kinder gehören in unserer gesellschaft scheinbar nicht zum alltäglichen leben dazu, sie sind unerwünscht!
selbst wenn sie sich einfach wie normale kinder verhalten, die mal laut sind, mal quengeln etc. mein gott, so ist das eben.
das wird irgendwie vergessen. kinder sind keine erwachsenen in miniausgabe. nicht so viel geduld usw.
in anderen ländern sind kinder sehr gern gesehen, weil sie eben einfach dazugehören. es ist normal!
das mit dem unterbrechen einer unterhaltung hat gründe nichtsmit der von dir wohl gemeinten "unerzogenheit" zu tun oder mangelnden rücksicht.
und früher wurden kinder auch geprügelt, wenn sie nicht gehorcht haben. DAS ging ein glück verloren...größtenteils.
melancholie sagte:
[..]
nicht in kirchen?! und auf konzerten keinen krach machen, wo es da ja auch immer totenstill ist.
haha. wie absurd.
[..]
du warst schonmal auf einem klassischen konzert mit schreienden kindern? und konntest dich an der musik noch erfreuen? herzlichen glückwunsch.
1400 andere, ebenfalls zahlende besucher vielleicht nicht so sehr ;)
mal ganz abgesehen davon, daß ein kind, das schreit meist gerade ausdrücken möchte, daß ihm die aktuelle situation nicht so sehr gefällt. evtl. ist dann ein klassisches konzert nicht das richtige für dieses kind und die eltern wären mit ihm auf dem spielplatz tatsächlich besser aufgehoben.
melancholie sagte:
wenn jemand sagt, kinder gehören nicht auf konzerte oder in die kirche etc...dann hat dieser mensch ein gewaltiges problem.
kinder gehören in unserer gesellschaft scheinbar nicht zum alltäglichen leben dazu, sie sind unerwünscht!
Dass Kinder zum Leben und zur Gesellschaft dazugehören, bedeutet aber nicht, dass man sie überall hin mitnehmen sollte oder können muss. Jemand hat ja schon das Beispiel eines klassischen Konzertes angeführt. Anderes Beispiel: der Lesesaal einer (Uni-)Bibliothek, wo das Gebot der absoluten Ruhe herrscht, ist eben auch kein Platz für schreiende oder quengelnde Kinder. Das ist nicht nur für alle, die dort in Ruhe lesen oder etwas ausarbeiten wollen, eine Zumutung, sondern auch für das Kind, das sich dort einfach nur langweilt. Und auch sonst gibt es Orte und Anlässe, zu denen man seine Kinder nicht unbedingt mitschleifen muss, nicht nur aus Rücksichtnahme auf andere Menschen, sondern auch aus Verantwortung dem Kind gegenüber.
31.07.2010 - 14:58 Uhr
Inko_Gnito
Ist vermutlich eine kulturelle Geschichte :-)
Viele derzeitige junge Eltern scheinen "erziehen" gleichzusetzen mit "mein Kind soll sich völlig frei entfalten, ohne Einschränkungen".
Das führt dann zu solchen Dingen, wie es mir letztens wieder mal passiert ist. Auf einer vierstündigen Zugfahrt in einem fast leeren Waggon - es hätte himmlisch ruhig sein können! - befanden sich zwei Kinder im Grundschulalter, wahrscheinlich Geschwister, mit ihrer Mutter. Die kompletten vier Stunden über brüllten, plärrten, stritten, kreischten, tobten und rannten diese zwei Bratzen im Zug rum. Als ein Fahrgast die Mutter höflich und sachlich darauf ansprach, dass die Kinder doch recht laut seien, reagierte diese deutlich angesäuert und sagte irgendwas von wegen Kinderfeindlichkeit.
Ganz ehrlich, in solchen Situationen habe ich auch andere Gedanken als, "Ach, wie niedlich, die kleinen Racker mit ihrer unbändigen Energie".
ich denke, die frage, ob man kinder irgendwohin mitnimmt hängt nicht in erster linie vom ort ab, sondern vom alter der kinder und ob dieser ort kindern in diesem alter guttut. für bars ab späterem abend gilt: kinder unter 15 gehören da definitiv nicht hin.
wenn man sich immer zuerst überlegt, ob es dem kind spass macht, an einen ort mitgenommen zu werden, dann würde der blödsinn mit kleinen kindern in der kirche, an konzerten und in bars ganz schnell aufhören. aber heute denken offenbar zu viele eltern zuerst an sich und dann an ihre kinder.
31.07.2010 - 17:41 Uhr
alcofribas
Man muß die Kinder weder auf eine Himalajaexpedition noch auf ein Popkonzert (oder zur Loveparade!) mitnehmen, ich hab es auch geschafft, das Kind bei (Weihnachtes)Einkäufen bei der Nachbarin zu lassen ... ich kann es beim besten Willen nicht verstehen, wie diese so gut vernetzte Generation von jungen Eltern ihre Kinder nicht betreuen / hüten /beim Kumpel übernachten lassen kann, wenn sie was nicht-kindspezifisches unternehmen wollen.
(Mal gaz davon abgesehen wollte ich, bei aller überbordenden Liebe, das Kind nicht überall dabeihaben)
Wo das letztendlich hinführt, zeigt uns die unselige Rauchergeschichte.
(und kinder mit diesem baustellen-ohrschutz auf: ehrlich, warum genau nimmt man die kinder dann überhaupt mit?)
eltern, die kinder überall mit hinnehmen wollen, sind ja nicht tolerant und ums kindeswohl besorgt, sondern denken nur an sich. man kann aber mit kindern nicht einfach weiterleben wie bisher.
Gelegenheitsente sagte:
Diesen Unfug gibt's aber auch noch nicht so lange, und ich denke, es wird sich sehr schnell regulieren, wenn den momentanen Eltern die Kinder momentaner anderer Eltern auf die Nerven gehen.
ohne dich jetzt altersmäßig auch nur im entferntesten in ihre Nähe zu rücken: meine Mutter sagt dasselbe. Der geht angesichts der heutigen Eltern, mancher Auswüchse und dem, was die "Erziehung" nennen, auch sehr gern der Hut hoch. Meinen Eltern (zwei Kinder, beide gesund an Körper und Geist) war klar, dass es in manchen Lebensbereichen mit Einschränkungen verbunden ist, wenn man Kinder hat. Ob das Sozialkontakte, Freizeitbetätigungen, "Finanzstatus" oder berufliches Fortkommen angeht. Meine Eltern benennen das auch ungeschminkt als "Egoismus" - alles haben zu wollen und vor allem, alles gleichzeitig haben zu wollen.
(waren aber wahrscheinlich nur von dem damals herrschenden strukturellen Patriarchat verblendet und verdummt. die Armen.)
aber, wie gesagt, es gibt x Möglichkeiten, das Kind versorgt zu wissen, während man Erwachsenenprogramm macht
(geht schonmal damit los, daß man nicht zwangsläufig als Elternpaar ausgehen muß).
(ich wollte nicht den ewigen verzicht aufs eigene leben predigen, keine sorge. die richtige balance machts halt, ne?)
Wäre Egoismus im Spiel, würden (um es scharf zu formulieren) die Kinder viel eher irgendwo abgegeben. Aber das müßte man ja schon organisieren..
alcofribas sagte:
Problematisch sehe ich das Anspruchsdenken der Eltern (alles muss mir auch offenstehen, wenn ich Kinder habe, von der Bar nachts um zehn bis hin zu meinem Wunsch- / Traumberuf). Und damit wird die Umwelt - bis hin zu politischen Entscheidungsträgern - manchmal doch recht strapaziert.
Zumindest in meiner Kindheit war klar, wenn die Großen reden, haben die Kleinen Pause. Dieses kulturelle Wissen scheint z.B. bei meiner Nachbarin verloren gegangen zu sein, als ich mich gestern fünf Minuten mit ihr unterhalten habe, kam das Kind dreimal an und wollte BRAUSE!!!, die restliche Zeit hat es eine recht laute Tröte bedient, so dass ein Gespräch fast unmöglich war.
Wow, und du hast dich als Kind IMMER dran gehalten "wenn die Großen reden, haben die Kleinen Pause". Das war nicht zufällig etwas, dass du lernen musstest. Und während dieser Lernphase noch nicht so ganz drauf hattest....und damit auf die Geduld deiner Mitmenschen angewiesen warst.
Ich kenne nicht wenige Erwachsene, die es nicht beherrschen und andern gerne ins Gespräch quatschen. Besonders gerne Männer in Paarbeziehungen, die ihre Partnerin monopolisieren wollen.
Und zu der politischen Dimension finde ich es ziemlich deutsch zu meinen, Familie bedeute in dieser Gesellschaft, man solle gefälligst in Zukunft zurückstecken.
phili sagte:
Und zu der politischen Dimension finde ich es ziemlich deutsch zu meinen, Familie bedeute in dieser Gesellschaft, man solle gefälligst in Zukunft zurückstecken.
ähm, ja. der vorwurf fehlte noch. in anderen ländern müssen eltern also keine kompromisse machen, wenn sie ausgehen wollen, was das finanzielle angeht (ich habe gehört, daß kinder geld kosten), daß man auch beim urlaub andere kriterien beachten muß uswusf..?
ThomasCrown sagte:
@ente: dafür wurden ja babysitter erfunden.
(ich wollte nicht den ewigen verzicht aufs eigene leben predigen, keine sorge. die richtige balance machts halt, ne?)
Oder, wie bei uns, hatte man einen Pool von ca 6 Familien, wo sich das Kind wie zu Hause fühlten, abends im Schlafanzug mit Bettzeug abgegeben und am nächsten Tag irgendwann wieder geholt wurde. Ab und zu waren halt auch andere Kinder hier zum Schlafen... gab nie Ärger oder Tränen.
Gelegenheitsente sagte:
alco, es ist, glaube ich gar nicht so sehr Egoismus, der diese sonderbaren Erziehungsstile hervoerbringt, es ist eine unselige Mischung aus Affenliebe und Planlosigkeit.
najaa. ein wenig "Egoismus" ist da schon zu vermuten, wenn man - ich unterstelle das nicht allen - sich Kinder "zulegt" (heutzutage geschieht das ja mit Vorsatz), um die Beziehung quasi abzurunden. Und dann merkt man irgendwann, dass die nicht nur drei Stunden am Tag niedlich sind, sondern die restlichen 21 Stunden Hunger haben, quengelig sind, zahnen, die Windeln vollmachen oder die Tapete anmalen. Bei manchen Eltern vermute ich durchaus Überforderung.
alcofribas sagte:
Und dann merkt man irgendwann, dass die nicht nur drei Stunden am Tag niedlich sind, sondern die restlichen 21 Stunden Hunger haben, quengelig sind, zahnen, die Windeln vollmachen oder die Tapete anmalen. Bei manchen Eltern vermute ich durchaus Überforderung.
Auch das. Und da greift das, was ich neulich im Zusammenhang mit Unzufriedenheit im Job (in der Beziehung) angemerkt habe. natürlich nervt es manchmal, man ist müde, vorher war doch alles viel schöner, auch die Beziehung ... aber da sollte man durch, auch weil's einem jedes Mal das Herz überläuft, wenn einem morgens dieser schlafwarme Zwerg seine Speckärmchen entgegenstreckt.
Ein Kind ist kein Kleidungsstück, also per se nicht 'pflegeleicht', wer das erwartet oder womöglich forcieren will, hat's schwer.
ThomasCrown sagte:
phili sagte:
Und zu der politischen Dimension finde ich es ziemlich deutsch zu meinen, Familie bedeute in dieser Gesellschaft, man solle gefälligst in Zukunft zurückstecken.
ähm, ja. der vorwurf fehlte noch. in anderen ländern müssen eltern also keine kompromisse machen, wenn sie ausgehen wollen, was das finanzielle angeht (ich habe gehört, daß kinder geld kosten), daß man auch beim urlaub andere kriterien beachten muß uswusf..?
Tja, in anderen Ländern wird es fasziniert beäugt, wie schwer es z.B. ARbeitnehmer mit Familie in Deutschland haben; z.B. wieviele dumme Sprüche sich Männer anhören müssen, die Elternzeit nehmen oder wieviel Frauen Teilzeit arbeiten, weil es aufgrund von mangelnder Kinderbetreuung nicht anders möglich ist.
und der staat soll nicht diese und jene falschen anreize für eine 'kindgerechte gesellschaft' (eine der nie erreichbaren karotten vor dem wahlesel) schaffen, die bereits 'andere länder' in noch größere bettel- und raubsteuerstaaten verwandelt haben als wir es schon selbst sind. sondern die leute einfach machen lassen. kinder kriegt man nicht für 'die gesellschaft', sondern für sich selbst.
ich darf eine pädagogin zitieren: "i was such a great parent before i had a kid."
okkasionalsozialist sagte:
der staat soll nicht diese und jene falschen anreize für eine 'kindgerechte gesellschaft' (eine der nie erreichbaren karotten vor dem wahlesel) schaffen, die bereits 'andere länder' in noch größere bettel- und raubsteuerstaaten verwandelt haben als wir es schon selbst sind.
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass man Carthago zerstören muss.
melancholie sagte:
am lustigsten sind immer die kommentare von kinderlosen "besserwissern".
ich darf eine pädagogin zitieren: "i was such a great parent before i had a kid."
ich weiss es nicht besser. ich hab nur eine prognose meiner ersten versuchsanordnung abgegeben, die anhand der praxis genauer justiert wird. ich habe nicht prognostiziert, damit größeren erfolg zu haben als irgendwelche anderen eltern.
menschen ohne kinder wissen immer gaaaanz genau, wie man mit kindern umzugehen hat.
wenn sie dann irgendwann selbst welche haben, ändert sich diese meinung oft.
aber hey...wenn menschen ohne kinder meinen, sie wüßten besser als ich, wie ich mit meinem kind umzugehen habe, bin ich da ganz entspannt, weil ich früher genau den gleichen quatsch von mir gegeben habe.
und sicher gibt es eltern, die nicht gut mit ihren eltern umgehen, die selber rücksichtslos sind und ihren kindern das vorleben und diese es somit adaptieren.
mir mißfällt schlicht, daß es generell heißt, kinder sollten erwachsenenveranstaltungen meiden. das ist unsinn!
und ich war mit meinem sohn bereits auf einem klassischen konzert, weil er klassische musik liebt. und er war leise, weil es ihn interessierte. hätte er keinen spaß dran gehabt, wären wir einfachh gegangen. c'est tout.
jedoch von vornherein die nase zu rümpfen, nur weil ein kind ein konzert besucht ist ja so vorurteilsbehaftet wie nur irgendwas.
es predigen doch immer alle toleranz und vorurteilsfreiheit.
wieso hört das beim thema kinder plötzlich auf?
komisch wie erzkonservativ sich manche da entpuppen...ich schweife ab.
31.07.2010 - 21:15 Uhr
melancholie
okkasionalsozialist sagte:
meine mutter hat mich phasenweise schon im kleinstkindalter überall mit hingeschleift (hingeschliffen?). darunter waren ziemlich kindungerechte örtlichkeiten, aber sie hat es mir als privileg verkauft - und so hab ichs damals auch empfunden. und hat es mir geschadet? naja, die einen sagen so, die anderen...meine kinder wären jedenfalls ne spur behüteter, aber....beware of overbehütung!
und der staat soll nicht diese und jene falschen anreize für eine 'kindgerechte gesellschaft' (eine der nie erreichbaren karotten vor dem wahlesel) schaffen, die bereits 'andere länder' in noch größere bettel- und raubsteuerstaaten verwandelt haben als wir es schon selbst sind. sondern die leute einfach machen lassen. kinder kriegt man nicht für 'die gesellschaft', sondern für sich selbst.
ohne nachwuchs gibt es demographische probleme...fehlende steuerzahler nämlich.
somit ist dem staat sehr damit gedient, wenn die geburtenrate in deutschland mal stiege.
melancholie sagte:
menschen ohne kinder wissen immer gaaaanz genau, wie man mit kindern umzugehen hat.
Man kann auch wissen wie man mit Kindern umzugehen hat, ohne selbst welche auf die Welt gebracht zu haben. Oft reichen dafür kleine Geschwister, Zivildienst, oder Ausbildung. Und nur weil jemand ein Kind produziert hat wird der-/diejenige nicht automatisch zum allwissenden Erziehungsgott. Ich sehe jeden Tag Eltern auf der Straße, die offensichtlich keine Ahnung haben, wie sie ihre Kinder zu behandeln haben.
Grundsätzlich möchte ich hier mal Melancholie den Rücken stärken - auch wenn sie's offensichtlich nicht braucht. Abgesehen davon, dass ich meine Tochter auch nicht in eine Bar mitschleppen würde, finde ich es doch echt anstrengend in Deutschland mit Kind. Viele der AUssagen hier spiegeln das wieder. Wenn ich mein Kind bei einer 3 Stunden Zugfahrt nicht schaffe komplett ruhig zu halten, und mir dann Kommentare anhören muss, denke ich echt, in was für einem Land leben wir eigentlich?
taylorthelatteboy sagte:
melancholie sagte:
menschen ohne kinder wissen immer gaaaanz genau, wie man mit kindern umzugehen hat.
Man kann auch wissen wie man mit Kindern umzugehen hat, ohne selbst welche auf die Welt gebracht zu haben. Oft reichen dafür kleine Geschwister, Zivildienst, oder Ausbildung. Und nur weil jemand ein Kind produziert hat wird der-/diejenige nicht automatisch zum allwissenden Erziehungsgott. Ich sehe jeden Tag Eltern auf der Straße, die offensichtlich keine Ahnung haben, wie sie ihre Kinder zu behandeln haben.
haha...entschuldige, daß ich lache...
eine ausbildung reicht, um professionell kinder zu betreuen. ja.
das war es dann aber auch.
abgesehen davon, daß kinder, die den ganzen tag pädagogisiert werden, irgendwann durchdrehen.
pädagogen sind doch nicht die besseren eltern. das ist wirklich skurril, so zu denken.
in einer familie ist es warm, es gibt reibungswärme oder schmelzwärme, aber es ist warm.
pädagogik ist kühl.
das nur mal am rande.
ich habe geschwister, sogar mehr als 3. ha! und trotzdem weiß ich erst, was es bedeutet, mutter zu sein, seitdem ich auch eine bin.
amen.
pädagogen sind doch nicht die besseren eltern.
und eltern sind nicht die besseren pädagogen. das spiel können wir ewig weiterspielen.
01.08.2010 - 11:31 Uhr
ThomasCrown
phili sagte:
ThomasCrown sagte:
ähm, ja. der vorwurf fehlte noch. in anderen ländern müssen eltern also keine kompromisse machen, wenn sie ausgehen wollen, was das finanzielle angeht (ich habe gehört, daß kinder geld kosten), daß man auch beim urlaub andere kriterien beachten muß uswusf..?
Tja, in anderen Ländern wird es fasziniert beäugt, wie schwer es z.B. ARbeitnehmer mit Familie in Deutschland haben; z.B. wieviele dumme Sprüche sich Männer anhören müssen, die Elternzeit nehmen oder wieviel Frauen Teilzeit arbeiten, weil es aufgrund von mangelnder Kinderbetreuung nicht anders möglich ist.
du sagst arbeitnehmer, ich bezog mich allerdings auf freizeitverhalten, urlaub und finanzielles.
(und wieviele männer nehmen denn in italien, polen oder den usa elternzeit?)
somit liegt für mich der vorteil klar auf elternseite.
sollte ein pädagoge nötig sein, dann bitte. solange dies nicht der fall ist, braucht das kein kind.
Nein, das Kind muss nicht drei Stunden am Stück ruhig sein. Aber ich finde nicht, dass es für die Erziehungskompetenz der Eltern spricht, wenn es einem Kind im Grundschulalter noch nicht einmal gelingt, sich einfach mal zehn Minuten am Stück still zu beschäftigen.
melancholie sagte:
eltern sind eltern und lieben ihre kinder. pädagogen lieben nicht ihre "patienten".
somit liegt für mich der vorteil klar auf elternseite.
sollte ein pädagoge nötig sein, dann bitte. solange dies nicht der fall ist, braucht das kein kind.
hui, aber "patienten" ist ja dann wohl mal wirklich das verkehrte wort hier.
ich will jetzt nicht eltern und pädagogen irgendwie gegeneinander ausspielen, denn es ist - zumindest für mich (keine eigenen kinder, aber pädagogin) - absolut klar, dass eltern und pädagogen unterschiedliche aufgaben haben.
dass eltern ihre kinder lieben sollte zumindest so sein, aber pädagogik einfach mal so pauschal als "kalt" zu bezeichnen, wie du es in einem deiner anderen kommentare tust, finde ich nicht richtig - und es entspricht nach meinem erleben absolut nicht den tatsachen. schulen oder andere pädagogische einrichtungen sollen, können und dürfen meiner ansicht nach die familie nicht ersetzen, aber sie haben wichtige aufgaben, von denen auch jedes kind profitieren kann.
pädagogen sind ganz sicher nicht pauschal die besseren eltern. aber pädagogen sind anderen eltern in der theorie einen schritt voraus, sie haben zum beispiel entwicklungspsychologisches wissen, was andere eltern nicht haben und was enorm wichtig sein kann, um zu verstehen, welche entwicklungsschritte ein kind (und später ein teenager, von wegen pubertäts-probleme) in welchem alter macht und mit welchen schwierigkeiten das einhergeht.
ich kriege zum beispiel regelmässig die krise, wenn ich eltern sehe, die ihren grundschulkindern gegenüber ironische anmerkungen machen - und davon ausgehen, dass die kinder das verstehen. ist nur ein beispiel, aber ein pädagoge weiss, dass das nicht funktioniert.
ich find´s völlig okay sein kind mit ins café zu nehmen. ich selbst geh oft mit meiner cousine mathilda (für die ich sowas wie ne zweitmutter bin) in ein café, wenn ich auf sie aufpasse und das wetter z.b. einfach mal nicht mitspielt. und ich finde auch, dass man kinder eigentlich auch sonst überall hin mitnehmen darf und kann.
aber es gibt eben orte, an denen ich mathilda bzw. später mal meine eigenen kinder, ungern haben möchte. ich möchte nicht mit ihr in einer bar sitzen, während alle um mich rum cocktails schlürfen, weil ich weiß, dass das ein kind in ihrem alter (2 1/2) schrecklich langweilen kann und weil ich in einer bar gerne trinken möchte, mich ganz und gar den menschen widmen will, mit denen ich dort bin und eben nicht mutti spielen möchte...
man muss sich eben auf ein kind einstellen.
und es gibt orte, an denen man gerne auch einfach mal wieder nur frau oder mann sein will und nicht in erster linie mutter oder vater.
und jedes hipster-eltern paar kann sich dafür einfach maln babysitter holen. dann können sie auch gern in ihrer lieblingsbar ungestört den gin tonic leeren, ist auch viel entspannter.
aber wir reden hier irgendwie alle fröhlich von bars, was sind denn nun eigentlich alles child free spaces?
mandelkrokant sagte:
aber wir reden hier irgendwie alle fröhlich von bars, was sind denn nun eigentlich alles child free spaces?
ganz einfach, überall da, wo ein Kind über das normale "Lebensrisiko" (wie das hier genannt wurde) hinaus stört. Wo Leute z.B. Eintritt gezahlt haben, um sich ein Konzert, Ausstellung, Lesung, etc. pp. anzusehen oder sonst einen erklecklichen Batzen Geld z.B. für ein schönes Essen oder eines dieser schauerlichen "Wellness-Wochenenden" lassen. Das ist aber eine Frage, die nicht - etwa von mir - definiert werden kann oder soll, sondern die sich die Eltern verdammt nochmal vorher Gedanken machen sollen.
ich weiß, dass es anders durchaus möglich ist.
hm...okay...wahrscheinlich wäre mir eine liste derer, die diese plätze ausrufen lieber.
mockingbird sagte:
nein, essen gehen in ein richtige srestaurant mit tischdecken und besteck mit kind nur, wenn es weiß, wie mit besteck umgegangen wird und es schafft, am tisch sitzen zu bleiben. meine neffen konnten das schon mit drei, weil sie einfach wahnsinnig gerne gutes essen mochten. da konnte die auch nichts ablenken. aber da sollten eletrn auch in der lage sein, ihr kind selber einzuschätzen.
meine Rede.
sicher hilft es in manchen situationen z.b. ruhig zu bleiben, wenn man weiß, wieso das kind so handelt, wie es das tut oder vice versa, jedoch muß ich dafür nicht pädagogik studiert haben.
ich habe das z.b. nicht, und dennoch weiß ich meiner meinung nach gut über die psychischen entwicklungsstadien von kindern bescheid, denn es interessiert mich.
das kann ich mir alles ergooglen, wenn ich das möchte.
01.08.2010 - 21:22 Uhr
melancholie
und das ist wiederum ärgerlich.
daher ist es einem unangenehm, wenn das kind einen wutanfall im supermarkt bekommt, was bei jedem kind vorkommt. weil einen alle anstarren und denken "was ist das für eine schlechte mutter, daß ihr kind sich SO aufführt."
das ist traurig.
melancholie sagte:
also ich sehe jedenfalls, daß viele hier nicht über psychische, psychologische entwicklungsstadien eines kindes informiert sind und sich dennoch als hobbypädagogen betätigen.
Entschuldigung, aber du machst mich grade ein bisschen aggressiv. Wer ist denn hier die Hobbypädagogin, die vier Millimeter weiter oben noch erklärt, sich eh "alles ergooglen" zu können und damit auf einen Schlag diversen Berufsständen das Existenzrecht abspricht? Komm mal von deinem hohen Ross runter, du Klugscheißerin.
Übrigens, zum Thema "das Kind so nehmen wie es ist": Der Charakter deines Kindes? Newsflash: Per default erstmal nicht vorhanden. Charakter ist, was die Eltern (nicht) draus machen.
taylorthelatteboy sagte:
melancholie sagte:
also ich sehe jedenfalls, daß viele hier nicht über psychische, psychologische entwicklungsstadien eines kindes informiert sind und sich dennoch als hobbypädagogen betätigen.
Entschuldigung, aber du machst mich grade ein bisschen aggressiv. Wer ist denn hier die Hobbypädagogin, die vier Millimeter weiter oben noch erklärt, sich eh "alles ergooglen" zu können und damit auf einen Schlag diversen Berufsständen das Existenzrecht abspricht? Komm mal von deinem hohen Ross runter, du Klugscheißerin.
Übrigens, zum Thema "das Kind so nehmen wie es ist": Der Charakter deines Kindes? Newsflash: Per default erstmal nicht vorhanden. Charakter ist, was die Eltern (nicht) draus machen.
dann bist du wohl nicht auf dem neuesten stand. ein kind ist ein unbeschriebenes blatt oder ein klumpen ton, den man formen muß.
da würde dir googlen sehr helfen.
darüberhinaus behaupte ich nicht, daß ich pädagogin bin, sondern ich bin weiterhin überzeugt, daß man das nicht sein muß, um seine elternrolle zu erfüllen.
an deiner art zu diskutieren merkt man dann wohl, was deine eltern angeblich (nicht) draus gemacht haben, um mich mal auf dein niveau zu begeben.
01.08.2010 - 22:49 Uhr
melancholie
@melancholie: ich will dir da auch gar nicht widersprechen, man kann als eltern sicher vieles intuitiv richtig machen - und erfahrung macht bestimmt auch einiges aus. es ist nur nicht in ordnung, die pädagogik so grundsätzlich zu verteufeln. wie bereits gesagt haben eltern und pädagogen unterschiedliche aufgaben, die sich im idealfall ergänzen.
Was ich dann aber in jedem Fall erwarte, ist, dass die Eltern nicht erwarten, dass man sein Verhalten aendert, nur weil jemand meint, seine Kinder mitbringen zu muessen.
(Ich kann mich an ein Fussballspiel erinnern, wo mir eine Mutter mit Kind im Stehplatzbereich das Rauchen verbieten wollte. Dafuer habe ich kein Verstaendnis.)
Wenn man sein Kind (oder irgendeinen anderen Menschen) irgendwo mit hinnimmt, muss man sich immer gut ueberlegen, welches spiel dort gespielt wird und sich darauf einstellen. wenn ein opernfan in ein metal-konzert geht, kann er sich auch schlecht beschweren, dass es dort zugeht, wie es eben auf einem metal-konzert zugeht.
Zusammengefasst: ihr kinderlein kommet - aber erwartet keine extrawuerste. ihr werdet genauso behandelt wie jeder andere mensch auch an eben diesem ort behandelt wird, wo ihr hingeht.
muetter/vaeter, schreibt euch das hinter die ohren, und erst dann trefft eine entscheidung.
Klar seh ich das Problem, dass man den Eindruck hat, Eltern erziehen ihre Kinder nicht mehr sondern kämpfen mit allen Mitteln um das Recht auf freie Entfaltung der mehr oder weniger liebenswerten Persönlichkeit ihres Sprößlings. Andererseits sollten Kinder nicht versteckt werden müssen - irgendwie scheint man sich dafür entschuldigen zu müssen, dass Kinder nun mal anders sind.
Schwierig. Wahrscheinlich braucht es auch eine gesetzliche Regelung ;)
Außerdem kann man ja ein neues Bilderbuch oder ein neues Schnickschnackspielzeug aus der Tasche zaubern.
Wie gesagt, man sollte Gesellschaft und Kinder schon einander zumuten dürfen, alles andere ist unnatürlich.
(und @Konzert: Es ist unfaßbar, warum Leute nicht im Stande sind, ihre SCHEISSHANDYS auszuschalten!)
02.08.2010 - 10:33 Uhr
Gelegenheitsente
"Jason-Igor! So kann ich dich doch nie in_die Hipster Bar mitnehmen. Maaan, du bist so ein chaoskopf. But I don't want to control my kids"
02.08.2010 - 11:48 Uhr
zabaitzu
warum sehen so viele menschen kinder als störfaktor?
also ich finde das richtig traurig.
und traurig finde ich zugegebenermaßen auch, wenn eltern ihre kleenen nur als hippe accessoires mitschlören und sich sonst kaum um die kindlichen interessen scheren.
kinder, die genügend gelegenheit haben, sich auszutoben, kann man generell auch mal im zaum halten und dann können die auch ins restaurant/kino/theater/museum/bars usw. mit.
und babys in bars... also wen stören die bitteschön? die pennen doch eh nur in ihrer karre. wenn nicht geraucht wird... ist doch super.
ich hab beobachtet, dass viel mehr leute ihre babys und kleinkinder mitnehmen können, seitdem nicht mehr soviel geraucht werden darf. das zeigt doch, dass auch mamas und papas rausgehen wollen. ich find's toll.
und dass kinder ein klumpen ton sind, die man nach belieben formen können soll - ....autsch!!!
was soll so eine bemerkung?
kinder sind so individuell und liebenswert und mit SICHERHEIT mehr, als die summe der erziehungsfehler ihrer eltern.
damn!!!
02.08.2010 - 12:52 Uhr
pechsache
als wenn babys immer nur heulen würden....
so ein shice
pechsache sagte: und babys in bars... also wen stören die bitteschön? die pennen doch eh nur in ihrer karre. wenn nicht geraucht wird... ist doch super.ich hab beobachtet, dass viel mehr leute ihre babys und kleinkinder mitnehmen können, seitdem nicht mehr soviel geraucht werden darf. das zeigt doch, dass auch mamas und papas rausgehen wollen.
Uff, und ich fürchtete schon, die Fischabfälle wären aus.
als seien kinder eine unterart, die zur gattung mensch gehören.
es sind junge menschen, mehr nicht, die lernen und jeden tag mehr erfahrungen machen.
und mich ärgern erwachsene, die sich rücksichtslos benehmen viel mehr, weil die bereits alle institutionellen sozialisierungsstationen durchlaufen haben, und DENNOCH sich wie die axt im walde benehmen. da sehe ich wesentlich mehr empathie und rücksicht bei meinem 5-jährigen sohn als bei den meisten erwachsenen...
ja, das ärgert mich eigentlich am meisten.
02.08.2010 - 20:48 Uhr
melancholie
alcofribas sagte:
pechsache sagte: und babys in bars... also wen stören die bitteschön? die pennen doch eh nur in ihrer karre. wenn nicht geraucht wird... ist doch super.ich hab beobachtet, dass viel mehr leute ihre babys und kleinkinder mitnehmen können, seitdem nicht mehr soviel geraucht werden darf. das zeigt doch, dass auch mamas und papas rausgehen wollen.
oder man als schwangere auch mal in eine bar gehen kann, oder als stillende mama z.b. oder als normaler nicht-raucher.
ich finde es selbst als raucherin angenehm, wenn ich NICHT nach qualm stinke, wenn ich nachts tanzen war.
aber gut, anderes thema.
melancholie sagte:
als seien kinder eine unterart, die zur gattung mensch gehören.
es sind junge menschen, mehr nicht, die lernen und jeden tag mehr erfahrungen machen.
Sehr richtig, aber wie machen Kinder denn Erfahrungen? Du lässt sie doch wohl kaum auf einer vierspurigen Autobahn dem verlorenen Ball hinterherlaufen? Ich habe überhaupt nichts gegen Kinder, die in meiner Anwesenheit laut schreiend fangen spielen oder dergleichen, aber ich habe etwas gegen Eltern, die ihre Kinder anderen Leuten kommentarlos gegen das Schienbein treten (wortwörtlich so geschehen) oder Schubladen ausräumen lassen.
fraeuleiningeborg sagte:
Sehr richtig, aber wie machen Kinder denn Erfahrungen? Du lässt sie doch wohl kaum auf einer vierspurigen Autobahn dem verlorenen Ball hinterherlaufen? Ich habe überhaupt nichts gegen Kinder, die in meiner Anwesenheit laut schreiend fangen spielen oder dergleichen, aber ich habe etwas gegen Eltern, die ihre Kinder anderen Leuten kommentarlos gegen das Schienbein treten (wortwörtlich so geschehen) oder Schubladen ausräumen lassen.
fein. doch bitte erhebe diese paar eltern nicht zur mehrheit.
ich finde, im gegenteil, daß die meisten eltern viel zu bemüht sind, es der allgemeinheit recht zu machen.
...negativbeispiele bleiben einem vll einfach eher im gedächtnis, als die vielen "normalen" eltern...?
Was solls. Warum über ein paar (Münchner??/Bayrische??/Süddeutsche??/Deutsche??) Adoleszenten aufregen? Ich lass morgen einfach meine 1,5 Jährige Tochter im Freibad in den Schuh von einem vermeintlichen JUler pissen. Sie pisst mit Vorliebe in Schuhe. Gut erzogen, was?
Ich meine nur, dass der Teil der Eltern, die (wie im Text) irgendwas von "der Persönlichkeit" ihrer Kinder erzählen, eben verkennen, dass die noch keine fertige Persönlichkeiten sind. Klar dürfen Kinder auch was falsch machen und einem auf die Nerven gehen. Aber dann kann man ja auch mal eingreifen.








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30.07.2010 - 18:43 Uhr
trachtenjankerl