"Hey Süße, wie sieht's aus mit uns beiden?"
In dem Online-Shooter "Hey Baby" kann man als Frau Männer über den Haufen schießen, die einen sexuell belästigen. Manche Autorinnen halten das für eine kluge Gesellschaftskritik
„Hey Süße, wie sieht’s aus?“, sind so Sprüche, auf die jede Frau gut gerne verzichten kann. Auch vermeintliche Komplimente wie „geile Titten“ sind nicht gut gemeinte Versuche der Kontaktaufnahme, sondern Formen der Belästigung. Die britische Künstlerin und Produzentin Suyin Looui hat einen ungewöhnlichen Weg gewählt, um auf diesen alltäglichen Sexismus hinzuweisen.Auf der Seite www.heybabygame.com gibt es einen kostenlosen Online-Shooter. Die Spielerin spaziert mit einer Maschinenpistole durch eine amerikanische Stadt. Die Passanten, die sie dabei trifft, sind größtenteils Männer und jeder von ihnen spricht die Frau an: Manche sagen relativ freundlich-charmante Sätze wie „I don’t mean any disrespect, but you’re beautiful“, andere zischen durch die Zähne und wieder andere werden explizit: “Baby, I could blow your back out“. Die Spielerin kann sich zwischen zwei Verhaltensweisen entscheiden; entweder antwortet sie dem Herrn „Thank you, have a great day“, worauf dieser rosa Herzen von sich sprühend geht. Oder aber die Spielerin entscheidet sich dafür, den Belästiger über den Haufen zu schießen. Übrig bleibt ein Grabstein.
Das Spiel hat kein Ende und kein Ziel – es ist eine Endlosschleife aus Anmache, Belästigung, Gewalt. Für die Journalistin Seth Schiesel von der New York Times liegt aber genau darin die Gesellschaftskritik des Spiels. Sie schreibt: „The men cannot ever actually hurt you, but no matter what you do, they keep on coming, forever. The game never ends. I found myself throwing up my hands and thinking, “Well what am I supposed to do?” Which is, of course, what countless women think every day.“
Eine andere Autorin namens Kate Whittle kann im „Ms. Magazine“ den Spiel nicht allzu viel abgewinnen: „It’s entertaining, but after playing for a few minutes you just feel a little bored. I agree with The Sexist’s assessment that it’s more of an interesting concept than a playable game.“
Sie weist stattdessen auf Hollaback-Blogs hin . Dort tauschen sich Frauen über ihre Erfahrungen mit sexueller Belästigung aus und veröffentlichen Fotos der Männer.
Seth Schiesel von der New York Times empfiehlt vor allem Männern dieses Spiel zu spielen, um zumindest ansatzweise nachempfinden zu können, wie es einer Frau dabei geht, ständig Belästigungen ausgesetzt zu sein. Ob das funktioniert? Viel Aufmerksamkeit und wildes Herumballern klingt nicht so, als ob man damit Jungs abschrecken könnte.
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Davon abgesehen: Seth Schiesel. Soll das wirklich ne Frau sein?
Viel Aufmerksamkeit und wildes Herumballern klingt nicht so, als ob man damit Jungs abschrecken könnte.
und schön sexistisch am ende des artikels noch alle jungs über einen kamm geschert. prima, frau freilich.
Ohrfeigen verteilen ist viel stilvoller. Zum Beispiel hier:
(Gewaltanwendung leider erst bei ca. 1:02)
klinsmaus sagte:
Hm, Niederballern finde ich auch etwas übertrieben.
beruhigend.
klinsmaus sagte:
Hm, Niederballern finde ich auch etwas übertrieben.
Ohrfeigen verteilen ist viel stilvoller. Zum Beispiel hier:
Ich bin auch ein Verfechter der guten alten Ohrfeige. Irgendwie war die sehr deutlich, und gleichzeitig konnte der Mann die Gelegenheit nutzen, seine Nonchalance unter Beweis zu stellen (durch bedächtiges Reiben der geschlagenen Wange mit den Fingerspitzen oder noch besser: nur kurzes Antippen der Stelle, um die Hand sofor wieder sinken zu lassen). Hach, diese schönen Szenen in den alten Hollywood-Schinken. :-)
Aber das hat natürlich nur funktioniert, solange sich alle an die Regeln hielten, heute fangen die Kerls ja teilweise an, zurückzuhauen.
Auch diese Hollaback-Sache ist natürlich kritisch zu sehen.
klinsmaus sagte:
@eisengrau : Du musst den Clip schauen! Da ist die beste Ohrfeigfilmszene aller Zeiten mit drin. -
Hab ich jetzt gemacht, zweimal. Kannst Du mir sagen, wo genau da die Ohrfeigszene sein soll? Ich entdecke da weder bei 1:02 etwas, noch sonstwo. Und ein drittes Mal will ich nicht nochmal alles anschauen, ich mochte den Film nämlich gar nicht.
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26.07.2010 - 18:41 Uhr
eisengrau
Mag ja sein, dass da bei der Zielgruppe (des Spiels, bzw. der Videokunst) viel Frust vorhanden ist, aber man muss ja nicht gleich jeden unter die Erde bringen, der die hohe Kunst der Balz nicht beherrscht.