Mädchen, was ist das männliche Pendant zu "Busen und Hintern"?
Text: philipp-mattheis
Immer zum Wochenende: Jungs fragen Mädchen fragen Jungs. Weil manches kapiert man einfach nicht, bei denen.
Dem Pulitzer-Preisträger Junot Diaz wurde vor kurzem in einem Interview als erste Frage: „Busen oder Hintern?“ gestellt. Diaz wurde in der Dominikanischen Republik geboren, in der die Männer wie in ganz Lateinamerika „Ass-Men“ sind. In den USA dagegen gelten bei den meisten Männern Titten als das wichtigste weibliche Merkmal. Und so teilt sich die ganze Männerwelt in „Ass-Men“ und „Boobs-Men“. Auch in Europa soll die Fixierung auf das Hinterteil vorherrschend sein, was zumindest der Autor selbst bestätigen kann. Nach dem Gesicht ist der Hintern das Körperteil, dem viele Männer die meiste Aufmerksamkeit zukommen lassen.
Man könnte da jetzt versuchen, diese Zweiteilung wissenschaftlich zu fundieren. Zum Beispiel mit Freud: In den USA nämlich ist die ganze Bevölkerung oralfixiert. Deswegen essen die Amerikaner auch so viel und müssen ständig etwas im Mund haben. Brüste eignen sich da natürlich viel besser. Europäer und Lateinamerikaner sind in der analen Phase irgendwie besonders geprägt worden. Aber eine Studie, die das mal auf den Punkt bringt, gibt es meines Wissens nicht.
Boobs, aber sagen die Ass-Men, sind billiger. Brüste sind In-your-face-Geschlechtsmerkmale und korrespondieren am besten mit blonden, auftoupierten Haaren und Botox. Eine richtige Boobs-Frau ist jemand wie Pamela Anderson: schon gut, aber eben auch billig. Hintern dagegen sind subtiler, eleganter und auf das Wesentliche konzentriert. Die Boobs-Men widerum unterstellen den Ass-Men eine latente Homosexualität, die sie nur zu feige sind auszuleben. Hintern haben schließlich Männer und Frauen, Brüste nicht. Eine Frau ohne Boobs, sagen die Boobs-Men, ist wie ein kleiner, feingliedriger Mann ohne Bart: mehr Männlein als Mann. Die Ass-Men sagen dagegen: Der passende Partner zur Boobs-Frau ist ein aufgemuskelter Vollprolet. Und außerdem haben die Ass-Men die Brasilianer auf ihrer Seite, die bekanntlich viel von Erotik verstehen. Dieses Land bescherte all den Ass-Men dieser Erde ein Kleidungsstück, welche den Hintern noch mehr Geltung verschaffte: Den String-Tanga.
Letztlich ist das natürlich eine latent chauvinistische Debatte, die die Gesamtheit weiblicher Charakteristika verkennt. Der Schriftsteller Diaz antwortete auch, das sei eine schreckliche Frage. Seine Freundin aber meine, dass „der weibliche Po eine ungeheuerliche Anziehungskraft auf meine Augäpfel ausübe.“
Nur: Gibt’s so was bei euch auch?
philipp-mattheis