11.07.2010 - 18:30 Uhr

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"Sind Sie zufrieden mit der Deutschen Bahn?"

Text: jan-boehmermann

Bahnchefs fragen, Jan Böhmermann antwortet – Teil sechs der Kolumne.

Huch, verehrter Bahnchef Grube, wie lieb, dass Sie fragen - ausgerechnet im 175. Jubiläumsjahr der Deutschen Eisenbahn. Ja, ich bin zufrieden und so stolz wie ein Deutscher nur stolz sein kann auf die, neben Glühbirne, Fesselballon und Dampfmaschine, wohl deutscheste aller Erfindungen. Die Bahn, Herr Grube, ist für mich nicht bloß Verkehrsmittel. Sie ist unverzichtbar als Conversation Starter beim außerplanmäßigen, dreistündigen Aufenthalt zehn Kilometer vor Hamm (Westf.). Sie ist der komfortabelste Ort, um ins Koma getreten zu werden und Austragungsort, Pinkelbecken und Kotzeeimer für Kegelvereinsausflüge, soldatische Saufgelage und Realschulwandertage. Sie ist lebendige Geschichte. Während jenes heute als zwölfjährige Störung im deutschen Betriebsablauf verbuchten Zeitabschnitts zwischen 1933 und 1945 organisierte die ruhmreiche Deutsche Eisenbahn den sechsmillionenfachen Personenschaden im Osten. Ein logistisches Husarenstück, mit dem in Ihrer Unternehmenskommunikation siebzig Jahre später merkwürdig zurückhaltend umgegangen wird. Befürchten Sie die nachträgliche Anrechnung der Bahn-Comfort-Punkte für ein Millionen One-Way-Spartickets ins Generalgouvernement? Inzwischen, verehrter Herr Bahnchef, ist Ihr Unternehmen „endlich angekommen bei den Menschen.“ Stimmt. Noch 1991 wurde aus den Zügen der Deutschen Bahn volkstümlich auf die Gleise gekackt. Ich erinnere mich gut an das Schild: „WC bitte nur während der Fahrt benutzen!“ Als ob es einen Unterschied machte, ob der Kundenkot aus dem stehenden Zug in den Bahnhof purzelte oder sich bei voller Fahrt über den gesamten Bahndamm verteilte. Herr Bahnchef, wagen wir gemeinsam einen Blick in die Zukunft Ihrer AG: Die Menschheit hat den Mond erobert. Wird sie es auch schaffen, auf den fünfzehn Kilometern zwischen Solingen-Ohligs und Wuppertal einen halbwegs störungsfreien Mobiltelefonempfang oder gar eine Steckdose für jeden Fahrgast bereitzustellen? Bis dahin bewahren Sie Ruhe, wenn sich nörgelnde Passagiere am Servicepoint über den defensiven Kundenservice beschweren. Nie vergessen: Das größte Problem der Bahn sind die Menschen, die mit ihr fahren. Wer nicht mitfahren möchte, kann ja aussteigen. Im ICE zwischen Frankfurt und Köln neuerdings sogar während der Fahrt.


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MorbusBahlsen
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12.07.2010 - 01:02 Uhr
MorbusBahlsen

Deutsche Bahn und deutscher Bahnverker sind zwei verschiedene Sachen, sehr geehrter Herr Böhmermann. Aber es ist chic, alles nur weit entfernt verandte herzuholen, um die Deutsche Bahn zu dissen. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Kapriole des Umdenkens. Deswegen wohl auch nur in Kürze. Die Leser werden sich schon noch ihren Teil dazudenken.

synthie_und_roma
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1

12.07.2010 - 10:06 Uhr
synthie_und_roma

sorry, aber den holocaust als "personenschaden" zu bezeichnen - das geht leider gar nicht.

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2

12.07.2010 - 10:31 Uhr
synthie_und_roma

sach mal:

"Befürchten Sie die nachträgliche Anrechnung der Bahn-Comfort-Punkte für ein Millionen One-Way-Spartickets ins Generalgouvernement?"

gez noch? der ist doch moderator im fernsehen, der schreibt sich ja um kopf und kragen...der steht in der öffentlichkeit und macht solche witze über die judenvergasung.

für ne meinungs"journalistische" tralala-kolumne schon en starkes stück. hat das einer von der redaktion mal gelesen?

ob man den transport in viehwaggons in vernichtungslager als one-way-spartickets bezeichnen sollte für die es "bahn-comfort punkte" geben gibt....irgendwo hat auch schwarzer humor seine grenze. und die ist hier erreicht.

was wohl der zentralrat der juden dazu sagen würde? der wäre bestimtm begeistert!

aber wer vice: vielleicht rechnet der jude am ende doch noch die bahn-comfort punkte ab...

euer

mehdorn im auge

synthie

tenke
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1

12.07.2010 - 12:45 Uhr
tenke

synthie_und_roma sagte:
sorry, aber den holocaust als "personenschaden" zu bezeichnen - das geht leider gar nicht.


Das soll Satire sein und die darf alles, laut bekanntem Ausspruch K. Tucholskys. Aber das hier ist keine besonders gute, da muss ich schon zustimmen...

Herr_Marcus
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12.07.2010 - 12:54 Uhr
Herr_Marcus

... flott geschrieben.... aber inhaltlich aus meiner Sicht so daneben das es für mich die Grenzen dessen was ich lesen will deutlich überschreitet....

und Satire ist das mM nach nicht... sondern kalkulierte Provokation die sich aber leider im Ton und im Thema vergreift (rumhacken auf der DB ist im Normalfall wohl einfach zu simpel und so dachte der Autor ev er müsste mal ein paar härtere Thesen auffahren)

Dosenknall_mit_Ueberschall
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12.07.2010 - 13:09 Uhr
Dosenknall_mit_Uebers…

misslungene satire, ja. wie immer, in dieser kolumne.

der einzig wahre satz:"Nie vergessen: Das größte Problem der Bahn sind die Menschen, die mit ihr fahren."

der spiegel hatte da mal'n besseres machwerk dazu, sinngemäß: "die unkultur der reisenden macht das bahn fahren so nervig."

's meiste klappt doch...und wer sich bei ner fahrtstrecke von 1000 km über 10 minuten verspätung echauffiert, bei dem läuft doch was schief im hirn. wie der autor auch richtig erkannt hat: wer's nicht mag, muss ja nicht..

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12.07.2010 - 13:11 Uhr
Dosenknall_mit_Uebers…

wer is egtl. jan böhmermann? kann/sollte man den kennen?

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Mag ich Mag ich nicht

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12.07.2010 - 13:17 Uhr
Dosenknall_mit_Uebers…

solln doch froh sein, dasse transportiert werden, die leute..

hanshorst
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Mag ich Mag ich nicht

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12.07.2010 - 13:20 Uhr
hanshorst

Dosenknall_mit_Ueberschall sagte:
solln doch froh sein, dasse transportiert werden, die leute..


vielleicht wollen die Leute ja fahren, und das mit etwas Komfort, und pünktlich, statt nur Transportgut zu sein

synthie_und_roma
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Mag ich Mag ich nicht

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12.07.2010 - 14:05 Uhr
synthie_und_roma

sorry: aber sonne art satire passt vielleicht in die titanic, aber nicht auf jetzt.de - finde ich.

außerdem isses doch echt langweilig immer die nazizeit heranzuziehen, um eine gewisse härte einzubauen.

und ich bleibe dabei: auf jetzt.de hat ein vergleich, der die transporte in vernichtungslager mit one-way-spartickets nebst bahn comfort sparen bringt nichts zu suchen. und industriellen massenmord als personenschaden zu bezeichnen, das sollte in einer publikation aus dem süddeutschen verlag auch keinen platz haben. da gehört für mich eine satire/glosse nach art des streiflichts hin.,

diese grobgeschnitzte holzhammersatire: die kann gerne in die titanic. da gehört so eine brachialprovo hin. aber meiner meinung nicht hier hin.

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