09.07.2010 - 18:30 Uhr

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Verrückte Nackte

Text: maria-freilich - Foto: afp

Ein Künstler ruft MELT-Festival-Besucher dazu auf, sich für ein Kunstprojekt auszuziehen.

Angestrichen: nakedHEART ist nicht nur eine Kunstaktion. Es ist ein Erlebnis und eine Bewusstseinsveränderung. Jeder Teilnehmer soll mit „Stolz“ zurückblicken sich an einer guten Sache eingebracht zu haben und später sagen können „Da habe ich mitgemacht“. Das Projekt kann nur gemeinsam entstehen. WIR können es entstehen lassen. WE ARE BETTER TOGETHER. Vielleicht wirst Du später auch sagen, das war das Verrückteste, das ich je in meinem Leben gemacht habe. Wo steht das denn? Auf der Website naked heart! Der Fotograf und Künstler, Gerrit Starczewski, 24, möchte am Samstag, den 17. Juli, möglichst viele Nackte auf dem Melt-Festival fotografieren. „Meine Vision ist es“, schreibt der auf der Website, „vor der Hauptbühne ein großes Herz aus nackten Menschen entstehen zu lassen. Das Herz, als Symbol für Liebe und Frieden.“
Nacktsein, das klang mal nach Bürgerschreck Mega-Freiheit und Kommune 1, später dann auch nach kleiner, privater Freiheit (FKK in der DDR) und nach „Ois easy, Oida“ (am Münchner Eisbach). Heute aber teilt das Nackigsein in Sachen Revolutionspotenzial das Schicksal von Kiffen und dem Zusammenleben in einer Wohngemeinschaft: Kann man machen, passt schon aber interessiert auch keinen. Das Nackigsein ist längst in unseren Alltag eingedrungen. Ein nackter Körper ist von unserem Computerbildschirm genau zwei Klicks entfernt. Manche von uns hatten Eltern, die nackt durchs Haus liefen. Die Kinder fanden das nicht aufregend, es war ihnen peinlich. 45.000 Deutsche sind in FKK-Vereinen organisiert und laut des Präsidenten des Deutschen Verbandes für Freikörperkultur, Kurt Fischer, sympathisieren weitere sieben Millionen mit dem Nacktbaden. Und beim Roskilde-Festival in Dänemark gibt es alljährlich einen „Naked Run“ (siehe Foto). Wenn also heute jemand zum öffentlichen Nacktsein aufruft, ist das vollkommen in Ordnung. Nur ist das in etwa so verrückt, wie während des Studiums in einer WG zu wohnen. Riskant am zeitgenösischen Nacktsein ist lediglich, dass die eigenen Bilder im Internet veröffentlich werden könnten. Auf der Website zur Melt-Aktion heißt es dazu: "Die Bilder erscheinen exclusiv im INTRO Magazin, dem Giddyheft und werden erstmalig im Rahmen einer Ausstellung beim Berlin Festival zusehen sein."


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cougarten
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Mag ich Mag ich nicht

5

09.07.2010 - 20:20 Uhr
cougarten

hoffe doch er hat nackt fotografiert

Beru
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Mag ich Mag ich nicht

-1

09.07.2010 - 21:08 Uhr
Beru

omg, das klingt so beknackt und bekifft. einfach nur peinlich.

Renaissance_Man
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Mag ich Mag ich nicht

7

09.07.2010 - 22:30 Uhr
Renaissance_Man

wenn man als künstler nicht viel drauf hat, sich aber nach aufmerksamkeit sehnt, dann macht man was mit nackten, hat bisher immer funktioniert... immerhin schaffen die es nie in den feuilleton, sondern bloß in die bild.

pade
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Mag ich Mag ich nicht

0

09.07.2010 - 22:47 Uhr
pade

http://en.wikipedia.org/wiki/Spencer_Tun...
hier das Ganze wirklich gut...

eisengrau
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Mag ich Mag ich nicht

1

10.07.2010 - 12:44 Uhr
eisengrau

Wenn's wenigstens Vanessa Beecroft wäre. Bei der versteh ich noch halbwegs den künstlerischen Anspruch dahinter. Das hier hört sich so an, als ob es künstlerisch derbe in die Hose gehen wird.
Er hat es doch so mit Schuhen. Soll er doch die Schuhe der Festivalbesucher unter die Lupe nehmen. Ist sicher ungleich interessanter.

alces
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Mag ich Mag ich nicht

2

10.07.2010 - 13:00 Uhr
alces

Wunst.

newmoonrising
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Mag ich Mag ich nicht

0

10.07.2010 - 22:21 Uhr
newmoonrising

wenn ich mir die homepage dazu anschaue, beeindruckt mich das schlecht gemachte bild von dem einen (!) nackedei aus dem letzten jahr nicht sonderlich. zwanzig bilder von dem aus verschiedenen perspektiven. na super.

Rueschenkleid
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Mag ich Mag ich nicht

-1

11.07.2010 - 10:09 Uhr
Rueschenkleid

eisengrau sagte:
Er hat es doch so mit Schuhen. Soll er doch die Schuhe der Festivalbesucher unter die Lupe nehmen. Ist sicher ungleich interessanter.


Ja, wie bei allen Festivals (auch beim Melt, ich bin mir sicher):

Chucks, Sambas, Vans (in allen Formen und Farben), vielleicht noch diese MacBeth-Schuhe. Dazu je nach Wetterlage Gummistiefel, H+M Stoffschühchen, Ballerinas und Flip-Flops.
Ich weiß nicht, ob das so spannend ist. Vielleicht ja, wenn man versucht, Leute zu finden, die eben jene Schuhe nicht tragen (beim Melt vielleicht einfacher als beim Hurricane oder so...).

Hach ja, Schuhe.

ve_re_na
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Mag ich Mag ich nicht

1

11.07.2010 - 10:58 Uhr
ve_re_na

das ist an peinlichkeit fast nicht zu überbieten, weder der artikel, der den plan so hochfeiert, als hätte er auch nur im geringsten was mit originalität zu tun und gerrit starczewski, der spencer tunick schlechter nicht kopiere könnte

seize
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Mag ich Mag ich nicht

0

11.07.2010 - 17:38 Uhr
seize

eben Tunick war zuerst da und ist konzeptionell auch auf einem ganz anderen level, ein herz als symbol für liebe, what the clichee

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maria-freilich offline

maria-freilich

ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.