Nach dem Diplom kommt der Gerichtsvollzieher
Ein Interview über den Boykott von Studiengebühren und die Konsequenzen, die dem Kunststudenten Max deswegen drohen.
Über 50 Studierenden der Hamburger „Hochschule für bildende Künste“ (HfbK Hamburg) steht die Pfändung ihres Eigentums bevor. Vollstreckungsbeamte suchten in den letzten 14 Tagen wiederholt Studierende in ihren Wohnungen auf, um ausstehende Studiengebühren einzutreiben. Der Auslöser für die eingeleiteten Vollstreckungsverfahren liegt in dem seit 2007 an der HfbK Hamburg laufenden Boykott der Allgemeinen Studiengebühren. Jetzt.de sprach mit dem 26 Jahre alten Maximilian Wondrak, der seit seinem HfbK-Abschluss in Berlin lebt.
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Purcell sagte:
Wer a priori mit der Einstellung studiert, daß sein Abschluß sowieso nicht arbeitsmarkttauglich sein werde, disqualifiziert sich meiner Meinung nach für jedes Gespräch über Hochschulpolitik. Eigentlich für jedes Gespräch über Geld, Gesellschaft und Moral im Allgemeinen.
Naja mit manchen Studiengängen kann man echt nicht erwarten groß auf dem Arbeitsmarkt was zu reissen, und trotzdem bewerben sich etliche, also für den Arbeitsmarkt eigentlich zu viele für solche brotlosen Studiengänge. Sollte man die abschaffen? Und wie siehts mit Forschung, speziell Grundlagenforschung aus? Nicht wichtig für den Markt, also disqualifiziert?
Wenn es so etwas wie Moral- und Gesellschaftsforschung geben würde, man denke an Philosophie und Sozialwissenschaften,... ei ei ei, die haben ja keine Ahnung.....
Außerdem erarbeitet er ja seinen eigenen Lebensunterhalt mit dem was er während seines Studium gelernt hat.
Sondern ich habe nur Kritik dagegen ausgesprochen, daß jemand unmotiviert und aus träumerischen Selbstverwirklichungsideen irgendsowas studiert, ohne dieses Studium als Weg zum existenzsichernden Beruf zu begreifen. Und dann auch noch meint, ein Anrecht auf die Finanzierung dieser 4 oder 5 Jahre zu haben.
Genau wie diese Leute, die sich ärgern beim Schwarzfahren erwischt worden zu sein, weil sie es nicht "einsehen" dafür zu bezahlen. Meine Güte, dann sollen sie halt zu Fuß gehen!
Wenn eine Leistung etwas kostet und man zugestimmt hat, diese Leistung in Anspruch zu nehmen, muss man eben auch die Kosten dafür tragen. Das ist doch wirklich nicht so schwer.
01.07.2010 - 21:36 Uhr
jushi
Über sowas kann ich mich echt aufregen…
jushi sagte:
Genau wie diese Leute, die sich ärgern beim Schwarzfahren erwischt worden zu sein, weil sie es nicht "einsehen" dafür zu bezahlen. Meine Güte, dann sollen sie halt zu Fuß gehen!
Wenn eine Leistung etwas kostet und man zugestimmt hat, diese Leistung in Anspruch zu nehmen, muss man eben auch die Kosten dafür tragen. Das ist doch wirklich nicht so schwer.
Naja wenn der Schaffner einen nicht rausschmeisst, obwohl er einen beim Schwarzfahren erwischt hat und er seine Strafgebühr nicht zahlen will, ist das auch irgendwo witzlos.
Ich kann das zwar gerade nicht dem Text entnehmen, aber wenn ich dem Mann einfach mal unterstelle, dass er damit gerechnet hat, mit seiner Aktion auf Probleme/Widerstand zu stoßen, dann empfinde ich (persönlich) diese zumindest als eine interessante Form des Protests und nicht nur als naiv.
Wenn einer sein Studium nicht bezahlen mag/kann, soll er halt laufen... ne Ausbildung machen. So friss oder stirb mäßig? Das hat so n bisschen was von wenns dir in Deutschland nicht passt, geh halt wo anders hin. Oder wenn einer seinen Job behalten mag, soll er halt nicht während der Arbeitszeit auf jetzt.de surfen.
@purcell:
"ernsthaft und erfolgreich" ... ein ehrenwertes Anliegen, nehm ich mir zu jedem Semesterbeginn vor. Wieviele Menschen können aber ehrlich von ihrem Beruf sagen, dass diese Attribute auf sie zutreffen? Und wieviele haben mit Anbeginn ihres Germanistikstudiums ein klares Berufsbild vor Augen? Und wer studiert nur aus finanziellen Gründen, ohne Selbstverwirklichung?
genau das ist meine meinung, ja. friss oder stirb. wer meint er eigentlich, wer er ist? tausende anderer studenten nehmen nebenjobs an, damit sie studiengebühren zahlen können.
"ein studium darf nicht vom geldbeutel abhängig sein..." wo lebt dieser mann? geh mal ins ausland, dann wirst du sehen, wieviel dort das studium kostet.
jushi sagte:
Mein Gott, ist es so schwer sich an ein paar Regeln zu halten? Studieren kostet Geld, das wusste er doch auch schon vorher. ... Wenn eine Leistung etwas kostet und man zugestimmt hat, diese Leistung in Anspruch zu nehmen, muss man eben auch die Kosten dafür tragen. Das ist doch wirklich nicht so schwer.
Maxens Argumentation ist ziemlich blöd - das ist wahr. Die Immatrikulationsgebühren hat er ja auch gezahlt. Aber der Studiengebührenboykott an der HfbK war schon sinnvoll. Er hat nur nicht die nötige Masse erreicht.
Aporia sagte:
jushi sagte:
Mein Gott, ist es so schwer sich an ein paar Regeln zu halten? Studieren kostet Geld, das wusste er doch auch schon vorher. ... Wenn eine Leistung etwas kostet und man zugestimmt hat, diese Leistung in Anspruch zu nehmen, muss man eben auch die Kosten dafür tragen. Das ist doch wirklich nicht so schwer.
Maxens Argumentation ist ziemlich blöd - das ist wahr. Die Immatrikulationsgebühren hat er ja auch gezahlt. Aber der Studiengebührenboykott an der HfbK war schon sinnvoll. Er hat nur nicht die nötige Masse erreicht.
Das ist ein anderes Thema, das ich überhaupt nicht kritisiert habe. Über den Sinn und Unsinn von Studiengebühren zu debattieren, halte ich für absolut notwendig und gerechtfertigt. Aber bitte nicht auf diese Art.
Solchen weitreichenden Themen muss man mit Diskussionen und Argumenten (und meinetwegen auch Streik) begegnen und nicht mit einer sturen Trotzhaltung, die von vornherein zum Scheitern verurteilt ist.
Mir ging es eher um diese allgemeine Haltung, der man, so scheint mir, in letzter Zeit immer öfter begegnet. Dieses "das ist doof, also bezahle ich nicht". In Anspruch wird es aber trotzdem gern genommen.
Da geht's um einfache, grundsätzliche Regeln, die nicht so schwer sind und deren Verständnis einem (und auch der Allgemeinheit) auch in anderen Bereichen sicher nur nutzen kann.
Oder was würde der bildende Künstler sagen, wenn ein mutmaßlicher Käufer eines seiner Werke einfach mitnimmt ohne dafür zu zahlen und als Argument ein lapidares "es gefällt mir eh nicht, aber haben möchte ich's trotzdem" bringt. Natürlich unterzeichnet er vorher auch noch einen Kaufvertrag. Kommt dann da kein Gerichtsvollzieher?
marquez sagte:
Wenn einer sein Studium nicht bezahlen mag/kann, soll er halt laufen... ne Ausbildung machen. So friss oder stirb mäßig? Das hat so n bisschen was von wenns dir in Deutschland nicht passt, geh halt wo anders hin. Oder wenn einer seinen Job behalten mag, soll er halt nicht während der Arbeitszeit auf jetzt.de surfen.
genau das ist meine meinung, ja. friss oder stirb. wer meint er eigentlich, wer er ist? tausende anderer studenten nehmen nebenjobs an, damit sie studiengebühren zahlen können.
"ein studium darf nicht vom geldbeutel abhängig sein..." wo lebt dieser mann? geh mal ins ausland, dann wirst du sehen, wieviel dort das studium kostet.
Würden sich mehr Leute dem Protest anschließen, bräuchten sie evtl gar nicht über die Jobs jammern, die sie machen müssen, um die Studiengebühren zu bezahlen, weil es dann vllt gar keine mehr gäbe.
Punkt 2: Wenn einer aus dem Fenster springt, ....
fortune_faded sagte:
Kunst ist frei
Na das möchte ich mal irgendwo sehen an der Eintrittskasse zu Werken mit echtem Kunstwert.
Leute mit Geld geben gerne etwas für Kunst aus, um sich geistig zu erfüllen, ja. Leuten ohne Geld ist Kunst meistens egal, es sei denn, sie haben keine bessere Einnahmequelle.
Ich kann jedenfalls kein Recht auf Kunst im Menschendasein entdecken, zumal die Kunst meist darauf abzielt, gerade nicht integraler Bestandteil einer sich entwickelnden Gesellschaft zu sein. Wenn sich wer findet, der das freiwillig finanziert, gerne. Aber nicht auf Kommando!
Wenn jdm. etwas studiert was er selbst zumindet für wertvoll und notwendig erachtet könnte man noch über den Sinn und die Notwendigkeit von Studiengebühren reden.
Das in so einem Fall gepfändet wird ist meiner Meinung nach aus verschiedenen Gründen gerecht:
- er kannte das Risiko
- Fairness allen anderen gegenüber die Mühe hatten sich ein Studium zu den aktuellen Spielregeln zu leisten, denen aber ihr Studium die MÜHE WERT war.
Fragen zum Schluss:
Muss die Asta mit meinem Geld Leute unterstützen deren Haltung ich ablehne? Kann ich deshalb den Teil der Semestergebühren an die Asta einfach nicht zahlen? Zahlt mir die dann dennoch den Anwalt dafür?
Was kosten eigentlich andere Berufsausbildungen, wie Meister? War / ist das kostenlos?
02.07.2010 - 09:28 Uhr
dreamteam
-> der Staat soll zahlen.
-> der Staat sind wir alle.
-->> also kurz: Wir alle sollen zahlen! (?)
es ist weder heldenhaft noch sonstwie bewundernswert, sich gegen solche regeln zu wehren - vor allem auf diese weise. boykott, na grossartig, gratuliere. aber profitieren, von der infrastruktur der schule, vom wissen der dozenten, von den anwälten, die andere bezahlen. sensationell.
ich bin grundsätzlich absolut seiner meinung: studium muss für alle zugänglich sein. das heisst aber nicht, dass es nichts kosten darf. das heisst bloss, dass es möglichkeiten geben muss, bei der finanzierung eines studiums unterstützung bis hin zum erlass der studiengebühren zu bekommen. das ist die aufgabe des staates, dafür die notwendigen voraussetzungen zu schaffen.
aber wenn man privilegiert genug ist, dass die eltern einem die studiengebühren - die ja im vergleich mit bspw. amerikanischen hochschulen lächerlich gering sind - bezahlen, und man dies aus kruden ideologischen gründen ablehnt - meine güte. dafür hab ich kein verständnis.
bildung ist nicht wertlos - also darf sie auch etwas kosten, so lange jemand, der die nötigen finanziellen möglichkeiten dafür erwiesenermassen nicht hat, unterstützt wird.
jushi sagte:
Wenn eine Leistung etwas kostet und man zugestimmt hat, diese Leistung in Anspruch zu nehmen, muss man eben auch die Kosten dafür tragen. Das ist doch wirklich nicht so schwer.
jushi sagte:
Ich klau ja auch keine Milch im Supermarkt, weil die "eh nicht schmeckt".
Über sowas kann ich mich echt aufregen…
Es stellt sich hier wie anderswo die Frage, ob Bildung und Erziehung (auch Pflege und Beratung) "Waren" sind, an denen sich der Staat nach Herzenslust bereichern darf, hier wohl wissend um seine Monopolstellung (andere Schulabschlüsse als die staatlichen sind kaum anerkannt), oder ob es hier ein Grundrecht gibt, das durch Gebühren, die - zusätzlich zu den Steuern - erhoben werden, verletzt wird.
02.07.2010 - 11:18 Uhr
eisengrau
dreamteam sagte:
Muss die Asta mit meinem Geld Leute unterstützen deren Haltung ich ablehne? Kann ich deshalb den Teil der Semestergebühren an die Asta einfach nicht zahlen? Zahlt mir die dann dennoch den Anwalt dafür?
DER AStA.
Und nein, Du hast das Gesamtpaket genommen, inklusive Hochschulpolitik, genau wie ich mit meinen Steuern das San Pellegrino für Bundestagsabgeordnete aller Parteien zahle.
02.07.2010 - 11:53 Uhr
DearMrSupercomputer
DearMrSupercomputer sagte: Und jetzt bitte nicht mit Wahlen usw., man könne ja selbst auch mal... das ist albern.
Das ist Demokratie. Und wenn Du den Job nicht machst, macht ihn eben ein anderer, also heul hier nicht rum.
eisengrau sagte:
DER AStA.
Und nein, Du hast das Gesamtpaket genommen, inklusive Hochschulpolitik, genau wie ich mit meinen Steuern das San Pellegrino für Bundestagsabgeordnete aller Parteien zahle.
Wenn du schon am zahlen bist,.. den AStA kannst nicht noch mitzahlen,... ich mein das Geld dafür verteuert das Studium ebenfalls,...
Ich merk grad ich werd fürs Studieren doppelt abkassiert,.. Studiengebühren und Steuern,... ob ich da mal auch protestiere also gegen beides,...
eisengrau sagte:
Es stellt sich hier wie anderswo die Frage, ob Bildung und Erziehung (auch Pflege und Beratung) "Waren" sind, an denen sich der Staat nach Herzenslust bereichern darf, hier wohl wissend um seine Monopolstellung (andere Schulabschlüsse als die staatlichen sind kaum anerkannt), oder ob es hier ein Grundrecht gibt, das durch Gebühren, die - zusätzlich zu den Steuern - erhoben werden, verletzt wird.
ist mir neu, dass die universitaeten durch die studiengebuehren inziwschen nicht nur kostendeckend, sondern sogar gewinnbringend operieren! naja, wieder was gelernt.
Shorebilly sagte:
ist mir neu, dass die universitaeten durch die studiengebuehren inziwschen nicht nur kostendeckend, sondern sogar gewinnbringend operieren! naja, wieder was gelernt.
Leider was Falsches, weil auf Basis schlampiger Lektüre: Von operativen Gewinnen hab ich nichts geschrieben.
Aber für die Uni ist es eine Mehreinnahme, die sie zusätzlich zu den öffentlichen Geldern bekommt, "on top", wie wir hier in Deutschland sagen.
eisengrau sagte:
DearMrSupercomputer sagte: Und jetzt bitte nicht mit Wahlen usw., man könne ja selbst auch mal... das ist albern.
Das ist Demokratie. Und wenn Du den Job nicht machst, macht ihn eben ein anderer, also heul hier nicht rum.
Ich meinte eigentlich eher die Vetternwirtschaft im Asta. Man kommt nicht dazwischen, selbst wenn man wollte.
DearMrSupercomputer sagte:
Ich meinte eigentlich eher die Vetternwirtschaft im Asta. Man kommt nicht dazwischen, selbst wenn man wollte.
Ach quatsch.
DearMrSupercomputer sagte:
eisengrau sagte:
DearMrSupercomputer sagte: Und jetzt bitte nicht mit Wahlen usw., man könne ja selbst auch mal... das ist albern.
Das ist Demokratie. Und wenn Du den Job nicht machst, macht ihn eben ein anderer, also heul hier nicht rum.
Ich meinte eigentlich eher die Vetternwirtschaft im Asta. Man kommt nicht dazwischen, selbst wenn man wollte.
Das sind so Uni-Legenden. An der Uni verbringt man in der Regel nur drei bis vier Jahre. Wo soll sich bei der Fluktuation eine dauerhafte Vetternwirtschaft herausbilden?
Im Gegensatz zur Politik außerhalb der Uni ist es sogar super einfach, an der Uni Einfluss zu nehmen: Die Wahlbeteiligung ist so jämmerlich, dass jede Stimme enormes Gewicht hat, und die Fachschaften und Hochschulgruppen sind so unterbesetzt, dass jeder eine reelle Chance hat, auf einer Liste unterzukommen. Natürlich ist die Zusammenarbeit herzlicher, wenn man in etwa die gleiche Wellenlänge hat, aber das ist ja im außeruniversitären Leben auch nicht anders.
Ein sinnloses Fach studieren, und sich noch beklagen, dass er dazu einen Beitrag leisten soll. Mich KOTZT diese ABZOCKER-Mentalität TOTAL an.
Um jetzt in Big B in ner billigen Butze abzuhängen und in ner Kneipe zu arbeiten brauchste keinen von mir finanzierten Abschluss, du Fatzke!
Außerdem find ich das T-Shirt in der Prüfung ziemlich unverschämt gegenüber den Lehrenden, die ihm da (vermutlich) wirklich was beibringen wollten, das war für die ja auch Arbeit.
Und dass er einfach umzieht in der Hoffnung, das hätte sich erledigt, weil er "keinen Nerv" hat, Widerspruch einzulegen, und sich dann wundert, wenn die weiter vor seiner Tür stehen... Also nee, das ist doch alles blöd!
*kopfschüttel*
vorratsdatenspeicherung sagte:
Da man Wissen und Bildung generell als kostenfreies Allgemeingut verstanden haben will - fernab von profanen Handelsgütern - werden sich Studierengebührengegner später sicher weigern, für ihre Tätigkeit als Lehrer, Professor, Erzieher, Berater etc schnöden Mammon anzunehmen.
So ein Unsinn, natürlich muss die Arbeit in jedem Fall bezahlt werden, die im Bildungs- und Erziehungswesen geleistet wird. Der Streitpunkt ist nur, ob von demjenigen, der diese Arbeitsleistung in Anspruch nimmt, oder von der Allgemeinheit.
vorratsdatenspeicherung sagte:
Aber es handelt sich doch um ein besonders kostbares Gut bei Bildung und Wissen, das gar nicht mit Geld aufgewogen werden kann. Je wertvoller ein Gut ist, desto weniger darf es doch kosten, oder?
Heiß heute, hm?
eisengrau sagte:
Shorebilly sagte:
ist mir neu, dass die universitaeten durch die studiengebuehren inziwschen nicht nur kostendeckend, sondern sogar gewinnbringend operieren! naja, wieder was gelernt.
Leider was Falsches, weil auf Basis schlampiger Lektüre: Von operativen Gewinnen hab ich nichts geschrieben.
Aber für die Uni ist es eine Mehreinnahme, die sie zusätzlich zu den öffentlichen Geldern bekommt, "on top", wie wir hier in Deutschland sagen.
nein. du schriebst, dass der staat sich an der bildung bereichere. das ist was anderes, als dass er durch studiengebuehren einen teil der kosten durch den nutzniesser der leistung uebernehmen laesst.
schlampige lektuere (deines eigenen beitrages, wohlgemerkt) darfst du dir daher gerne selber vorwerfen.
Shorebilly sagte:
schlampige lektuere (deines eigenen beitrages, wohlgemerkt) darfst du dir daher gerne selber vorwerfen.
Wieso, ich hab mich ja nicht falsch zitiert.
Bereichern sagt erstmal nichts darüber aus, ob am Schluss eine rote oder schwarze Zahl dasteht. Es drückt nur einen Vermögenszuwachs aus.
einfaches beispiel:
heute schenke ich dir zehn euro; morgen schenke ich dir nur noch 9 euro, wobei ich dir zehn gebe und einen euro wechselgeld verlange. bereichere ich mich dadurch morgen um einen euro?
02.07.2010 - 14:41 Uhr
eisengrau
Shorebilly sagte:
...und da der staat eben den grossteil der bildungskosten traegt bereichert er sich nicht, sondern begrenzt lediglich seine kosten.
einfaches beispiel:
heute schenke ich dir zehn euro; morgen schenke ich dir nur noch 9 euro, wobei ich dir zehn gebe und einen euro wechselgeld verlange. bereichere ich mich dadurch morgen um einen euro?
Tja, ich könnte Deinen Wortklaubereien noch stundenlang zuhören, aber es warten wichtigere Dinge auf mich. Daher: Dein Wille geschehe, welchen Ausdruck auch immer Du lieber lesen willst.
Ändert aber unabhängig von der Wortwahl nichts daran, dass die Uni Gelder eintreibt, die sie eigentlich vom Staat bekommen sollte. Oder meinetwegen auch aus der Wirtschaft, damit die dafür auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Fachkräfte bekommt.
02.07.2010 - 15:02 Uhr
eisengrau
Shorebilly sagte:
einfaches beispiel:
heute schenke ich dir zehn euro; morgen schenke ich dir nur noch 9 euro, wobei ich dir zehn gebe und einen euro wechselgeld verlange. bereichere ich mich dadurch morgen um einen euro?
Wenn das eine Analogie zum Bildungssystem sein soll, solltest Du der Vollständigkeit halber noch erwähnen, dass Du überhaupt bloß deshalb 10 Euro auf Tasche hattest, weil Dir meine Familie zuvor 100 Euro gegeben hat. Vor diesem Hintergrund ist es schon etwas dreist, auch noch Wechselgeld zu fordern.
eisengrau sagte:
Shorebilly sagte:
einfaches beispiel:
heute schenke ich dir zehn euro; morgen schenke ich dir nur noch 9 euro, wobei ich dir zehn gebe und einen euro wechselgeld verlange. bereichere ich mich dadurch morgen um einen euro?
Wenn das eine Analogie zum Bildungssystem sein soll, solltest Du der Vollständigkeit halber noch erwähnen, dass Du überhaupt bloß deshalb 10 Euro auf Tasche hattest, weil Dir meine Familie zuvor 100 Euro gegeben hat. Vor diesem Hintergrund ist es schon etwas dreist, auch noch Wechselgeld zu fordern.
Vor allem wenn man bedenkt, dass diese Leute vor Einführung der Studiengebühren sicherlich nicht auf die Idee gekommen wären von sich aus dem Staat Wechselgeld zu geben oder es allgemein gefordert hätten. Das ist ein bisschen so als wolle jemand aus echten Gewissensbissen den Wehrdienst verweigern und nach dem ersten "nein" einknicken und sagen: puh, na immerhin weiss ich jetzt ja, dass es nicht so einfach geht, dann geh ich halt zum Bund.
Was genau hat er jetzt nicht gezahlt?
PS: Es gibt auch einen ganz einfachen Weg, die Studiengebühren wieder loszuwerden: bei der nächsten Wahl nicht die Schwarzen wählen! ;)
02.07.2010 - 16:36 Uhr
smaennchen
smaennchen sagte:
PS: Es gibt auch einen ganz einfachen Weg, die Studiengebühren wieder loszuwerden: bei der nächsten Wahl nicht die Schwarzen wählen! ;)
Ist jetzt allgemein gemeint. Der Herr, der das Interview gegeben hat, wählt ja höchstwahrscheinlich eh die Linke oder jedenfalls die Grünen, falls er überhaupt wählen geht.
eisengrau sagte:
DearMrSupercomputer sagte:
eisengrau sagte:
DearMrSupercomputer sagte: Und jetzt bitte nicht mit Wahlen usw., man könne ja selbst auch mal... das ist albern.
Das ist Demokratie. Und wenn Du den Job nicht machst, macht ihn eben ein anderer, also heul hier nicht rum.
Ich meinte eigentlich eher die Vetternwirtschaft im Asta. Man kommt nicht dazwischen, selbst wenn man wollte.
Das sind so Uni-Legenden. An der Uni verbringt man in der Regel nur drei bis vier Jahre. Wo soll sich bei der Fluktuation eine dauerhafte Vetternwirtschaft herausbilden?
Im Gegensatz zur Politik außerhalb der Uni ist es sogar super einfach, an der Uni Einfluss zu nehmen: Die Wahlbeteiligung ist so jämmerlich, dass jede Stimme enormes Gewicht hat, und die Fachschaften und Hochschulgruppen sind so unterbesetzt, dass jeder eine reelle Chance hat, auf einer Liste unterzukommen. Natürlich ist die Zusammenarbeit herzlicher, wenn man in etwa die gleiche Wellenlänge hat, aber das ist ja im außeruniversitären Leben auch nicht anders.
Ich möchte dir jetzt nicht unterstellen, dass du nie an einer Uni warst, aber: 1. Wer schafft ein Studium in 3 bis 4 Jahren? (jaja B.A., aber die machen danach ja in den meisten Fällen noch den Master)
Ich bin jetzt sechs Jahre an der Uni und sehe im Asta genau die gleichen Leute wie ganz am Anfang.
2. Nein, es ist nicht supereinfach, an der Uni Einfluss auf die Politik zu nehmen. Ja, viele Fachschaften suchen händeringend Mitglieder, die auch gleich alle aufgestellt werden. In manche Fachschaften kommt man aber auch nur über extreme Popularitätswerte (zB Jura und WiWi). Ansonsten s. 1.: Es sind immer die gleichen Leute.
3. Von Zusammenarbeit in der Hochschulpolitik habe ich nicht viel erlebt. Es geht um Profilierung und Wichtigtuerei. Genau wie bei dem Interviewten hier. Rumkommen tut erstmal nichts, aber Hauptsache, alle spielen das Theater weiter.
DearMrSupercomputer sagte:
Ich möchte dir jetzt nicht unterstellen, dass du nie an einer Uni warst, aber: 1. Wer schafft ein Studium in 3 bis 4 Jahren? (jaja B.A., aber die machen danach ja in den meisten Fällen noch den Master)
Ich bin jetzt sechs Jahre an der Uni und sehe im Asta genau die gleichen Leute wie ganz am Anfang.
2. Nein, es ist nicht supereinfach, an der Uni Einfluss auf die Politik zu nehmen. Ja, viele Fachschaften suchen händeringend Mitglieder, die auch gleich alle aufgestellt werden. In manche Fachschaften kommt man aber auch nur über extreme Popularitätswerte (zB Jura und WiWi). Ansonsten s. 1.: Es sind immer die gleichen Leute.
3. Von Zusammenarbeit in der Hochschulpolitik habe ich nicht viel erlebt. Es geht um Profilierung und Wichtigtuerei. Genau wie bei dem Interviewten hier. Rumkommen tut erstmal nichts, aber Hauptsache, alle spielen das Theater weiter.
Ich war sogar ziemlich lange an der Uni, u.a. weil ich in diversen Gremien saß, und da manches Semester drunter litt.
Ein Lehramts- oder Magisterstudium dauert, bzw. dauerte in der Regel 8 Semester, Grundschullehramt sogar nur 7. Und es gab nicht wenige, die es in der Regelstudienzeit durchgezogen haben. Wer noch ein Aufbaustudium oder Promotion dranhängt, ist natürlich weiterhin an der Uni.
Was soll ich zu Deinen Beobachtungen sagen? Entweder machen an Deiner Uni eben auch nur die Langzeitstudenten Hochschulpolitik, oder Du nimmst einfach nur wahr, was und wen Du wahrnehmen willst. Nachdem Du Dich ja hier schon so schön stammtischmäßig auf die "Deppen" im AStA eingeschossen hast, glaube ich eher an Letzteres.
Und da Du ja offensichtlich gar nicht erst an der Hochschulpolitik teilnimmst, denke ich auch, dass das mit der nicht stattfindenden Zusammenarbeit eher Stammtischgepolter ist und keine Beobachtungen eines Insiders. Soviel zu Profilierung und Wichtigtuerei.
sowas findet man auch nur in deutzscchland.
aber bald sind es einfach nur noch persoenliche schulden.
04.07.2010 - 12:25 Uhr
nordzucker
Weil das Kunstdiplom für so viel Geld zu wenig wert ist. 5000 Euro für einen Abschluss zu bezahlen, mit dem ich letztlich nicht arbeitsmarkttauglich bin, ist einfach zu teuer.
Danke. Der Steuerzahler hats ja.
Aporia sagte:
Steuern zahlen verpflichtet offenbar zur Selbstgerechtigkeit.
Nein.
Aber es erlaubt es einem den Anspruch zu haben, dass jdm. der von der Allgemeinheit eine berufsausbildung zu einem sehr stark von Steuern subventionierten 'Preis' bekommt, dafür dankbar ist.
06.07.2010 - 00:16 Uhr
dreamteam
Wenn das ganze so schlecht ist bitte auch nicht nutzen. Ich ess ja auch nicht hundescheiße nur weils die umsonst gibt und ich sonst nichts zu tun hab.
Dann lieber Studiengebüren hoch damit schlechte Lehrangebote rausfliegen - weil sie niemand mehr 'kauft'.
Und wenn ich diesen text lese regt es mich jedes mal wieder auf, so eine 'Es ist ja nicht mein Geld das ausgegeben wird' Haltung, denn der Studienplatz den er belegt hat kostet Geld.
Proviokant gefragt:
Wievielen bedürftigen Studenten hätte ich mit dem Geld eine Förderung zahlen können wenn er etwas unnötiges nicht gemacht hätte?
dreamteam sagte: Aber es erlaubt es einem den Anspruch zu haben, dass jdm. der von der Allgemeinheit eine berufsausbildung zu einem sehr stark von Steuern subventionierten 'Preis' bekommt, dafür dankbar ist.
Ich hatte schon weiter oben gesagt, dass ich die "Argumentation" Maximilians für ziemlich dämlich halte. Allerdings nervt mich im Gegenzug mindestens genauso diese ständige Anspruchshaltung "Meine (!) Steuerzahlungen sollen produktiv genutzt werden". Was für eine traurige und langweilige Welt wäre das, die nur von Wirtschaftlichkeitsgedanken geprägt wäre?
Ich habe im von dir zitierten Teil bewusst von DANKBAR gesprochen.
Aporia sagte:
...
Was für eine traurige und langweilige Welt wäre das, die nur von Wirtschaftlichkeitsgedanken geprägt wäre?
Und dennoch sollte Geld das für die Allgemeinheit verwaltet wird wirtschalftlich sinnvoll verwendet werden. D.h. einen sinnvollen Nutzen erzeugen wenn es ausgegeben wird.
Und Nutzen kann viel sein. Kunst, Kultur, Straßen, ... und nur Dinge die wirklich kein Geld kosten sind nicht von einem Wirtschaftlichkeitsgedanken geprägt
dreamteam sagte: ...
Diese neue Kultur, rote Daumen zu verteilen für Kommentare, mit denen man nicht einer Meinung ist, habe ich auch noch nicht verstanden.
Aber ich hab ihn dir dennoch weggemacht ;-)
06.07.2010 - 01:01 Uhr
dreamteam
Aber ich hab ihn dir dennoch weggemacht ;-)
06.07.2010 - 01:05 Uhr
dreamteam
Dann weis ich wenigstens wieviele meinen Kommentar scheiße fanden und wieviele den Kommentar gut fanden.
Aporia sagte:
Was für eine traurige und langweilige Welt wäre das, die nur von Wirtschaftlichkeitsgedanken geprägt wäre?
Ja, für die Abkehr von der Langweiligkeit sind Privatvermögen da, die es ja systembedingt unweigerlich gibt. Der Steuerzahler sollte schon ein Recht darauf haben, dass die allgemein zur Verfügung gestellten Mittel auch der Allgemeinheit dienlich sind. Das bedeutet nicht, dass Wirtschaftlichkeitsdenken des Staates einem Verbot von Kreativität gleichkommt. Ich sehe nur eben kein Recht auf Kunst, die keinen interessiert ("nicht arbeitsmarkttauglich").
Eigentlich sollte eine Journalistin ihren Interviewpartner schützen und nicht bloßstellen. Dies insbesondere, wenn es sich um einen frisch gebackenen und wenig presseerfahrenen Absolventen handelt.
Viele Studenten aller möglichen Fachrichtungen empfinden ihr Studium dann, wenn sie in die Praxis, also das Arbeitsleben übertreten, zunächst als überflüssig und manchmal sogar als fehlerhaft oder irreführend. Hierfür ist die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis verantwortlich, die erste Frage hat sich also eigentlich erübrigt, die Antwort ist missverständlich dargestellt.
Das Kunststudium kostet weit mehr als 5.000 €, so müssen der entgangene Verdienstausfall sowie weitere Kosten über die Studiengebühren hinaus berechnet werden. So eine Aussage, die leider falsch ist, lässt man nicht unkommentiert stehen.
Es muss auch Gelegenheit gegeben werden zu erklären, warum die Studenten mit diesem Studium unzufrieden sind. Hier sehe ich übrigens Handlungsbedarf bei der Hochschule, die sich entweder darum kümmern müßte, das das von ihnen angebotene Studium nicht in die Arbeitslosigkeit führt, oder sich darum zu bemühen hat, dass ihre Diplomanden einen Weg in die Beschäftigung finden. Mit welcher Rechtfertigung wird sonst eine derartige Ausbildung angeboten?
Dass hier einige Studenten und Studentinnen versuchten, für Ihre Kommilitonen - und auch für sich - die Studiengebühren in Frage zu stellen, und ihnen außer dem Boykott keine andere Möglichkeit erfolgversprechend erschien, ist i. O. und eigentlich eine studententypische Aktion. Interessant ist hier, daß die Leitung der Hochschule zunächst lasch und später unberechenbar handelte. Eine rasche Entscheidung mit allen Kosequenzen wäre richtig gewesen. Jetzt plötzlich mit Pfändung zu reagieren ist ein zweifelhaftes und nicht nachzuvollziehendes Vorgehen.
Das gesamte Interview ist leider so angelegt, dass die eigentlichen Anliegen des Interviewten nicht erkennbar wurden. Von den Kommentatoren wird man dann schnell ungerecht behandelt und und sogar beschimpft. Das war kein guter Journalismus.








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01.07.2010 - 19:50 Uhr
Purcell