Liebe Linke
Unser Autor ist sich seit Mittwochabend endlich sicher, dass er nie "Die Linke" wählen wird. Ein Abschiedbrief
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Spätestens seit gestern aber ist die Linke für mich komplett unwählbar geworden. Die Argumente, die die Linke gegen Gauck vorgebracht hat, sind Scheinargumente, wer so borniert dagegen ist, sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen und stattdessen versucht, die Schuld auf die anderen abzuwälzen, der ist noch nicht in der Demokratie angekommen, der tritt die Demokratie mit Füßen und verhöhnt sie dabei auch noch.
Ich bin mir sicher, dass sich die Linke mit diesem selbstherrlichen Affentheater bei einem großen Teil ihrer (West-)Wähler unmöglich gemacht hat.
tiltx sagte:
... Das ist sehr weit aus dem Fenster gelehnt, und zeigt meiner Meinung nach wie sehr die veröffentlichte Meinung in jedermanns Kopf gedrückt wird und die Linke erfolgreich in die Rolle des Partei-Parias gedrängt wird.
Och, das haben die sehr schön alleine geschafft, und zwar sehr konsequent seit 1989.
zEeeEeee sagte:
Gauck ist ein neoliberaler. Das die Linke ihn nicht wählt war doch klar.
Aha, Gauck wollte die Linke nicht, weil er ein Neoliberaler ist. Stattdessen machte sie dann Wulff möglich, der was ist? Ich meine, wie rechtfertigt die Linke ihre - indirekte - Wahl von Christian Wulff? Sicher nicht mit der Argumentation, dass Gauck neoliberaler ist als Wulff bzw. Wulff linker als Gauck, oder?
Poca_hno_tas sagte:
Gauck hätte schon im ersten Wahlgang zum Bundespräsidenten gewählt werden können, wenn die Linken anstatt für Luc Jochimsen geschlossen für ihn votiert hätten. Das wäre ein Überraschungscoup (und zugleich kluger Schachzug) gewesen, der Angela Merkel vermutlich in den vorzeitigen Ruhestand versetzt hätte.
Merkel ist auch jetzt sturmreif geschossen worden. Womöglich sitzt sie aber noch gemütlich 3 Jahre ab, wer weiß das schon. Der Überraschungscoup ist übrigens von vornherein verhindert worden, als Gauck die Linke nochmal schön als überflüssig und verfassungsfeindlich bezeichnet hat. Nicht gerade ein Zeichen von versöhnlichem, präsidialem Gehabe, besonders nicht wenn man die Stimmen der Linken haben möchte.
Ich bin mir sicher, hätten die Linken dennoch für Gauck gestimmt, hätten genausoviele Leute "Abschiedsbriefe" geschrieben, und die Linken wären dafür von CDU-CSU-Seite angegiftet worden.
der tritt die Demokratie mit Füßen und verhöhnt sie dabei auch noch.
Ich glaube das mit dem verhöhnen der Demokratie trifft eher auf die ganze Posse seit Köhlers Rücktritt zu.
Unreflektiertes Kleines-Dummes-Jungen-Gesabbel. Mögest du dahin verschwinden, wo du hin gehörst: In die Arbeitslosenkolonnen des "Qualitätsjournalismus". Viele Kommentatoren hier haben schon sehr deutlich erklärt, warum du auf fast allen Sachebenen in diesem Text falsch liegst: Die Sozen hatten es in der Hand, einen wahren Coup zu landen. Aber sich nun hinstellen und sagen: "Die Linke ist schuld" ist völlig deppert. Und den Schuh zieht sich z.B. Bodo Ramelow mit Recht nicht an.
Guter Rat vom Arbeitsamt: Hirn an bevor die Tastatur benutzt wird....
Ich weiss nicht ob Herr Gauck zu viel für die Linken war. Laut Oskar Lafontaine liegt es ja nicht an der Gauck-Behörde oder Gauck's Ablehung für die Linken, sondern an seiner Haltung zum Afghanistankonflikt und zu den sozialen Einschnitten.
SPD und Grüne haben beidem auch zugestimmt. Wenn die Linke wegen diesen Gründen nicht Gauck wählen kann, dann kann wohl auch keine rot-rot-grüne Koalition im Bund funktionieren.
Wenn die Linke lieber ihre alten Träume träumt anstatt sich mit den Realitäten zu beschäftigen - bitte. Für mich ist sie unwählbar.
Eine vernünftige Linke wäre eine Bereicherung. Diese müsste sich aber klar von den Praktiken in der DDR lossagen und müsste weniger dogmatisch sein als sich die Westerwelle-FDP heute aufführt. Davon ist die heutige Linke aber weit entfernt.
Die_Eintagsfliege sagte:
hinez sagte:
Als ich die Überschrift las, dachte ich noch: "Na das kann ja was werden." Der Text selbst war dann aber richtig gut. Spricht mir aus der Seele.
Hm. Ich fand den Text weniger gut, lediglich letzter Absatz war klasse.
Also ich, ich fand ja den ersten Absatz voll gut, den zweiten so mittel und beim dritten Absatz vergeb ich eine 1 mit Marienkäfer und Sternchen
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01.07.2010 - 19:28 Uhr
tiltx
Genau das kritisiere ich. Wieso KOMMT es denn so rüber? Doch weil es von den Poltikern der SPD und Grünen sofort so herausposaunt wird um es in den Medien hoch und runter-eiern zu lassen und das Thema besetzt und gleich beantwortet zu haben. Der Autor kritisiert die Linksabgeordneten Pauschal als ehemalige Stasispitzel und Parteibonzen ohne zu merken, dass er in weniger als einem halben Tag 1:1 die Meinung der jetzigen Parteibonzen übernommen hat (siehe die SPD&Grünen-Meldungen zur Zeit auf sz.de).
by the way... "Offiziell" klingt ja wie als wüsstest du, das jeder der Wahlmänner und -frauen der Linkspartei in Wirklichkeit die Mauer wieder haben wollen. Das ist sehr weit aus dem Fenster gelehnt, und zeigt meiner Meinung nach wie sehr die veröffentlichte Meinung in jedermanns Kopf gedrückt wird und die Linke erfolgreich in die Rolle des Partei-Parias gedrängt wird. Hagen Rether hat dazu mal gutes gesagt.
Das Verstehe ich nicht, denn Gauck war a) für den Afghanistaneinsatz und b) auch recht zufrieden mit der wirtschaftlichen Richtung der jetzigen Koalition und in Verlängerung auch der der rot-grünen zuvor. Wie hätte die Linke hier mit einer Wahl Gaucks ihre USPs bewiesen?