Liebe Linke
Unser Autor ist sich seit Mittwochabend endlich sicher, dass er nie "Die Linke" wählen wird. Ein Abschiedbrief
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_warum sagte:
Worauf ich hinaus will ist dass ich eben nicht glaube, dass Namen nur ein "Nebenkriegsschauplatz" sind.
Ich stelle mir das gerne an folgendem Bild vor. Nehmen wir eine Gesellschaft, die durchgehend einer bestimmten Religion folgt, sagen wir dem Pastafarianismus. Die Gesellschaft kennt aber weder das Wort "Religion", noch das Wort "Pastafarianismus". Für diese Gesellschaft wäre die Entdeckung des Wortes "Religion" eine wahrlich dramatische Erfindung, denn sie würde einhergehen mit der Erkenntnis, dass der die Gesellschaft durchdringende Glaube an ein fliegendes Spaghettimonster keinesfalls naturgegeben und unverrückbar sein muss, sondern nur eine Option unter sehr vielen ist. Der Gedanke und die Erkenntnis, dass der Glaube an das FSM nicht alternativlos unverrückbar ist geht Hand in Hand mit den sprachlichen Werkzeugen, um dies zu beschreiben.
Eine Geisteshaltung, die Wettbewerb und Markt in jedem Lebensbereich sieht bzw. in jeden Lebensbereich hineintragen will, ist genauso verrückbar und hat genauso Alternativen wie der Pastafarianismus. Deswegen benötigt man Worte, um sie zu beschreiben, das ist es, worauf ich hinaus will.
Ich beharre darauf unter anderem deshalb so sehr, weil einer der beliebten rhetorischen Mittel von INSM & co. ja ist, ihre Geisteshaltung als unverrückbares Naturgesetz zu verkaufen. Dies geschieht unter anderem durch das Vermeiden von deskriptiven Labels für ihr "Glaubenssystem".
Hast Du gelesen, was ich in meiner ersten Antwort an Dich geschrieben habe? Dan weißt Du, warum ich dadrauf nicht eingehen werde.
_warum sagte:
Was den Begriff "neoliberal" angeht muss ich mich entschuldigen, ich glaube, ich verstehe jetzt besser, wo das Problem liegt (aber korrigiere mich, wenn ich dich falsch verstanden habe). Der Begriff "neoliberal" hat einen Bedeutungswandel durchgemacht (oder macht diesen noch durch). Ich habe damit kein Problem, weil mein erster Kontakt mit dem Begriff "neoliberal" schon gemäss der neueren Bedeutung war.
Ich kann aber verstehen, dass dich diese Bedeutungsänderung ärgert, falls deine persönliche Geschichte mit dem Begriff eine andere ist. Mir geht das so mit dem Begriff "Hacker", der ja auch einen ziemlich drastischen Bedeutungswandel durchgemacht hat. Ich verwende "Hacker" auch immer noch in der ursprünglichen Bedeutung und ernte dafür manchmal das ein oder andere Kopfschütteln.
Ich denke, es gibt zwei Möglichkeiten, mit solchen Bedeutungswandeln umzugehen. Entweder, man gibt sich geschlagen; oder aber, man versucht denjenigen, die den Begriff "falsch" (also in veränderter Bedeutung) verwenden, einen besseren, alternativen Begriff zu geben. Denn die Nachfrage nach einem Begriff ist ja offensichtlich da, mit dem richtigen Angebot kann man die Sprachentwicklung vielleicht in bessere Bahnen lenken. Im Fall von "Hacker" wird das, zugegebenermassen nicht sehr erfolgreich, mit Alternativen wie "Cracker" und spezifischeren Begriffen zur Abgrenzung wie "Black Hat" versucht.
In diesem Sinne war meine Frage danach, wie du die Dinge nennen würdest, durchaus auch als Friedensangebot gedacht. (Pure Neugier war es übrigens auch.)
ich ärgere mich nicht, ich äußere nur eine Vermutung, warum viele ihre Ansichten nicht als neoliberal bezeichnen.
Das ist zwar schade, aber letztendlich auch nicht weltbewegend. Mein Fazit aus dem Ganzen ist einfach, dass ich den Begriff "neoliberal" weiterhin so verwenden werde, wie ich das bis jetzt getan habe, denn vernünftige Alternativen scheint es ja nicht zu geben.
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05.07.2010 - 19:25 Uhr
Euroass