Novemberjahre
Die Hitze lähmt die Welt, und brütet. Südafrikanische Tröten unterbrechen die Stille immer wieder kurz, manchmal Jubel, selbst in der Einöde. In der Bahn gratuliert uns ein Betrunkener zum Sieg, ihn jedenfalls werde ich nicht vermissen. Ein bisschen langsamer scheint die Zeit zu vergehen. Träge bis zäh ziehen die Bäume, ein grünes Einerlei, am Fenster vorbei. Teil des großen Schleiers, der die Geschichten der Dinge umhüllt, die niemand alle erzählen kann. Ein kurzer Weg durch den Wald, dankbar für den Schatten. Ein schluck warmes Wasser war noch im Rucksack, es ist eine Wüste. Uhren stehen still, und Westernhaft gibt sich jede Fliege so melodramatisch. Die Hitze lässt ihr wenig anderes übrig. Die Bilder hängen nicht mehr an der Wand. Auf der alten Veranda steht der Schaukelstuhl leer. Filmisch ist die Atmosphäre, und ja, die Bretter knarzen. Die Menschen sprechen in kurzen Sätzen, so, als ob die Sprache schwer fällt. Die Worte geben sich anstrengend, aber auch bedeutsam. Vorhänge sind fort, Farbe kann blättern. Häuser vergehen wie Stunden. Die ganze Welt scheint nur der Zeit nachzugeben, aber mein Weg drängt mich nicht. Ich bin Frei hier. Mein Koffer ist gepackt und wartet schon auf mich. Ich lasse nichts zurück. Letztes Jahr im November, da ist der Tod gekommen, langsam, still und böse. Das Glück wohnt längst schon nicht mehr hier. Ich komme nach, habe ich zu ihm gesagt, und jetzt gehe ich. Einen Blick zurück noch, dann fällt die Tür einen letztes Mal ins Schloss. Der November wird wieder kommen, weil er verlässlich ist. Er wird das alles hier gefangen nehmen, und der Wind trägt unsere Spuren davon. Dinge gehen vorbei, immer wieder. Die Straßen werden leer sein, wie jetzt, und still vergeht ein Augenblick in jedem Leben, verliert sich in seinen Geschwistern. Aber ich bin dann längst schon, wo im Winter die Zitronen blühen. Die Liebe ist ein gutes Land.- WUNDER 28.02.2011
- Architektur Studieren 12.12.2010
- Imagination. 06.07.2010
- Fischbrötchen 30.11.2009
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aber dann: dieser blendende hoffnungsschimmer :-)
mehr gibts da nicht zu sagen, liebstes wild.
Auch wegen 'atmen'.
Ich selbst hab lange Zeit bei Sümpatie das h nach dem p eingeordnet, allerdings gehörts da hinters t.
Pedant.Isch.
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27.06.2010 - 19:14 Uhr
J_Carter